10.03.2021

"Climap"-Projekt: Darum schwebt der Zeppelin über Schriesheim

"Climap"-Projekt: Darum schwebt der Zeppelin über Schriesheim

Am Dienstag war der Zeppelin hoch über Schriesheim zu sehen. Denn völlig überraschend starteten die MVV und die Firma Airbus ihr Wärmebildkarten-Projekt für die Stadt; es wird am heutigen Mittwoch fortgesetzt. Foto: Dorn
Gestern startete im dritten Anlauf das "Climap"-Projekt - Damit wird der energetische Zustand der Häuser in Schriesheim erfasst

Schriesheim. (hö) Ziemlich überraschend, da ohne Vorankündigung, kreiste am Dienstag der MVV-Zeppelin über Schriesheim – und wird das auch am morgigen Mittwoch tun. Das bestätigte eine Sprecherin des Mannheimer Energieunternehmens auf RNZ-Anfrage. Bereits vor knapp zwei Monaten, am 18. Januar, hätte das Luftschiff starten sollen, um von der Stadt eine Wärmebildkarte zu erstellen. Doch dann wurde der Flug immer wieder verschoben – wie übrigens vor ziemlich genau einem Jahr.

An jenem 17. März 2020 war der Zeppelin mit den zwei Wärmebildkameras nur einen Morgen lang in 150 Metern Höhe über Schriesheim gekreist. Aber dann kam der erste Lockdown, vor allem wurde es einfach zu warm: Man hätte die Temperaturunterschiede zwischen Innen und Außen kaum erfassen können, so die MVV. Für die Mitarbeiter der Firma Airbus, die vom Sportzentrum aus den elf Meter langen unbemannten Zeppelin steuern, ist die momentane Witterung ideal: sonnig und kalt.

Mit Wärmebildern aus der Luft betreten die MVV und die Stadt Neuland: "Climap" nennt sich das MVV-Pilotprojekt, für das der Gemeinderat im Februar 2020 23.000 Euro bewilligte, und Schriesheim ist als erste Kommune dabei. Der Vorteil der "Climap"-Methode: Da das Luftschiff in geringer Höhe fliegt, sind sehr präzise Analysen an Dächern und Fassaden möglich. Hauseigentümer haben dann die Möglichkeit, einen individuellen Energiebericht über ihr Gebäude zu kaufen; vor einem Jahr waren 50 Euro im Gespräch.

Das Luftschiff von "Airbus Defence and Space" ist mit zwei Wärmebildkameras ausgestattet, die das Stadtgebiet detailgetreu dreidimensional aufzeichnen. Zusätzlich kommt ein Thermografie-Kamerasystem des Konstanzer Unternehmens Vaireco zum Einsatz, mit dem sowohl zweidimensionale Aufnahmen als auch ein thermografisches 3D-Modell erstellt werden kann. Einzelne Personen oder Nummernschilder werden dabei nicht erfasst, sodass die Privatsphäre gewahrt bleibt.

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Bereits vor einem Jahr, am 17. März 2020, startete das MVV-Luftschiff am Sportzentrum. Foto: MVV/Repro: pd

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung