16.06.2021

Hoffnungen der Kinder und Eltern enttäuscht - Spielplatz und kein Ende

Hoffnungen der Kinder und Eltern enttäuscht - Spielplatz und kein Ende

Elternsprecherin Martina Haas setzte sich im Ortschaftsrat für die Neuplanung des Spielplatzes ein. D Foto: Dorn
Jetzt hat sich erst mal die Stadtverwaltung auch einen Anwalt genommen. Rechtssicherheit gehe vor Neuplanung des Geländes, sagt Bürgermeister Höfer. Nur wird eine weitere Verzögerung befürchtet.

Schriesheim-Altenbach. (hö) Das Dauerdrama um den einzigen Spielplatz im Ortsteil will kein Ende finden. Nicht nur, dass Martina Haas, die als Sprecherin vieler Eltern, monierte, dass momentan auf dem Areal das Gras fast meterhoch steht: "Wenn sich ein Kind Zecken holen will, soll es auf den Spielplatz gehen." Sie bat auch inständig darum, dass endlich die Neuplanung der Spielflächen in Angriff genommen wird – zumindest auf dem Bereich, der in Besitz der Stadt ist. Alle Beteiligten "sollten sich endlich zusammenraufen".

Doch im Moment sieht es dafür schlecht aus: Zwar stimmte bereits in der März-Sitzung der Ortschaftsrat mit großer Mehrheit dafür, den städtischen Teil des Areals nach den Plänen des Schriesheimer Planers Rolf Schwarz zu gestalten, doch schwelt weiterhin der Streit, wie (oder ob) ein Anwohner eine Zufahrt zu seiner Wiese hinter dem Spielplatz erhält. Das Spielplatzareal ist mit 350 Quadratmetern eigentlich zu klein, eine mögliche Zufahrt – diese war im letzten Herbst zwischen der Stadt und dem Grundstückseigentümer im Grundsatz vereinbart worden – würde es noch kleiner machen. Dieser Streit eskaliert im Moment eher, als dass er gelöst wird. Denn wie Bürgermeister Hansjörg Höfer den Ortschaftsrat informierte, habe sich nun auch die Stadtverwaltung einen Anwalt genommen, nachdem der Grundstücksbesitzer schon länger einen juristischen Beistand hat. Höfer sagte, er wolle keinen Rechtsstreit, aber er wolle Rechtssicherheit, deswegen könne das Rathaus die Schwarz-Planungen noch nicht umsetzen. Er wolle sich nicht bei einem etwaigen Prozess vom Richter fragen lassen, ob er nicht alles getan habe, eine Lösung zu finden. Höfer hätte "kein Problem, noch heute eine zu finden". Wieso er aber – auch ohne Rechtsanwalt – nicht auf den Anwohner zugegangen ist, um einen gemeinsamen Weg zu finden, darüber sagte Höfer nichts.

Im Ortschaftsrat traf Höfers Aussage auf Unverständnis, hatte doch fast jeder damit gerechnet, der Bürgermeister würde verkünden, dass mit den Neuplanungen trotz aller juristischen Unwägbarkeiten längst begonnen worden sei. "Das kann ich nicht nachvollziehen", ärgerte sich Heike Lukhaup (Grüne Liste) – und verwies auf den Grundsatz-Beschluss des Ortschaftsrates vom März: "Wir gingen davon aus, dass der umgesetzt wird." Im Grunde sei doch "alles da" – fertige Planungen, Geld im Haushalt und der Wille des Ortschaftsrates –, "wir wünschen uns, dass der Spielplatz noch dieses Jahr umgesetzt wird".

Auch Hermann Pröll (Freie Wähler) "fehlt das Verständnis, wieso der Spielplatz immer noch nicht auf dem städtischen Gelände geplant ist". Nun gehe es wieder ausschließlich um Rechtsfragen, die das Vorhaben erheblich verzögern würden. Höfer entgegnete, dass für die Stadt Rechtssicherheit an oberster Stelle stehe. Nur: Wenn dem so ist, wieso hat sich dann das Rathaus nicht schon zu Beginn der Diskussion um das Grundstück, also vor mindestens zwei Jahren, einen Anwalt genommen? Insofern sind die Schwarz-Planungen erst einmal für die Katz.

Immerhin wurde am gestrigen Dienstag das Gras auf dem Spielplatz gemäht. Der Altenbacher Bauhof sei mit zwei Mann tendenziell unterbesetzt, so Kraus. Und in den letzten Wochen sei die Vegetation explodiert. Dabei gelte der Grundsatz beim Mähplan des Bauhofs: "zuerst den Friedhof und den Spielplatz".

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Dort stand das Gras zuletzt meterhoch. Foto: Dorn

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung