13.03.2021

Wo neue Querungen das Radfahren erleichtern sollen

Die Nord-Süd-Verbindung wird verbessert: Bald gibt es sichere Übergange an der Landesstraße und an zwei Kreisstraßen.

Von Doris Weber

Dossenheim. Jetzt geht’ los. Die überörtliche Nord-Süd-Verbindung für Radfahrer wird verbessert. Wer aus der oder durch die Bergstraßengemeinde nach Heidelberg oder Schriesheim und Weinheim radeln will, hat es künftig einfacher. In öffentlicher Hybridsitzung vergab der Gemeinderat einstimmig den Auftrag an die Firma Sailer. Die Baufirma aus Sandhausen hatte ein um rund acht Prozent günstigeres Angebot erstellt als ein anderer Anbieter. Die Kosten belaufen sich auf fast 164.300 Euro. Das Schöne daran: Die Gemeinde wird die Rechnung nicht allein bezahlen.

Das Land beteiligt sich im Rahmen seines Programms zur Förderung von "Anlagen kommunaler Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur nach Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz 2020-2024" mit 65 Prozent an den förderfähigen Kosten. Dazu gehören auch die Planungskosten. Nach der Befürwortung der Projektaufnahme im November 2020 erwartet die Verwaltung einen Zuschuss von 96.800 Euro.

Für Bürgermeister David Faulhaber sind die neu zu errichtenden Übergänge der beiden Kreisstraßen K4242 im Nordwesten der Gemeinde in Richtung Ladenburg – Radwegquerung Nord – und K4142 in Richtung Schwabenheimerhof – Radwegquerung West – Teil eines Gesamtkonzepts. Zu diesem gehört auch die schon seit langer Zeit geforderte sichere Querung der als Autobahnzubringer fungierenden Querspange (L 531) in Verlängerung der Boschstraße im Süden Dossenheims: Die Radquerung Süd, die bereits vor einigen Monaten beschlossen wurde und die Stadt Heidelberg finanziert (die RNZ berichtete).

Voraussichtliche Bauzeit beträgt fünf Wochen

Im "Verkehrskonzept Dossenheim mit Schwerpunkt im Fußgänger- und Radverkehr" wird die Strecke als "westliche Nord-Südverbindung" bezeichnet. Sie führt von Heidelberg kommend über die Boschstraße und den am Wohngebiet verlaufenden Feldweg entlang, geht im Norden Dossenheims am Kreisel Richtung Schwabenheim und Autobahn auf die Randstraße über, kreuzt die Verbindung nach Ladenburg und führt in Richtung Schriesheim auf einen Feldweg zurück. Das Konzept ist nach seinem Verfasser auch als Tögelplan bekannt. Bei seiner Erarbeitung waren Anregungen aus der Zukunftswerkstatt aufgegriffen worden.

Bei der Umsetzung zogen jetzt alle Beteiligten – darunter der Rhein-Neckar-Kreis sowie die Stadt Heidelberg – an einem Strang. Alle profitieren von der für Radfahrer effizient und sicherer gestalteten Verbindung ihrer Kommunen. Die Querung der Kreisstraßen habe man bereits im vergangenen Jahr umsetzen wollen. Mittel hatte man bereits zur Seite gelegt. Deshalb hatte der Gemeinderat auch der Übertragung des Haushaltsansatzes aus 2020 ins Jahr 2021 zugestimmt.

In Erwartung der möglichen Aufnahme in ein Förderprogramm des Landesverkehrsministeriums verschob man dann kurzfristig den Baubeginn. Dann wurde das Förderprogramm modifiziert, verbunden mit der Chance einer unterjährigen Aufnahme. Die Verwaltung nutzte die Gelegenheit: So wird das Projekt mit einer voraussichtlichen Bauzeit von fünf Wochen in diesem Frühjahr umgesetzt. Die Querungshilfen der beiden Kreisstraßen nutzen dabei die dort im Einmündungsbereich bereits vorhandenen Fahrbahnteiler: Sie werden verbreitert und zu Verkehrsinseln mit Aufstellflächen für Fußgänger und Radler.

Die Querung des Autobahnzubringers liegt im Zuständigkeitsbereich der Stadt Heidelberg. Diese hat gerade angekündigt, die dortige Ampelanlage auszutauschen sowie die Querung für Radfahrer und Fußgänger zu verbessern. Fußgänger haben an dieser Stelle bislang keine Chance, geschützt auf die jeweils andere Straßenseite zu gelangen. Die Stadt selbst schreibt: "Somit gibt es jetzt an dieser Stelle nicht nur eine reine Erneuerung ,Alt gegen Neu’, sondern die fehlende, sichere Querungsmöglichkeit mit Barrierefreiheit wird ebenfalls realisiert."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung