21.12.2020

Kleine Planänderung am früheren "Adler"

Kleine Planänderung am früheren "Adler"

Foto: Dorn
Architekt des Projekts an der Landstraße hat nochmals geringfügig umgeplant - Längere Debatte über Bauvorhaben in der Neuen Anlage in Altenbach

Von Nicoline Pilz

Schriesheim. In der letzten Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt (ATU) im Jahr 2020 drückte Bürgermeister Hansjörg Höfer am Montagabend besorgt aufs Tempo, damit die Stadträte noch vor der Corona-bedingten Ausgangssperre den Heimweg antreten konnten.

Dabei war die Tagesordnung durchaus ansehnlich: Einem neuerlichen Bauantrag zur Errichtung eines Wohnhauses mit Garage und Carport im Huberweg stimmte der ATU diesmal zu, nachdem er beim letzten Mal ein weiteres Geschoss abgelehnt hatte. Für das Bauvorhaben in steiler Hanglage benötigt der Antragsteller diverse Befreiungen, was Dachneigung, Traufhöhe und Überschreitung der Baugrenze betrifft. "Das Grundstück ist schwer zu bebauen, wir sind bereit, gewisse Überschreitungen mitzutragen", formulierte Fadime Tuncer (Grüne Liste).

Ja sagte der ATU auch zu einem Bauvorhaben im Uzèsring, mit dem der Antragsteller im Prinzip das unterschreitet, was dort baulich möglich wäre: So fällt die Dachneigung um zehn Grad geringer aus, was zum Nachbarn hin ein unterschiedliches Höhenprofil verursacht. Dafür wird die rückwärtige Baugrenze um zwei Meter durch den Anbau einer Terrasse überschritten. "Unproblematisch", kommentierte Frank Spingel (CDU).

Der Errichtung einer Doppelhaushälfte im Kehlackerweg sowie dem Umbau und der Erweiterung eines Wohnhauses in der Dr.-Brunn-Straße stimmte der ATU ebenfalls zu. Zumal letztgenanntes Projekt mit geänderten Plänen daherkam, die dem Willen der Verwaltung entsprachen.

Hoffnung auf das letzte Mal

Vermutlich bereits zum zehnten Mal befasste sich der ATU mit dem Bauprojekt in der Landstraße (ehemals Hotel "Adler"). "Ich hoffe, das ist heute zum letzten Mal", sagte Bauamtsmitarbeiterin Beate Kreis. Erforderlich machte die erneute Vorlage das Landratsamt, das bei seiner Überprüfung die Geschossigkeit der Gebäude um jeweils ein Geschoss de facto erhöht hat. "An der Kubatur ändert sich aber nichts", versicherte der Bürgermeister. Kreis sagte, der Architekt habe geringfügig umgeplant, im Prinzip entstehe im Spitzboden eine "Kaltfläche". Den Befreiungen für First- und Traufhöhe um 1,50 Meter stimmte der ATU zu und erteilte die sanierungsrechtliche Genehmigung.

Ausführlicher debattiert wurde über einen Antrag, der Altenbach betrifft: In der Neuen Anlage sollen zwei Mehrfamilien- und zwei Doppelhäuser entstehen. Das sei "wichtig für Altenbach", sagte Höfer. Im Nachklapp zu einer Ortsbegehung änderte der Bauherr seine Pläne ab, sodass zwar nach wie vor eine erkleckliche Anzahl von Befreiungen vom Bebauungsplan erforderlich ist, indes nicht mehr ganz so viele. "Manche davon sind ja Tagesgeschäft", sagte Sebastian Cuny (SPD). Doch die Anordnung der Stellplätze, zum Teil außerhalb der dafür vorgesehenen Fläche, zum Teil direkt im Bereich der Verkehrsfläche, störte. "Das ist so nicht zustimmungsfähig", sagte Kreis. Hans Beckenbach (Freie Wähler) fand das Projekt "massiv", Karl Reidinger (CDU) störte sich an der Höhe einer Gelände modellierenden Stützmauer, die mit ihren 1,50 Metern 30 Zentimeter über der Zulässigkeit liege. Im Gemeinderat war für dieses Bauvorhaben eigens ein Bebauungsplan erstellt worden: Kreis meinte, die Massivität habe man damit ja "geschaffen". Die Gebäudehöhen würden eingehalten. Mit der Ablehnung der höheren Stützmauer, der Vorgabe, dass das Dach- kein Vollgeschoss wird, und der Ablehnung der Stellplatzanordnung geht der Antrag an den Architekten zurück.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung