04.01.2021

Winter-Ausflüge: Polizei sperrte Zufahrten zu Rodelpisten in der Region

Andrang war zu groß, Autos parkten Seitenstraßen und Gehwege zu - Chaos und Neuinfektionen sollten verhindert werden

Rhein-Neckar. (alb/ans/lew/schat/web) Weiße Winterlandschaften in der Region haben am Wochenende viele Wanderer und Rodler angezogen. Zu viele – gerade in Corona-Zeiten. Die Polizei musste in Heidelberg, im Odenwald und der Pfalz Zufahrten wegen wild parkender Autos sperren, weil Schneeräumfahrzeuge nicht mehr durchgekommen wären.

> Katzenbuckel: Waldbrunns Bürgermeister zog am Sonntag die Notbremse. Aufgrund des immensen Andrangs wurde am frühen Nachmittag die Zufahrt zum höchsten Berg des Odenwalds gesperrt. Der Verkehr im Ortsteil Waldkatzenbach soll zuvor nahezu zum Erliegen gekommen sein, Bauhofmitarbeiter waren offenbar kaum noch mit ihren Räum- und Streufahrzeugen durchgekommen. Sollten die winterlichen Verhältnisse anhalten, werde die Sperrung auch in den kommenden Tagen aufrechterhalten, hieß es. Die Gemeinde hatte eine Einbahnregelung ausgewiesen, die aber nicht jeder beachtete. Die Polizei hatte noch am Samstag keinen Handlungsbedarf gesehen. Die Hygieneregeln seien "weitestgehend eingehalten" worden, und rodelnde Familien gehörten nicht unbedingt zu den Schwerpunkten der Arbeit der Beamten, sagte ein Sprecher.

> Königstuhl/Kohlhof: Schon am späten Vormittag amüsierten sich nach Polizeiangaben rund 500 Menschen – vor allem junge Familien – auf dem Rodelhang des Kohlhofs. Schnell waren die Parkplätze voll, die Nebenstraßen bis hin zu den Hauptzufahren zugeparkt. "Dies hätte über kurz oder lang dazu geführt, dass der RNV-Bus nicht mehr durchkommt beziehungsweise nicht wenden kann", sagte Polizeisprecher Norbert Schätzle der RNZ. Da ein Verkehrschaos zu befürchten gewesen sei, habe man sich dazu entschieden, die Zufahrten zu sperren. Dadurch habe sich die Lage etwas entspannt, sagte Schätzle. Einige Autos hätten sich allerdings beim Parken am Straßenrand festgefahren. Man habe auch aus Infektionsschutzgründen Situationen wie in den Skigebieten vermeiden wollen, so der Sprecher. Wer bereits oben war, durfte bleiben. Parallel dazu appellierte die Polizei in den Sozialen Netzwerken: "Überlegt Euch auch andere, weniger frequentierte Ziele für Euren Sonntagsausflug." Um 15 Uhr wurden die Sperrungen aufgehoben. Es wurden 66 Verstöße wegen Falschparkens festgestellt.

> Region Heidelberg: Die Straßen schneebedeckt, der Wald wie mit Zucker bestreut: Die Szenerie, die Heiligkreuzsteinachs Bürgermeisterin Sieglinde Pfahl beschreibt, lockte zahlreiche Wanderlustige aus dem Haus. Auch wenn, so Pfahl, "die schöne weiße Pracht am frühen Nachmittag schon wieder weg war". Im benachbarten Wilhelmsfeld herrschte am Sonntag ebenfalls Hochbetrieb. Unter anderem die Parkplätze am Langen Kirschbaum sowie an dem auf 530 Meter gelegenen Teltschikturm waren, wie mehrere RNZ-Leser berichteten, zeitweise überfüllt. Trotz geringer Schneehöhe wurden hier viele Familien mit Kindern und Schlitten gesichtet.

> Badische Bergstraße: Der Andrang auf die weiße Winterpracht entlang der Bergstraße blieb im Rahmen, wie ein Polizeisprecher auf RNZ-Anfrage mitteilte. Was wohl auch daran gelegen haben dürfte, dass sich selbst in den Höhenlagen keine dicke Schneeschicht bildete. Allerdings kamen in Schriesheim-Ursenbach dann doch einige "Schneetouristen" an der Ursenbacher Höhe zusammen. Auf und neben einem Wanderparkplatz zwischen dem Schriesheimer Ortsteil und Weinheim-Rippenweier sammelten sich die Wagen der Ausflügler.

> Neunkirchner Höhe: Auch die Zufahrten zum höchsten Berg im hessischen Teil des Odenwaldes sind am Sonntagvormittag dichtgemacht worden. Die Neunkirchner Höhe ist ein beliebtes Ausflugsziel vor allem für Familien zum Rodeln, aber auch für Wanderer. Auf knapp 600 Metern Höhe liegt bereits seit ein paar Tagen Schnee.

> Kalmit: Der Parkplatz nahe der Gemeinde Maikammer (Landkreis Südliche Weinstraße) musste am Samstag und Sonntag wegen Überfüllung gesperrt werden, teilte die Polizei in der Pfalz mit. Das Ordnungsamt sei vor Ort und verteile Strafzettel. Auch eine nahe gelegene Kreisstraße wurde wegen des hohen Verkehrsaufkommens und der teils spiegelglatten Fahrbahn gesperrt. Die Polizei riet von einem Besuch der Ausflugsziele am Kalmit ab.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung