26.03.2021

Gärtner-Gelände Schriesheim: Kritik an Planung

Der Gemeinderat vertagte den geplanten Grundsatzbeschluss.

Schriesheim. (hö) Auf überraschend große Kritik stießen im Gemeinderat die Pläne des Architekturbüros SWS für die Neubauten auf dem Gelände des ehemaligen Autohauses Gärtner. Eigentlich war der Plan, einen Grundsatzbeschluss zu fassen, mit dem SWS-Konzept weiterzuarbeiten – doch nach langer Debatte wurde der vertagt.

SWS war vom Gestaltungsbeirat zum Sieger eines Wettbewerbs gekürt worden; demnach wäre das Gebäude zur Landstraße hin fast fünfgeschossig (vier Etagen plus einer weiteren zurückgesetzten). Laut Bernd Hegmann (Freie Wähler) sind sich alle Fraktionen zwar einig, dass an diese Stelle das Altenheim Edelstein umziehen soll, "aber über die Art und Weise gibt es noch Gesprächsbedarf". Vor allem fand er "die Kommunikation mangelhaft" – und zwar vor allem die mit den Anwohnern. Zudem will er erreichen, dass die Neubauten weniger massiv ausfallen; auch bei der – im Moment recht geringen – Zahl der Stellplätze und der Verkehrsführung gebe es noch offene Fragen: "Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit."

Christian Wolf (Grüne Liste) sieht das Vorhaben "eigentlich auf einem guten Weg", aber auch er hätte diese Fragen, die Hegmann aufgeworfen hatte, gern geklärt. Knackpunkt ist die Zahl der Wohnungen – die Planungen gehen von 120 bis 130 aus. Würde man die reduzieren, könnten die Neubauten auch weniger hoch werden. Vor allem vermisste Wolf, dass SWS doch keinen Platz für ein Mehrgenerationenhaus vorgesehen habe: "Nur Wohnungen für alte Menschen sind keine moderne Lebensweise. Wir wollen doch Jung und Alt zusammenbringen, doch für die Jungen ist nun nichts mehr übrig geblieben."

Michael Mittelstädt (CDU) warnte davor, Klaus Gärtner noch lange hinzuhalten, denn er habe "ein Anrecht, das Gelände zu vermarkten". Aber auch für ihn sind die Neubauten zu massiv. Auch Gabriele Mohr-Nassauer (SPD) stört das: "Es ist nicht mehr zeitgemäß, so große Häuser zu bauen." Eine Einbindung der Anwohner hält sie für zwingend. Und man solle prüfen, ob ein Mehrgenerationenhaus möglich wäre. Für das sieht Ulrike von Eicke (FDP) aber hier keinen Platz. Ansonsten gebe es "viel zu verhandeln": "Wir sollten ausloten, wo für den Investor die Schmerzgrenze liegt."

Bürgermeister Hansjörg Höfer kündigte daraufhin eine Info-Veranstaltung für alle Schriesheimer an – nach Voranmeldung in der Mehrzweckhalle.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung