03.04.2021

Altenbach: Zwei neue Räume für die Jugend

Stadträte beschließen neues Konzept im evangelischen Gemeindehaus - Doch es gab auch Kritik am Vorgehen

Schriesheim-Altenbach. (hö) Die Jugendarbeit im Stadtteil soll im evangelischen Gemeindehaus zwei neue Räume bekommen – was im Vorfeld nicht unumstritten war. Diese Diskussion wurde auch bei der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend deutlich: Während Bürgermeister Hansjörg Höfer von einem "Quantensprung" sprach und Christian Wolf (Grüne Liste) darin eine "große Chance für Altenbach" erkannte – denn "eine verlässliche Kinder- und Jugendarbeit fehlte lange" –, gab es auch erhebliche Kritik. So bemängelte Bernd Hegmann (Freie Wähler), dass "der Mietvertrag zu schnell unterschrieben worden" sei, obwohl es noch kein Konzept für die konkrete Nutzung der Räume gegeben habe.

Und er sah, wie auch Renate Hörisch-Helligrath (SPD), durchaus ein Problem darin, dass die Stadt 45.000 Euro in angemietete Räume investiert. Denn laut Rathausangaben soll aus der ehemaligen Teeküche eine Männer- und eine Frauen-Toilette werden (15.000 Euro), es würde eine Küchenzeile eingebaut (5000 Euro), hinzu kämen eine Schallschutzdecke (10.000 Euro), Malerarbeiten (5000 Euro) sowie die Kosten für Möbel (5000 bis 10.000 Euro).

Zudem erkannten beide Stadträte "Mängel in der Kommunikation" (Hegmann) oder eine "mangelhafte Transparenz und Einbindung des Ortschaftsrates" (Hörisch-Helligrath). Bernd Hegmann und AfD-Rat Thomas Kröber wollten Details zum Mietvertrag wissen – insbesondere, was seine Dauer und die monatliche Miete angeht. Zu Letzterem wollte sich Höfer nicht äußern – er hatte den Deal mit der Kirchengemeinde alleine abgeschlossen –, aber nach Angaben von Kämmerer Volker Arras sei der Vertrag nicht befristet.

Hegmann war auch nicht klar, wie genau das Konzept für die Altenbacher Jugendarbeit aussehen solle. Bekannt ist nur, dass Höfer eine Kraft stundenweise einstellen will – im Haushalt sind dafür Kosten von 15.000 Euro im Jahr eingeplant. Das wiederum passte Wolfgang Renkenberger (FDP) nicht: "Ich sehe eine zusätzliche Fachkraft kritisch. Schriesheim hat doch einen genügend großen Pool."

Die beiden Räume für die Jugend sollen auch von der Musik- und Volkshochschule sowie für die Mittagsbetreuung der Grundschüler – bisher war diese im Kinderhaus – genutzt werden. Diese Mehrfachnutzung hat nicht nur Freunde, Hörisch-Helligrath sah darin "ein Konfliktpotenzial".

Am Ende gab es doch eine breite Zustimmung für das Konzept, auch wenn der Eindruck zurückbleibt, als hätte die Stadt in Windeseile alles getan, die Neunutzung des für die Protestanten zu groß gewordenen Gebäudes voranzutreiben: mit ihrer Unterstützung der Café-Pläne im selben Gebäude, dem Verzicht auf die Stellplatzablöse für das Café, dessen sofortige Aufnahme in den Fördertopf "Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum" – und jetzt mit der Anmietung der beiden Räume.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung