05.04.2021

"T-Band" hat neues Album aufgenommen

Die Band bezog in der Strahlenburg ihr Quartier und nahm dort 16 neue Songs auf. Den ersten Film gibt es jetzt auf Youtube.

Von Micha Hörnle

Schriesheim. Die T-Band macht ihren Fans ein Ostergeschenk: Denn sie ist wieder da. Natürlich, mitten im Dauer-Lockdown, nicht umringt von Publikum, aber immerhin doch per Video. Dieses Mal nicht aus dem "Epicto"-Studio, sondern direkt von Schriesheims Wahrzeichen, der Strahlenburg. Denn dort haben die Rockbotschafter der Stadt ihr Domizil aufgebaut: Im Saal mit seiner imposanten Sandsteinmauer wird geprobt – coronakonform natürlich –, und hier sind auch die Lieder entstanden, die die Gruppe nun digital in alle Welt schickt.






16 Songs sind eingespielt, und die kommen nun fein dosiert, also einer bis zwei pro Woche, unter die Fans. Den professionell gemachten und mit Peter Gabriels "Solsbury Hill" unterlegten Trailer, also den Vorspannfilm, gibt es schon von heute an auf dem Youtube-Kanal der T-Band zu sehen: mit einem Drohnenüberflug und vielen Szenen vom Aufbau – alles in Eigenarbeit. Mit knapp vier Minuten ist der Film eigentlich etwas lang für einen Appetithappen, aber er zeigt doch ganz gut, dass die T-Band trotz einer über einjährigen Zwangspause – das letzte Konzert war im letzten Jahr am Straßenfestsamstag auf dem Obsthof Spieß und davor am ersten Mathaisemarkt-Wochenende – ihren Teamgeist nicht verloren hat. Ja, es gab auch Durchhänger, bestätigt Schlagzeuger Thomas Münster. Und zeitweise war in der sonst so rührigen Band auch Lethargie auszumachen.

Aber dann kam der Weckruf: "Wir müssen was machen!" Ja, ein Online-Konzert wäre gut – aber es musste schon etwas Besonderes sein, etwas, was mit Schriesheim zu tun hat. Und gern auch etwas, das bleibt – "und nicht nur einen Stream, der verpufft", so Münster. Gitarrist Jörg Dalmolin stellte den Kontakt zu den Besitzerfamilien der Strahlenburg her – und gut, dass Marcy Lauer, die selbst auf der Burg wohnt, viel für Musik übrig hat und auch froh war, dass auf der Strahlenburg mal wieder was los war. Für den Gitarristen Wolfgang Amann durchaus ein emotionaler Moment, denn als Ur-Schriesheimer hat er eine enge Beziehung zur Strahlenburg, schon zu Kinderzeiten spielte er oft dort oben – und noch heute hat er das Wahrzeichen von seiner Wohnung aus jeden Tag aus fest im Blick.

"Jeder ließ seine Kontakte spielen", sagt Münster. Und so wurde in Eigenregie das Filmteam aus Dieburger Studenten besorgt wie auch die vielen Teppiche, die zum Schutz des Parketts im Saal liegen. Nach nur einem (wenn auch heftigen) Tag war alles im Kasten, gerade legt Sänger Klaus Schenk am Mischpult den Feinschliff an. Überhaupt war der Burgsaal zeitweise ein kleines Fernsehstudio – und jetzt ist er eben der Probenraum der Formation. Eigentlich üben die Musiker in Münsters Tonstudio in Ilvesheim, aber dort ist es zu eng, Abstände waren dort nicht einzuhalten. Denn eines ist Amann wichtig: Auch auf der Burg geht es coronakonform zu, alles wurde mit dem Ordnungsamt besprochen.

Die Gemeinschaftsaktion gab der T-Band noch einmal einen "unglaublichen Motivationsschub", sie konnte – auch unterstützt von Kai Häfner aus der Heidelberger Freddy-Wonder-Combo – ihr Programm mit neuen Songs auffrischen: "Wir sind gewappnet für die Zeit danach", sagt Amann. Er ist seit über 25 Jahren bei der Band, die in diesem Jahr ihr 30. Jubiläum feiert – wenn sie es denn könnte. Damals wurde sie von Mitarbeitern der Telekom-Außenstelle Mannheim gegründet, daher der Name T-Band. Mittlerweile arbeitet niemand mehr dort, und auch vom Logo her hat sich die Truppe vom Unternehmen emanzipiert: Das "T" ist nun nicht mehr Telekom-Rosa ("Magenta", um genau zu sein), sondern leuchtend rot.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung