16.03.2021

Keine Klötze auf dem alten Autohaus-Gärtner-Gelände

Drei Architekturbüros präsentieren ihre Vorstellungen für den Edelstein-Neubau direkt an der B3.

Von Micha Hörnle

Schriesheim. Es wird noch eine ziemlich lange Zeit dauern, bis die ersten Bewohner des neuen Altenheimes auf dem Gelände des ehemaligen Autohauses Gärtner an der B 3 einziehen können – Bürgermeister Hansjörg Höfer schätzt "in vier, fünf Jahren". Immerhin weiß man jetzt so in etwa, wie die Neubauten, in die das Haus Edelstein ziehen wird, aussehen.

Denn kurz nachdem im letzten Sommer die Idee präsentiert worden war, dass das Haus Edelstein von der Talstraße an die B 3 ziehen soll (RNZ vom 16. Juli), beschloss der Gemeinderat einen kleinen städtebaulichen Wettbewerb, mit dem herausgefunden werden soll, welche Art von Bebauung dem Areal und der Umgebung am besten gerecht wird. Drei Architekturbüros – "Re2Area", AP 88 (beide Heidelberg) und SWS (Karlsruhe) – wurden angeschrieben, nach einer Sitzung des Gestaltungsbeirats machte SWS das Rennen.

Wie Dea Ecker vom Gestaltungsbeirat – ihm gehören drei Architekten und Stadträte an – erklärte, hätten die Vorschläge der anderen Büros die neuen Gebäude zu sehr von den Nachbarhäusern abgeriegelt, manches fiel zu wuchtig aus. Architekt Jürgen Strolz von SWS hatte einen anderen Ansatz: Statt massiver Blöcke mehrere kleinere Häuser mit etlichen Durchgängen und einem grünen Innenhof. Einziger Nachteil seines Konzepts: Er bekam nicht alle 110 bis 140 Wohnungen (die meisten für die Pflege, aber auch für eine Art betreutes Wohnen) unter, sondern nur 105. Also machte er ein Gebäude länger und setzte noch ein Stockwerk drauf: Mit maximal fünf Geschossen (das oberste ist ein bisschen zurückgesetzt) wären die Neubauten in etwa so hoch wie die Blöcke am OEG-Bahnhof. Als diese gebaut wurden, gab es noch Diskussionen, ob die für Schriesheim ungewohnt hohen Gebäude nicht die Innenstadt erdrücken würden.

Doch das hat sich geändert, so Höfer. Denn die Höhe des Edelstein-Neubaus sei im Gestaltungsbeirat und unter den direkten Nachbarn – ihnen wurden die Pläne am letzten Montag vorgestellt – kein Thema gewesen. Gerade die Stadträte wollten wissen, ob man hier nicht auch ein Mehrgenerationenhaus unterbringen könne (wofür der Platz fehlt), während es den Anwohnern vor allem um den Verkehr und den Lärm ging: Die meisten Autos sollen direkt von der B 3 in die Tiefgarage des Neubaus fahren – zumal ja ein Altenheim generell weniger Verkehr verursache als eine normale Wohnbebauung, wie Thomas Thiele vom Gestaltungsbeirat sagte. Höfer will für das neue Quartier sowieso "ein weiträumiges Verkehrsgutachten" in Auftrag geben, alleine schon wegen des Neubaus des Kindergartens in der nahen Konradstraße, von dem dessen Anwohner deutlich mehr Autos erwarten.

In jedem Fall lobte Architektin Ecker die "schöne neue Quartiersstruktur" – und auch die Stadtverwaltung: Denn sie fand es "großartig", dass Schriesheim einen Wettbewerb organisiert hatte – das machen sonst eher Großstädte – und die Neubebauung "nicht dem Zufall überlässt". Offen ist im Moment allerdings, wie genau die neuen Gebäude aussehen werden, zumal Planer Strolz nicht unbedingt ihr Architekt sein muss. Am übernächsten Mittwoch fasst der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss, bis zum Sommer soll der Investor eine Absichtserklärung für den Neubau unterschreiben, dann folgt ein vorhabenbezogener Bebauungsplan – und "bis zur Baugenehmigung dauert es frühestens Mitte, eher Ende nächstes Jahr", so Höfer.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung