15.07.2021

Altenbach: Bürgermeister-Kandidat Oeldorf zu Gast im Ortschaftsrat

Altenbach: Bürgermeister-Kandidat Oeldorf zu Gast im Ortschaftsrat

Bürgermeisterkandidat Christoph Oeldorf (rechts) hörte sich die Altenbacher Ortschaftsratssitzung an, begleitet wurde er vom Fraktionssprecher der Freien Wähler, Bernd Hegmann (Mitte). Links der ehemalige Standesbeamte Wilhelm Körbel. Foto: Dorn
Ein Nachbarschaftsbesuch und ein erster Ortstermin im Wahlkampf. Beim Wasser wurden keine Gewinne erwirtschaftet.

Schriesheim-Altenbach. (hö) Der Bürgermeisterkandidat von CDU und Freien Wählern, Christoph Oeldorf, absolviert seine ersten Ortstermine: Am Montagabend war er unter den Zuhörern der Altenbacher Ortschaftsratssitzung, am Dienstag dann in Ursenbach. Für den Wilhelmsfelder Bürgermeister sind die Schriesheimer Odenwaldstadtteile kein Neuland – gerade wegen der gemeinsamen Wasserversorgung. Bei seinen Terminen begleitete ihn in Altenbach der Fraktionssprecher der Freien Wähler, Bernd Hegmann, und in Ursenbach Freie-Wähler-Vorsitzender Klaus Hartmann. Bemerkenswert ist, dass es dabei nicht zum Zusammentreffen mit seiner grünen Mitbewerberin Fadime Tuncer kam, die sonst, zumindest in Altenbach, ein recht regelmäßiger Gast der Ortschaftsratssitzung ist.

Herr Oeldorf, das war ja wohl Ihr erstes Mal beim Altenbacher Ortschaftsrat?
Ja, wenn man eine Bürgermeisterkandidatur ernst nimmt, sollte man schon mal eine Sitzung besucht haben. Dazu gehört die Einarbeitung in die Themen der Stadtteile.

Nun liegt ja Altenbach näher an Wilhelmsfeld als an Schriesheim. Welche Gemeinsamkeiten sehen Sie?
Die topografische Lage schafft gemeinsame Probleme und Herausforderungen, zum Beispiel beim Bau oder der Sanierung von Hangstraßen. Aber es hat auch seinen Reiz, denn die Leute haben sich ja bewusst dazu entschieden, im Gebirge zu wohnen.

Nun ist ja Wilhelmsfeld im Gegensatz zu Altenbach selbstständig…
Ja, aber auch wenn Altenbach nicht mehr selbstständig ist, gibt es doch die Vorteile einer größeren Verwaltung, die zu Synergien führt. Aber zugleich gibt es Probleme, die ernst genommen werden müssen.

Die Altenbacher haben den Ruf, recht diskussionsfreudig zu sein …
Ja, das muss aber nichts Negatives sein, denn das heißt, dass sie sich für die Vorgänge im Ortsteil interessieren. Ich finde es gut, wenn es in einem Dorf eine Diskussionskultur gibt.

Ist das in Wilhelmsfeld genauso?
Ja, schon. Streit gibt es eher bei Kleinigkeiten oder in der Umsetzung, aber einig ist man sich im Ziel und den großen Projekten.

Auf der Ortschaftsratssitzung ging es auch um die Wasserversorgung und den Wasserpreis – dafür sind Sie als Wilhelmsfelder Bürgermeister mit zuständig. Ist in Altenbach die Versorgung komplizierter als in Schriesheim?
Ja, deutlich komplizierter und teurer als in der Ebene, vor allem wegen der langen Transportstrecke und der Pumpen. Dazu liegen auch viele Strecken im Wald. Die Wasserversorgung ist also längst nicht so rentabel wie in den Großstädten. Hier haben wir sozusagen pro Einwohner deutlich mehr Wasserleitung.

Es gab bei der Sitzung Kritik, dass das Wasser des Eichelberg-Verbandes unverhältnismäßig teuer sei. Stimmt das?
In keinem Fall werden Gewinne erwirtschaftet. Unser Netz ist eher spartanisch aufgebaut, es werden nur die Kosten weitergegeben. Vielleicht gäbe es durch technische Neuerungen zumindest ein bisschen Einsparpotenzial.

Zwei große Wasserrohrbrüche in nur fünf Jahren auf Altenbacher Gebiet deuten zumindest daraufhin, dass das Netz überaltert ist.
Ja, es hat schon ein gewisses Alter. In näherer Zukunft sollte man über eine Erneuerung nachdenken. Dass es in Altenbach gleich zweimal zu Rohrbrüchen kam, ist schon ärgerlich. Da hilft es auch wenig, wenn man auf die spezielle Situation des letzten Rohrbruchs, nämlich der Verlegung in einer steilen Straße, hinweist. Im öffentlichen Raum sind solche Vorkommnisse zum Glück aber recht selten, meist passiert das auf Privatgrundstücken. Aber Rohrbruch bleibt eben Rohrbruch.

Was haben Sie als Bürgermeisterkandidat für Altenbach vor?
Man sollte den Ortsteil behutsam weiter entwickeln. Nicht schlecht wäre es, wenn es wieder einen Lebensmittelmarkt gäbe. Für den kann eine Kommune allein nicht sorgen, er muss sich wirtschaftlich selbst tragen. Da hatten wir in Wilhelmsfeld Glück: Nach kurzer Unterbrechung machte im letzten Jahr eine neue Pächterin weiter.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung