30.01.2021

Blockiert "Duscholux" das Gewerbegebiet?

Angeblich stehen Teile der Hallen im Gewerbegebiet leer. Auch bei "Lüftomatic" tut sich nichts. Der Geschäftsführerin zufolge ist fast alles vermietet.

Von Micha Hörnle

Schriesheim. Von den Betrieben im Gewerbegebiet hört man es immer wieder: Bei "Duscholux" stehen große Teile der Hallen in der Industriestraße leer – und damit würde die Entwicklung des Gewerbegebiets behindert. Denn ansiedlungswillige Unternehmen würden hier nichts finden. Auch der Fraktionssprecher der Freien Wähler, Bernd Hegmann, hatte im RNZ-Jahresgespräch auf diese Problematik aufmerksam gemacht.

Auf RNZ-Anfrage heißt es aus dem Rathaus: "Der beschriebene Leerstand eines Teiles des Grundstücks ist der Stadt Schriesheim bekannt. In der Vergangenheit wurden diesbezüglich bereits einzelne Gespräche geführt, jedoch stand bisher keine konkretere Planung im Raum." Da das Grundstück in Privateigentum sei, könne die Stadt nicht über dessen Nutzung entscheiden. Aber: "Selbstverständlich würde die Stadt Schriesheim eine gewerbliche Nutzung der leer stehenden Flächen sowie die damit womöglich verbundene Schaffung von Arbeitsplätzen begrüßen."

Zu "Duscholux" gehört auch das Gelände der ehemaligen Firma "Lüftomatic" in der Talstraße. Als 2019 das Sanierungsgebiet Talstraße beschlossen wurde, rückte das Areal wieder ins Blickfeld. Denn während sich in der Umgebung einiges tat und Gebäude saniert oder umgebaut wurden, ruhte bei "Lüftomatic" still der See. Im Mai hatte das Bauamt von Gesprächen mit dem Eigentümer berichtet. Aber dieser habe, so hieß es, kein Interesse daran, auf seinem Gelände etwas zu verändern – auch wenn es als eines der Schlüsselgrundstücke zur Aufwertung des gesamten Talstraßen-Bereichs gilt (RNZ vom 27. Mai 2020).

Die Geschäftsführerin des Schriesheimer "Duscholux"-Standorts, Petra Meier, erklärte auf RNZ-Anfrage: "Wir möchten darauf hinweisen, dass die Firma Duscholux Sanitärprodukte GmbH an der Industriestraße Mieter ist. Die Liegenschaften an der Industriestraße wie auch die Liegenschaft an der Schriesheimer Talstraße, welche vor zwei Jahren für Büros neu saniert wurde, sind nahezu vollständig vermietet. Für die noch nicht vermieteten Flächen sind wir zwar aktiv auf der Suche nach passenden Mietern, mussten jedoch feststellen, dass sich dies durch die Corona-Pandemie erschwert und verzögert."

Zugleich versichert Meier, dass sich ihre Firma freuen würde, "wenn das Gewerbegebiet langfristig floriert. Wir sind immer offen, um dazu unseren Beitrag zu leisten". So gebe es zum Beispiel einen regelmäßigen Austausch mit der Stadt: "Bei diesen Gesprächen war von einer ,Behinderung der Entwicklung’ in keiner Weise die Rede." Man sei zu Gesprächen mit "Personen, die ein konkretes Anliegen bezüglich der Liegenschaften haben", gerne bereit.

Die Firma "Duscholux" gehört zum Eigentum der Familie Baus. Heinz-Georg Baus (1934-2016), der in Schriesheim aufgewachsen ist, hatte 1960 im Mannheimer Quadrat U3 seinen ersten Heimwerker-Markt gegründet, der zweite folgte fünf Jahre später in der Heidelberger Kurfürsten-Anlage (seit November 2019 geschlossen), mittlerweile gibt es europaweit über 270 Filialen. 1967 folgte die Gründung des Badeausstatters "Duscholux", der in den Siebzigerjahren mit der ersten faltbaren Duschwand aus Acrylglas bekannt wurde.

Sowohl "Bauhaus" wie "Duscholux" haben ihren Firmensitz in der Schweiz. Eigentlich sind beide Firmen Konkurrenten: "Bauhaus" vertreibt seine eigene Badausstattung, während "Duscholux" ausschließlich auf den Fachhandel setzt. Vor gut 20 Jahren stürzte "Duscholux", einst Marktführer bei den Duschkabinen, in eine schwere Krise. Die Geschäftsführer in Schriesheim wechselten, 2008 wurde die gesamte Produktion mit 70 Beschäftigten geschlossen, später folgte auch der Vertrieb. Auch von der Insolvenz der Fertigungsgesellschaft war die Rede.

Von den einst 250 Beschäftigten ist heute nur noch ein Zehntel übrig. Teile der Hallen wurden vermietet – wie 2012 an die Heidelberger Tanzschule Nuzinger. Immerhin will "Duscholux" jetzt wieder auf dem deutschen Markt angreifen – ein neues Logo gibt es schon und ziert den Schriesheimer Firmensitz, in dem der Deutschland-Vertrieb und die Ersatzteilversorgung für Europa untergebracht ist.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung