14.02.2021

Reihenhaus nach Brand unbewohnbar (Update)

Wegen des Rauchs war die B3 kurz gesperrt. Es gab keine Verletzten. Die Feuerwehr verhinderte, dass die Flammen das Nachbargebäude in Brand steckten.

Von Micha Hörnle

Schriesheim. Am Freitag gegen 16.15 Uhr rief ein Hausbewohner die Feuerwehr zu einem Zimmerbrand in den Melissenweg im Neubaugebiet Solaris – doch es sollte noch schlimmer kommen.

Denn zuerst sahen die Feuerwehrleute nur eine starke Rauchentwicklung im Dachbereich des Reihenendhauses. Doch dann kam es plötzlich zu einer gefürchteten "Durchzündung", also einer Vermischung von Rauchgasen und Sauerstoff mit enormer Hitzeentwicklung und großem Druck, die zu einer schlagartigen Ausbreitung des Brandes führt. Auf einmal stand alles in Flammen, also war das zweite Obergeschoss in Vollbrand, wie der Schriesheimer Kommandant Oliver Scherer der RNZ berichtete – und die Flammen drohten, auf das Nachbargebäude überzugreifen.

Mit einem Großaufgebot von zwölf Fahrzeugen und 50 Mann aus Schriesheim, Altenbach und Dossenheim wurde das verhindert, es wurden drei Wasserrohre zur Brandbekämpfung gelegt. Wegen der starken Rauchentwicklung musste auch zeitweilig die nahe B3 gesperrt werden, wie die Polizei berichtete.

Der eigentliche Brand im Dachbereich war nach einer guten Dreiviertelstunde gelöscht, aber noch bis in den Abend hinein war die Feuerwehr auf der Suche nach Glutnestern, von denen es etliche gab: "Der Einsatz wird sich noch ziehen", sagte Scherer, als ihn die RNZ noch mitten auf der Brandstelle erreichte. Denn das Haus muss auch noch, gerade bei dieser Witterung, abgesichert werden. Wahrscheinlich kommt auf das Dach eine Plane, die Fensterhöhlen werden mit Spanplatten verschlossen.

Doch nicht nur das Dachgeschoss ist von dem Feuer betroffen, auch der Rest des Gebäudes – durch Rauch und Löschwasser. Deswegen ist es unbewohnbar. Dessen Bewohner – es sind wohl drei – werden erst einmal in einem Hotel untergebracht. Darum kümmerte sich Bürgermeister Hansjörg Höfer, der auch an den Unglücksort geeilt war. Verletzt wurde niemand, zum Zeitpunkt des Brandes waren auch nicht alle Bewohner zu Hause. Über den Sachschaden ist momentan noch nichts bekannt, genauso wenig wie über die Brandursache.

Wie schon bei dem Brand in Altenbach am 17. Januar, bei dem vier Personen verletzt wurden und eine Katze starb, machten die eisigen Temperaturen den Einsatzkräften zu schaffen. So wurde der Bereich vor dem Haus, der spiegelglatt war, gestreut. Und die Feuerwehrleute mussten nach dem Löscheinsatz sofort ihre nasse Kleidung wechseln, weil die sonst sofort gefroren wäre. Für Scherer ist der große Unterschied zu dem Altenbacher Brand vor knapp vier Wochen: "Es gab hier zwar keine Verletzten, aber der Sachschaden nach diesem Vollbrand ist doch erheblich größer."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung