21.03.2021

Corona-Leugner rufen zur "größten Demonstration der Welt" auf

Corona-Leugner rufen zur "größten Demonstration der Welt" auf

Dieses Flugblatt lag am Freitag in den Briefkästen. Repro: pd
Wieder mal sind einschlägige Flugblätter in Schriesheimer Briefkästen eingeworfen worden. Diesmal ging es um einen Protestzug in Kassel.

Schriesheim. (hö) Immer mal wieder tauchten Flugblätter von Corona-Leugnern oder -Skeptikern in Schriesheimer Briefkästen auf – so auch am Freitag. Darin wird dazu aufgerufen, sich am Samstag (20. März) an einer Großdemo in Kassel, "in der Mitte Deutschlands", zu beteiligen – als Teil eines weltweiten Protests gegen die Beschränkung der Freiheitsrechte in Zeiten der Pandemie: "Gemeinsam bilden wir die größte Demonstration aller Zeiten", heißt es vollmundig auf dem Zettel. Die Veranstalter rechnen mit 20.000 Teilnehmern. (Update vom 20. März: Gewalt bei Demo gegen Corona-Maßnahmen in Kassel.)

Der bisher größte weltweite Protestzug war bisher der von "Fridays for Future" am 20. September 2019 mit allein in Deutschland etwa 1,4 Millionen Menschen. Die wohl größten Einzel-Demos in der Bundesrepublik bis dato fanden am 22. Oktober 1983 im Bonner Hofgarten gegen den Nato-Doppelbeschluss und am 15. Februar 2003 gegen den Irak-Krieg statt – mit jeweils einer halben Million Teilnehmern.

Veranstalter des jüngsten Corona-Protests sind die "Freien Bürger Kassel", der lokale Ableger der bundesweiten Querdenker-Bewegung, die im Herbst auch im Weinheimer Schlosspark demonstriert hatte (und das am übernächsten Sonntag wieder vor hat). Eigentlich wollte die Stadt Kassel den Protestzug unter dem Motto "Frühlingserwachen – Die Welt steht auf" verbieten, weil sie befürchtete, das Risiko einer Corona-Ansteckung bei einer solchen Massenveranstaltung sei besonders hoch. Am späten Mittwochabend gab das Verwaltungsgericht Kassel den Eilanträgen der "Freien Bürger" statt.

Bei einem ganz ähnlichen Protest vor einer Woche in Dresden waren trotz eines Verbots 1000 Menschen meist ohne Maske und Abstand zusammengekommen. Bei Ausschreitungen wurden zwölf Polizisten verletzt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung