14.03.2021

Die erste Corona-Wahl klappte reibungslos

Mit Maske und eigenem Kuli: Wahlhelfer loben die Disziplin der Schriesheimer - Rekord bei Briefwählern

Schriesheim. (hö) In der Mehrzweckhalle ging es am Sonntagnachmittag eher beschaulich zu. Aber das war ja auch zu erwarten, sagt Ordnungsamtsleiter Achim Weitz: Fast die Hälfte der Schriesheimer Wähler, 4784 (von 11.181 Wahlberechtigten, also 43 Prozent) stimmten per Brief ab. Deswegen wurden auch zum ersten Mal bei einer Landtagswahl dafür vier Wahlbezirke eingerichtet, bei der letzten waren es nur zwei; hinzu kommen 21 Urnenwahlbezirke.

Entsprechend viele rote Umschläge stapeln sich im großen Sitzungssaal, die dort wieder nach Wahlbezirken sortiert werden. Wichtig ist dabei, zu prüfen, ob in den Umschlägen – sie müssen alle händisch aufgeschlitzt werden – Wahlschein und Wahlumschlag samt Stimmzettel drinstecken. Das hat nicht jeder hinbekommen, acht Stimmen waren am Nachmittag ungültig. Und natürlich muss man "Doppeltwähler" – also per Brief und an der Urne – aussortieren: Das kam hier einmal vor.

Für Wahlvorstand Volker Arras, sonst Stadtkämmerer, ziemliche Routine – er macht das seit 1984. Die Stimmung ist entspannt, aber konzentriert – und das gilt auch für die Mehrzweckhalle, in der die Bürger der Wahlbezirke 1,2 und 3 abstimmen. So gegen 15 Uhr hatte man dort die Marke von 50 Prozent der Wähler geknackt – es sieht also alles nach einer unter Coronabedingungen erfreulich hohen Wahlbeteiligung aus: "70 Prozent sind schon drin." Der Wahlmorgen hingegen lief wohl eher schleppend an – aber das war auch das einzige Manko.

Die Wahlhelfer loben die gute Organisation – und auch die Wähler. Alle trugen Masken, fast jeder brachte den eigenen Stift mit, aber es standen auch Kulis bereit. Und für die Helfer gab es neben Getränken extra Masken. Langeweile kommt da nicht auf, bestätigt Thomas Klauck. Seine Kollegin im Ehrenamt findet: "Alle sind sehr brav und artig." Sie hatte selbst die Idee, sich als Helferin zu engagieren, denn sie arbeitet auch bei der Tafel mit. Hermann Morast ist aufgefallen, dass der übliche "Schwatz" an der Urne ausfiel: "Die meisten wählen und gehen wieder."

Und Weitz, der seit 6 Uhr im Rathaus saß, war erleichtert, dass er wegen der Pandemie kaum Absagen der Wahlhelfer bekam. Die konnten sich am Samstag im neuen Zentrum auf die Schnelle testen lassen – und gut die Hälfte machte das auch.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung