16.06.2021

Wo es den digitalen Impfpass gibt

Allerdings gab es teilweise technische Störungen. Manche Apotheken brauchen etwas länger, weil sie noch nicht im System sind.

Von Max Rieser

Schriesheim. Seit Montag gibt es ihn, den digitalen Impfausweis, der vieles erleichtern soll. Denn endlich wieder unbeschwert reisen, zum Sport oder ins Restaurant, das geht momentan mit am einfachsten für Geimpfte. Bei vielen sieht das kleine gelbe Heft, der Impfausweis der Weltgesundheitsorganisation, deshalb schon etwas ramponiert aus. Um dem entgegenzuwirken und das Mitführen zu vereinfachen, gibt es jetzt die digitale Variante auf dem Handy. Überall ist er noch nicht erhältlich, da das System des Robert-Koch-Instituts nach und nach über die Apothekenverbände an die einzelnen Filialen verteilt wird. Aber wie funktioniert es genau, und welche Apotheken bieten den kostenlosen Service schon an? Die RNZ hat nachgefragt.

> Apotheke im Dok:Tor: Hier wird das Verfahren bereits seit Montag angeboten. Interessierte können mit ihrem Impfpass oder dem Zertifikat der Impfzentren und dem Personalausweis in die Apotheke kommen, berichtet Denise Rajkovic. In der Apotheke wird überprüft, ob die Dokumente übereinstimmen. Innerhalb weniger Minuten können die Mitarbeiter dann einen Ausdruck mit einem QR-Code erstellen. Der kann dann in die bevorzugte App wie die "Corona-Warn-App" oder die "Cov-Pass"-App eingelesen werden. Am gestrigen Dienstag war das System allerdings für mehrere Stunden nicht abrufbar, was den Druck auf die Apotheken erneut erhöhte: "Ich habe jetzt hier 20 Impfpässe liegen und kann die seit einer Stunde nicht bearbeiten", sagt Rajkovic. Sie schätzt, dass das System schlicht überlastet sei.

> Sonnen-Apotheke: Auch hier steht das Angebot bereits seit Montag zur Verfügung. Friederike Jürgens sagt: "Wenn alles funktioniert, klappt das sehr gut." Die Nachfrage sei zwar hoch, aber in einem Rahmen, "den ich gut bearbeiten konnte", wie sie sagt. Innerhalb weniger Sekunden sei das Zertifikat erstellt, und die Kunden wären versorgt. Trotz personellen Engpasses beim Wochenstart sei alles reibungslos vonstattengegangen. Jürgens weist darauf hin, dass man die beiden Ausdrucke (pro Impfung einen), aber gut verwahren solle, falls einem das Smartphone abhandenkäme. Auch bei der Sonnen-Apotheke war das System am Dienstagvormittag für mehrere Stunden nicht erreichbar. Die Kunden waren laut Jürgens aber "sehr geduldig".

> Hof-Apotheke: Da die Apotheke nicht im Landesapothekerverband (LAV) organisiert ist, muss sie das Programm selbstständig anfordern. Dadurch ist der digitale Impfpass erst ab nächster Woche in dieser Apotheke verfügbar, wie Mitarbeiterin Marion Weber berichtet.

> Strahlenburg-Apotheke: Die Kunden der Apotheke in der Friedrichstraße müssen sich noch etwas gedulden, berichtet Inhaber Robert Long: "Wir warten noch auf den Registrierungscode", sagt er. Der Antrag wurde von ihm bereits zu Beginn der Woche gestellt, bisher kam aber noch nichts: "Ich hoffe, dass wir bis Ende der Woche dabei sind", sagt Long.

Frank Eickmann, Pressesprecher des Landesapothekerverbandes (LAV) Baden-Württemberg, sagt zu den Störungen im System auf RNZ-Anfrage am Dienstag: "Wir wissen noch nicht genau, woran es liegt. Bei manchen läuft es wie geschnitten Brot, bei anderen hakt es." Es seien zwei digitale Portale, die miteinander kommunizierten. Zum einen der Server des Verbandes und zum anderen die Log-in-Server der Apothekerschaft. Wo der Fehler liege, sei noch unklar, könne aber wahrscheinlich zeitnah festgestellt werden. Für die kurze Vorbereitungszeit würde es enorm gut laufen, und kleinere Startschwierigkeiten seien zu erwarten gewesen, so Eickmann. Der Start sei trotzdem sehr gut gelaufen, und "am ersten Tag konnten schon Hunderttausende Zertifikate erstellt werden". Kunden und Apotheken hätten dem LAV sehr positive Rückmeldungen abgegeben.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung