23.01.2021

Auf dem Wochenmarkt gibt es wieder Obst und Gemüse

Nachdem sich die Familie Jäck zurückgezogen hat, übernahm Georgios Samouladas den Stand. Er kommt bisher gut bei den Kunden an.

Schriesheim. (max) Mit dem Jahresende verabschiedete sich der Obst- und Gemüsestand der Familie Jäck vom Schriesheimer Wochenmarkt. Doch ein Nachfolger ist mit Georgios Samouladas schon gefunden.

Er ist kein Frischling auf dem Wochenmarkt, denn sein Stand mit griechischen Spezialitäten bereichert das Angebot schon seit fast vier Jahren. Trotz seiner Erfahrung gestaltete sich die Übergabe etwas holprig: "Es ging auf einmal alles sehr zügig", berichtet er: "Ich habe erst am letzten Tag erfahren, dass wir schon im Januar auf den Platz dürfen." Innerhalb von zwei Wochen musste alles organisiert werden. Hilfe bekam er dabei von seinem Bruder Eleftherios, der den Stand in Zukunft leiten soll. Bei der Auswahl des Angebots orientierten sich die Brüder am Angebot der Jäcks, um den Kunden die Umstellung zu erleichtern, und erweiterten es auch noch etwas. Auch auf Tipps und die Erfahrung von anderen befreundeten Gemüsehändlern konnten sie zurückgreifen. Außer ihren Ständen, die sie auf verschiedenen Märkten der Region zum Beispiel in Rauenberg, Hirschhorn und Wieblingen betreiben, führen die Geschwister noch das griechische Spezialitätengeschäft "Phresko" in Mannheim.

Beide sind Quereinsteiger. Georgios studierte Biologie und hatte eine leitende Position in einer Logistikfirma. Sein Bruder Eleftherios war nach dem Studium der Ernährungswissenschaften in einer Bäckereikette tätig. Während des Studiums arbeiteten beide in der Gastronomie – wie ihre Eltern, die das Restaurant "Mythos" in Schriesheim betrieben. Da sie mit ihren Stellungen unglücklich waren und schon immer selbstständig werden wollten, begannen sie sich umzuorientieren. "Außerdem war es für uns beide immer die beste Zeit, wenn wir mit der Familie gearbeitet haben." Georgios würde sich auch noch ein breiteres Angebot für den Markt wünschen: "Der belebt die Innenstadt. Und wenn samstags viele Leute zum Einkaufen hierher kommen, profitieren auch die anderen Geschäfte."

Unterstützung bekommen die Samouladas’ unter anderem von Johannes Raiber. Der Koch ist momentan aufgrund von Corona in Kurzarbeit und hilft am Stand aus: "Ich kenne Eleftherios schon länger, und es ist schön, in der aktuellen Situation wenigstens einmal die Woche etwas zu tun zu haben und unter Menschen zu kommen. So ist es eigentlich eine Win-win-Situation."

Und auch die Marktbesucher sind froh, dass das Herzstück des samstäglichen Einkaufs erhalten bleibt. So findet Heide Kulikowsky aus Schriesheim: "Der Obst- und Gemüsestand ist ja eigentlich das wichtigste. Ich war auch schon Kundin bei Jäcks und finde den Markt wunderbar." Gerlinde Maue berichtet: "Wir kommen extra jeden Samstag aus Ilvesheim her, weil wir den Putenstand sehr schätzen und kein Schweinefleisch essen. Ich bin froh, dass es den neuen Stand gibt. Ich bin eine sehr kritische Kundin und will immer genau wissen, wo alles herkommt. Das macht den Wochenmarkt ja auch aus. Sonst könnte ich in den Supermarkt gehen."

Zufrieden ist auch Rolf Edelmann. Der Vorsitzende des Bundes der Selbstständigen ist verantwortlich für die Vergabe der Stände: "Die Übergabe war völlig unproblematisch. Der eine ging, der andere kam direkt. Auch die Leute nehmen es sehr gut an. Ich sehe die Beschilderung der Produkte mit Namen und Preis positiv, das erleichtert die Orientierung und Transparenz."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung