08.05.2021

Senioren sind jetzt schon fit in Sachen Internet

Senioren sind jetzt schon fit in Sachen Internet

Die Mitarbeiterinnen der Volksbank Kurpfalz, Laura Stangl (links) und Liane Engelhardt (im kleinen Fenster), halfen beim „Digitalen Engel“-Kurs zum Thema Online-Banking. Foto: Dorn
Der "Digitale Engel" half wieder mal bei einer vom Begegnungszentrum "Mittendrin" organisierten Videokonferenz weiter

Schriesheim. (max) Am vorletzten Mittwoch ging es wieder ins Netz. Der zweite Teil des Programms des "Digitalen Engel" beschäftigte sich mit dem Thema "Online-Banking". Abgehalten wurde Schulung auf der Videokonferenz-Plattform "Zoom. Der erste Teil des Angebots des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fand zwei Wochen zuvor statt und beschäftigte sich mit Einstiegsfragen rund um das Thema Smartphone und Tablet. Im Rahmen des Bundesprogramms "Deutschland sicher im Netz" sollen hier vor allem Interessierte höheren Alters in alle Begebenheiten des Internets eingeführt werden.

In Zusammenarbeit mit dem evangelischen Begegnungszentrum "Mittendrin" unter der Leitung von Christine Vierling berieten die Experten Johannes Diller und Monika Schirmeier die älteren Schriesheimer Bürgerinnen und Bürger zu allen Fragen des Bankings im Internet. Um einige praktische Beispiele zu geben und von der Anmeldung bis zur Überweisung alles einmal durchzuspielen, hatte sich die Volksbank Kurpfalz bereit erklärt, dieses "Seminar" zu unterstützen. Dafür waren die beiden "Digitalen Lotsen" Laura Stangl und Liane Engelhardt mit von der Partie. Die beiden sind auch im normalen Betrieb der Bank für die Einweisung in das Online-Banking für Mitarbeiter und Kunden betraut und konnten viele Fragen beantworten und alles anschaulich darstellen.

Mit rund 15 Teilnehmern war die Veranstaltung zwar nur halb so gut besucht wie der erste Teil, das könnte aber auch dem spezifischeren Thema geschuldet gewesen sein. Weniger Fragen gab es trotzdem nicht, und auch diesmal konnten viele schon mit ihrem Vorwissen glänzen. Es fiel auch auf, dass keiner der Teilnehmer Probleme bei der Einwahl in die Veranstaltung hatte.

Eine Teilnehmerin gab zu bedenken, dass die Bank, die ihr Vater besuchte, ihre Filiale in Schriesheim schloss, als dieser 86 Jahre alt war. Er konnte ab diesem Zeitpunkt die Bankgeschäfte nicht mehr selbst erledigen. Ihr war es wichtig, für alle Fälle gewappnet zu sein und sich bis ins hohe Alter selbst um ihre Geldangelegenheiten kümmern zu können. Ein Ehepaar, das gemeinsam teilnahm, war schon weitestgehend firm mit der Materie. Sie wollten insbesondere Gefahren kennenlernen, die es zu vermeiden gilt. Es sei ihnen wichtig, nicht zu denjenigen zu gehören, die, wenn etwas passiert, sagen müssen: "O Gott, davon hab ich nichts gewusst."

Diller stellte klar, dass man nicht alles über das Online-Angebot der Banken machen müsse, es aber ein praktisches Zusatzwerkzeug sei, um seine Finanzen jederzeit und überall im Blick zu haben.

Neben grundlegenden Dingen – Wie melde ich mich an? Oder: Wie drucke ich einen Kontoauszug aus? – ging es vor allem um Sicherheitsfragen, die für viele der Teilnehmer eine wichtige Rolle spielten. Durch Sicherheitsmechanismen und die "Transaktionsnummern", kurz TAN, auf einem Extra-Gerät sei das Sicherheitsrisiko nicht höher als auf einem klassischen Überweisungsträger. Benutze man dann keinen Hotspot, sondern das heimische WLAN und sichere Passwörter, könne nicht mehr viel schiefgehen. Der "Digitale Engel" zeigte auch Beispiele von sogenannten "Phishing"-E-Mails. In ihnen werden Nutzer aufgefordert, sensible Daten einzugeben oder externe Links anzuklicken. Darüber können dann Daten und letztlich Geld gestohlen werden. Beachte man die Adresse, von der die E-Mail komme, stelle sich schnell heraus, dass es keine seriösen Absender seien. Auch würden Banken niemals die Eingabe von persönlichen Daten über E-Mails fordern. Dazu würden Kunden immer einen Brief per Post bekommen. Sei man sich unsicher, könne man aber jederzeit bei der eigenen Bank nachfragen.

Nach guten 90 Minuten waren die meisten Unsicherheiten aus der Welt geschafft. Das Feedback war durchweg positiv, und alle stimmten zu, etwas gelernt zu haben.

Diejenigen, die nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnten, sich aber auch gern über virtuelle Themen informieren würden, können jederzeit an den Terminen des "Digitalen Engel" auf der Internetseite www.digitaler-engel.org teilnehmen. Die Online-Trainer verwiesen außerdem auf weitere Internetseiten wie www.wissensdurstig.de, die beim Umgang mit Online-Angeboten helfen könnten.

Christine Vierling dankte den Vortragenden wie den Teilnehmern. Sie würde sich außerdem über Rückmeldungen freuen, welche Fragen die Besucher des "Mittendrin" rund um das Thema Internet haben, um die geplante Sprechstunde genau darauf auszurichten.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung