04.01.2021

Die Sanierung des Kurpfalzgymnasiums läuft besser als erwartet

Jahrhundertprojekt auf dem Weg - Holpriger Start mit den Containern

Von Micha Hörnle

Schriesheim. Es ist ein Projekt in solchen Dimensionen, dass Kommunalpolitiker gerne ein "Jahrhundert" davorhängen, wenn sie von der Gymnasiumsanierung sprechen. Mit Gesamtkosten von 21,5 Millionen Euro – der städtische Eigenanteil liegt bei 14 Millionen Euro – ist es tatsächlich die größte Baumaßnahme der Stadt seit Jahrzehnten – und war, wie es sich für Schriesheim gehört, über Jahre umstritten. Der Debattenstaub hatte sich 2020 allerdings gelegt. Nach zwei Jahren Planung ging es zu Jahresbeginn endlich los. Dabei stand die Sanierung zunächst unter keinem guten Stern: Im Dezember 2019 löste die Stadt den Vertrag mit der Firma, die die Container als Übergangsdomizil für das Gymnasium (und auch für die Musikschule) liefern sollte. Im Januar wurde dann einer anderen Firma der Auftrag erteilt.

Fast zeitgleich ging es wieder mit den Diskussionen los: Die Grüne Liste, die schon immer gegen diese Art der Schulsanierung war, stellte den Zeitplan in Frage, zudem wurde diskutiert, ob es eine klimaschonende Pelletheizung geben sollte – für die aber der Platz fehlte. Die Containerlieferung und die Auftragsvergaben verliefen seither überaus erfreulich – es schien so, als sei der Knoten geplatzt. Oft blieben die Angebote der Firmen deutlich unter den Kostenschätzungen – was natürlich erste Begehrlichkeiten weckte.

Das Jahr 2020: Die Themen (2)

So schien die Ende Februar lancierte überparteiliche Idee "Bürgersaal in der Schulaula" im Frühherbst eine zweite Chance zu erhalten. Eigentlich schien bereits im Mai deren Ende gekommen zu sein: Eine Spendenaktion scheiterte an Corona, es gab schlicht zu wenig Geldgeber. Denn für den Saal wären 375.000 Euro notwendig gewesen, für die es keine Förderung des Bundes gab – und natürlich hatte die Stadt dafür kein Geld. Als sich teils deutliche Einsparungen bei den Auftragsvergaben abzeichneten, hatte die CDU-Vorsitzende und Stadträtin Christiane Haase die Idee, diese Gelder für den Bürgersaal zu verwenden. Doch abgesehen davon, dass es im Gemeinderat dafür keine Mehrheit gab, warnte auch Bauamtsleiter Markus Schäfer, dass die Sanierung ja längst noch nicht durch sei – es könne immer noch zu Kostensteigerungen kommen. Und auch die Vereine schienen auf einmal von der Bürgersaal-Idee nicht mehr so ganz überzeugt: Für viele ist der Standort Schulaula zu weit weg von der Innenstadt.

Zurück zur Gymnasiumssanierung: Kurz bevor Schäfer das Bauamt verließ, hatte er Ende November zu einem Rundgang über die Riesenbaustelle eingeladen. Dabei bestätigte Projektleiter Sebastian Bohnekamp, dass es im Moment gut läuft. Der an sich enge Zeitplan – ursprünglicher Stichtag für das Bauende war der 31. Dezember 2022 – wurde um ein Jahr verlängert. Und so ist sich Bürgermeister Hansjörg Höfer sicher, alles richtig gemacht zu haben – zumal die Sanierungsentscheidung vor der Corona-Pandemie mit all ihren Unwägbarkeiten getroffen wurde.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung