12.04.2021

Das Impfen lief hier rasant und reibungslos

Am Wochenende wurde die Mehrzweckhalle zum Mobilen Impfzentrum - Viel Lob für die Organisation - Warteliste für Über-70-Jährige geöffnet

Von Max Rieser

Schriesheim. In Schriesheim nimmt der Kampf gegen die Pandemie Fahrt auf. So wurde am vergangenen Wochenende die Mehrzweckhalle zum Impfzentrum. Seit 29. März konnten sich Impfwillige, die bereits das Alter von 75 Jahren erreicht und ihren Hauptwohnsitz in Schriesheim haben, bei einer eigens eingerichteten Hotline des Rathauses für einen Termin melden.

Ein mobiles Impfteam des Rhein-Neckar-Kreises war am Samstag und Sonntag in der Mehrzweckhalle vor Ort. Das in Schriesheim eingesetzte Team bestand aus Ärzten und medizinischen Fachangestellten, in den Kreis-Impfzentren werden auch Medizinstudenten eingesetzt. Außerdem erhielten sie Unterstützung vom Schriesheimer Ortsverein des DRK und von der DLRG aus Eberbach.

Ein Mitglied des mobilen Impfteams ist Angelika, die wie alle Beteiligten ihren Nachnamen nicht nennen dürfen. Sie sagte auf Nachfrage: "Es ist alles super durchorganisiert, und die Leute sind sehr froh, dass sie sich impfen lassen können." Angelika, sonst im Heidelberger Patrick-Henry-Village tätig, ist bereits seit Januar fast jedes Wochenende im Einsatz, um die Impfungen zu unterstützen. Ann-Kathrin Niedermayer vom DRK berichtete: "Bei der Anmeldung waren einige nervös. Wenn man ihnen dann sagt, dass es wie eine Grippeimpfung ist, sind sie sofort gelassener."

Insgesamt 280 Impfdosen standen der Stadt zur Verfügung. Die eine Hälfte wurde samstags eingesetzt, die andere sonntags. Wer einen Termin zur Erstimpfung erhalten hatte, bekam direkt auch einen am 15. oder 16. Mai für die Zweitimpfung. Gespritzt wurde "Moderna" des gleichnamigen US-Pharmakonzerns. Das ist in der Wirkungsweise, als mRNA-Impfstoff, dem Präparat der deutschen Firma "Biontech" vergleichbar.

Die Pressesprecherin des Rathauses, Larissa Wagner, war mit dem Ablauf sehr zufrieden: "Es geht alles sehr gut und ohne Verzögerungen", berichtet sie. Über eine Warteliste, in die sich auch Personen ab 70 eintragen lassen konnten, wurden ausgefallene Termine direkt weitervergeben. Das freut viele der Wartenden. Wagner sagt: "Das geht alles reibungslos. Wenn jemand absagt, rufen wir die Leute von der Warteliste an, die können dann direkt kommen." Dabei wurde auch häufig Liselore ("Lissy") Breitenreicher kontaktiert, die in den letzten Wochen für viele ältere Bürger ohne Interneterfahrung Impftermine ausmachte. Absagen hätte es vor allem gegeben, weil viele Leute in der letzten Woche das Impfangebot der Hausärzte direkt genutzt hätten, so Wagner.

Beim Hygienekonzept orientierte man sich an dem der Landtagswahlen vor vier Wochen. Nach der Anmeldung an einem eigens eingerichteten Schalter am Eingang warteten die Patienten in einem Wartebereich mit großzügigen Abständen.

Einer der Wartenden, der sich sichtlich über seinen Termin freute, berichtete: "Ich hatte noch nie Probleme beim Impfen, also befürchte ich jetzt auch nichts." Er hatte sich telefonisch angemeldet, auch weil er von langen Wartezeiten im Internet gehört hatte. Vom Wartebereich ging es mit einem Mitarbeiter des DRK in die Haupthalle. Diese wurde bereits am Donnerstag in vier Areale aufgeteilt. Im ersten fand ein Aufklärungsgespräch über den Impfvorgang statt, bei dem die zu Impfenden auch Fragen an einen Arzt richten konnten. Nach einem kurzen Aufenthalt im zweiten Areal, einem Wartebereich, ging es zum Piksen in Zelte. Danach sollten die Behandelten noch 30 Minuten in einem Beobachtungsbereich warten, um Auswirkungen auf den Kreislauf auszuschließen.

Hier wartete auch Barbara Singer nach der Spritze mit ihrem Mann Manfred. Sie berichtet: "Mir geht es sehr gut. Ich lasse mich auch immer gegen Influenza impfen und bin den Vorgang gewohnt." Sie sei außerdem sehr angetan davon, dass die Stadt alles so gut organisiert hatte. Singer war außerdem froh, mit "Moderna" geimpft worden zu sein. Nach den Berichten der letzten Wochen über Sinusvenenthrombosen nach der Behandlung mit dem Präparat des Unternehmens Astra-Zeneca, wäre sie "nicht mit der gleichen Ruhe hier angekommen". Anschließend konnte sie mit einem Aufkleber im Impfpass und einer Impfbestätigung auch schon wieder nach Hause gehen.

Wagner sagte, dass man die Erfahrungen des ersten Tages nutzen wolle, um den Ablauf an den folgenden Einsatztagen noch zu optimieren. So sei es im Eingangsbereich durch den Hall oft sehr laut gewesen, was die Anmeldungsgespräche erschwert habe.

Weitere Termine in der Mehrzweckhalle als Impfzentrum seien bisher nicht geplant. Wagner kann sich aber vorstellen, die Aktion zu wiederholen, sofern der Kreis weitere Impfdosen zur Verfügung stellt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung