13.04.2021

Spender der CDU-Aktion pflanzten ihren Baum im Wald

Zum zweiten Mal kamen nach der Spendenaktion der CDU Setzlinge in den Waldboden. Damit soll sich der dürregeplagte Forst verjüngen.

Von Max Rieser

Schriesheim. Selbst mal einen Baum im Wald pflanzen: Das wünschen sich viele Naturverbundene. Für fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Spendenaktion der CDU Schriesheim um Vorsitzende Christiane Haase wurde dieser Wunsch am Freitag wahr. Stattliche 5318 Euro für neue Bäume im Schriesheimer Wald waren bei der Aktion in nur sechs Wochen zusammengekommen. Der stärkste Spender war der Obst- und Gartenbauverein. Von dem Geld konnten 500 junge Bäume angeschafft werden, um den klimageschädigten Forst bei der Verjüngung zu unterstützen.

Um 10 Uhr morgens ging es für die Waldfreunde zu Fuß vom Wanderparkplatz am Rückhaltebecken zu einer kleinen Lichtung am oberen Leichtersbergweg – also im Grunde am Hang des "Weißen Steins" – auf Schriesheimer Gemarkung. Angeführt wurde die Gruppe von den beiden Schriesheimer Revierförstern, die den Fußmarsch nutzten, um auf Probleme des Waldes einzugehen, die auch für Schriesheim gelten: Der Dürresommer 2018 hat den deutschen Wäldern irreparable Schäden zugefügt. Tiefere Erdschichten, aus denen sich viele Bäume das nötige Wasser holen, sind ausgetrocknet. Langanhaltende Regenfälle gibt es nur noch selten – und so fehlt den Pflanzen die nötige Flüssigkeit. Hinzu kommen Borkenkäfer und Pilzbefall, die den Wäldern zusetzen und großflächige Rodungen nach sich ziehen.

Um diesen Phänomenen vorzubeugen, setzen die Förster und Forstwirte auf neue Sorten. Lerchen, Buchen, Roteichen und Linden werden in diesem Frühjahr vorwiegend im Gebiet um Schriesheim gepflanzt. Auf dem Weg zeigen die Förster auch die ersten Triebe, die durch Naturverjüngung zu dieser Jahreszeit aus dem Boden schießen. Dabei handelte es sich vor allem um Eichen und Buchentriebe, die mit den örtlichen Gegebenheiten gut zurechtkommen.

Die Naturverjüngung mache den größten Teil aus, so die Forstexperten: "Wir pflanzen seit 2019 zwischen 3000 und 5000 Bäume im Jahr. Die Natur bringt aber Hunderttausende neue Pflanzen hervor." Sie bemerkten außerdem, dass Monokulturen im Wald kaum mehr ein Thema seien: "Da ist die Wahrnehmung falsch, das gibt es so eigentlich schon seit Jahren nicht mehr." Ein Faktor, der die nötige Durchmischung der Sorten teilweise erschwere, ist Wildverbiss. Rehe würden sich gern die Triebe der unbekannten Pflanzen suchen, um ihren Speiseplan etwas aufzupeppen – was die angestrebte Durchmischung doch sehr erschwert.

Nach knapp 20 Minuten waren alle Beteiligten an der ausgewiesenen Lichtung, an der die Forstwirte Simon Djuric und Jacob Eisen zusammen mit Praktikant Florian Michel schon zwei Eichen- und 13 Feldahorn- und Elsbeerensetzlinge zum symbolischen Einpflanzen vorbereitet hatten. Außerdem war der Adlerfarn entfernt worden, der als Kulturschädling den Jungpflanzen Licht und Nährstoffe aus dem Boden stiehlt. Der Standort sei extrem, so die Förster: "Im Sommer scheint die Sonne mehrere Stunden am Tag auf den Hang." Das mache die Verjüngung schwierig. Lediglich einige Buchen und Birken hätten sich von selbst angesiedelt. Die Waldarbeiter erzählen, dass die Schneise, an der jetzt gepflanzt wird, schon seit dem Orkan "Wiebke" im Jahr 1990 besteht.

Christoph Randt ist einer der Spender, die an der Aktion beteiligt waren. Ihm sei es wichtig gewesen, die Forstschäden richtig gezeigt zu bekommen und einen Beitrag zu leisten, um den Wald zu erhalten. Auch eine Baumpatenschaft könnte er sich gut vorstellen. Seit seinem Ruhestand sei er häufig auf den Wanderwegen um Schriesheim unterwegs: "Es gibt hier einfach viele Möglichkeiten zum Wandern, und die Höhenunterschiede und Ausblicke sind sehr, sehr schön." Randt befürchtet, dass geplante Windräder das Idyll stören könnten – und würde sich einen Windpark eher in Industriegebieten wünschen.

Auch Daniel Schollenberger zeigte sich angetan von der Aktion, bei der er sich auch über den informativen Teil freute: "Man konnte mal sehen, wie so ein Baum im Wald gepflanzt wird, das kriegt man ja sonst nicht mit." Er ist begeistert, dass sich so viele Spender an der Aktion beteiligt hatten, um dem gestressten Wald zu helfen. Schollenberger würde sich freuen, wenn es dieses Jahr wieder einen Spendenaufruf gäbe: "Am besten noch breiter aufgestellt, damit wir noch mehr bewirken können."

Nach einer guten halben Stunde waren alle 15 Bäumchen eingepflanzt und mit einer Schutzhülle gegen den Wildverbiss sowie einem kleinen Pfahl zum Stabilisieren versehen. Spender, Forstwirte und Revierförster waren gleichermaßen zufrieden, auch wenn die Spender-Helfer etwas langsamer waren als die Profis: "Wir schaffen normalerweise um die 50 Bäume in der Stunde", lacht Djuric.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung