17.05.2021

Impfaktion: Schriesheimer sind froh über ihr Impfzentrum

Impfaktion: Schriesheimer sind froh über ihr Impfzentrum

Zum zweiten Mal gastierte am Samstag und Sonntag ein mobiles Impfteam des Kreises in der Mehrzweckhalle. Es sah dort diesmal etwas anders aus als bei der Premiere. Weil es nun keine Anamnese mehr gab, reichten die zwei Impfkabinen. Foto: Dorn
Rund 240 Menschen erhielten am Wochenende die zweite Corona-Impfung in der Mehrzweckhalle - Weitere Aktion mit Hausärzten?

Von Max Rieser

Schriesheim. Nach diesem Wochenende hat Schriesheim 240 durchgeimpfte Personen mehr. Denn Samstag und Sonntag gastierte zum zweiten Mal ein mobiles Impfteam des Kreises in der Mehrzweckhalle. Aufgebaut wurde schon am Mittwoch, lediglich letzte Arbeiten mussten am Samstagmorgen noch erledigt werden.

Genau gleich wie beim ersten Termin vor sechs Wochen sah es in der Halle allerdings nicht aus; diesmal wurde sie nur zur Hälfte genutzt. Das war aber kein Zufall, wie die Ansprechpartnerin der Stadt Schriesheim, Julia Nußhag, berichtete: "Diesmal gibt es ja keine Anamnese mehr, darum reichen die zwei Impfkabinen." Sonst gab es nur einen Wartebereich für diejenigen, die auf den Piks warteten, und einen für jene, die es schon geschafft hatten. Bei der Anmeldung hatte man vom ersten Termin gelernt und nur zwei Plätze eingerichtet, um den Geräuschpegel möglichst gering zu halten, was bei der Akustik im Eingangsbereich der Halle schwierig war: "Wenn es sehr hallt und alle eine Maske tragen, versteht man sich fast nicht." Dieses Problem konnte durch die Entzerrung ausgeräumt werden.

Alles andere ging seinen gewohnt professionellen Gang. Keine Schlangen, keine Ansammlungen. "Hier ist viel Platz, es gibt einen großen Parkplatz, und alles ist barrierefrei. Außerdem weiß hier jeder, wo die Mehrzweckhalle ist", so Nußhag. Dies und die unkomplizierte Anmeldung machten das Impfen am Sportzentrum für die Schriesheimer so attraktiv. Das fand auch Eugen Kunkel, der gerade auf seine zweite Dosis des Moderna-Präparates wartete. Aufgeregt sei er nicht. Schon nach der ersten Impfung habe er, abgesehen von einem Ziehen im Arm, "überhaupt keine Probleme" gehabt. Für ihn sei das Angebot "hervorragend". Fast kein Durchkommen sei bei den regulären Impfzentren gewesen. Bei der eigens eingerichteten Hotline der Stadt dagegen habe er bereits am nächsten Tag einen Termin bekommen. Nußhag berichtete, dass es auch gerade für Gehbehinderte von Vorteil sei, nicht aus Schriesheim herauszumüssen. Das Feedback nach der ersten Impfung sei durchweg positiv gewesen.

Nahm jemand seinen zweiten Termin nicht wahr, war die Vergabe des Präparates aber etwas schwieriger. Beim ersten Impfwochenende konnten die übriggebliebenen Dosen an Menschen auf einer Warteliste vergeben werden. Bei der zweiten Impfung war das nicht möglich, da die meisten schon einen zweiten Termin hatten und keine Erstimpfungen vorgenommen werden konnten, berichtete ein Impfteam-Mitglied. Das sei aber laut Nußhag weniger schlimm gewesen, da es kaum Nachfragen gegeben und nur eine Person auf der Warteliste gestanden habe.

Rund 25 Menschen, Mitarbeiter der Stadt, des mobilen Impfteams, Helfer des DRK und der DLRG, sorgten für einen reibungslosen Ablauf, der gut ankam. Bernd Sagstetter wartete am Samstagvormittag noch die obligatorischen 20 Minuten nach seiner zweiten Dosis. Er habe eine "normale Impfreaktion, also keine Schmerzen, kein Fieber", nach der ersten Spritze gehabt. Auch jetzt habe er keine Bedenken. Er sei "sehr erleichtert", dass es das Angebot in Schriesheim gab: "Hier ging es reibungslos." Udo Sagstetters Frau Michaela hatte ihren Termin am Sonntag. Sie durfte sich als "pflegende Angehörige" ebenfalls impfen lassen und fand es "sehr praktisch, dass das in Schriesheim geht".

Eine weitere Impfaktion in der Mehrzweckhalle durch die mobilen Teams ist laut Nußhag nicht geplant. Da die Hausarztpraxen aber platztechnisch langsam an ihre Grenzen kämen, könnte man sich vorstellen, die Halle für einige Sammeltermine der Hausärzte freizugeben. Das sei aber noch in der Planung und "nicht spruchreif".

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung