19.07.2021

"Horses and Heroes" in Schriesheim: Historisch nicht korrekt, aber eine bunte Show

"Horses and Heroes" beim Reitverein: Die Handlung des Ritterspektakels wurde nach Schriesheim verlegt und bot viele Stunts.

Schriesheim. (nare) "Sei gegrüßt, Volk von Schriesheim", hieß Andreas Merkel die Besucher der Rittershow am Samstagnachmittag auf dem Gelände des Reit- und Fahrvereins willkommen. Dort gastierte Merkel an diesem Wochenende mit seiner Pferdeshow "Horses and Heroes". Drei unterschiedliche Shows wurden Pferdefreunden aus der Region geboten, die von einer Comedyshow bis zu einer Feuershow reichte. Den Auftakt machte eine Rittershow, die die Besucher in die Zeit des Mittelalters versetzte. Merkel, der durch das gesamte Programm führte, war begeistert von dem Empfang: "So ein herzlicher und toller Verein. Wir wurden gleich bekocht wie bei Mutti", berichtete er strahlend.

Dass die Pferdeshow, die ihren Hauptstandort eigentlich im Elsass hat, überhaupt nach Schriesheim kam, verdankten die Besucher in gewisser Weise der Pandemie und nicht zuletzt dem Lebensgefährten von Merkels Tochter. Denn als die Show im vergangenen Jahr in Frankreich nicht spielen durfte, kam dieser auf die Idee, bei deutschen Vereinen anzufragen. Und so ergab sich aus der Idee des letzten Jahres auch eine Tour in diesem Jahr, die nun beim Schriesheimer Reit- und Fahrverein Halt machte. Die Gastspiele bei den Reitvereinen hätten sich bewährt, da beide Seiten davon profitieren können, berichtete Merkel. Und auch die Erste Vorsitzende, Cornelia Schmidt, hoffte, durch die Veranstaltung etwas Aufmerksamkeit für den Verein zu bekommen. Denn das letzte Jahr sei anspruchsvoll gewesen. Man habe ganz normal weiter laufende Kosten gehabt, obwohl man keine Veranstaltungen habe machen können, um Einnahmen zu generieren. Zudem müsse der Verein ein Voltigierpferd kaufen, da eines ihrer Pferde aus gesundheitlichen Gründen ausfalle. "Wir sind froh um jede Unterstützung", so Schmidt, die sich über die gute Resonanz auf die angebotenen Shows freute. "Es ist ein anstrengend schöner Stress", fasste sie das Wochenende für ihren Verein zusammen. Doch man sehe so viele Augen leuchten, das mache jeden Stress wieder wett.

Und die Augen leuchteten ganz besonders, als schließlich die Rittershow begann, die für Pferdefreunde eine bunte Vielfalt und einen beeindruckenden Einblick in die Arbeit zwischen Mensch und Tier zu bieten hatte. Merkel hatte die Handlung kurzerhand nach Schriesheim verlegt und so stand im Zentrum der Show die Geschichte rund um Otto von Strahlenberg und seiner Frau Adelheid von Heidelberg, die gemeinsam mit ihrem Kind von ihrem Vater entführt wurde, der gegen die Ehe mit Otto von Strahlenburg war. Um seine Frau zurückzugewinnen, galt es für Otto, zahlreiche Aufgaben zu lösen und einen Ritterkampf zu gewinnen. Imposante Szenen spielten sich bei der Show aber nicht nur dann ab, wenn die Ritter während des Kampfes im Galopp in beeindruckendem Tempo mit ihren Lanzen aufeinander zuschossen, sondern auch dann, wenn es darum ging, auf dem Rücken zweier Pferde stehend, einen Parcours zu meistern, der sogar mit einem kleinen Sprung über ein Hindernis endete. Die prächtig geschmückten Pferde beeindruckten das bunt gemischte Publikum ebenso wie die kostümierten Reiter, die auf ihren Rücken akrobatische Kunststücke vollführten. Dabei gab das Team einen Einblick in die unterschiedlichsten Bereiche des Pferdesports.

So gab es neben den eindrucksvollen Pferden auch ein Shetlandpony, das Zirkuslektionen vorführte, eine Szene mit angespannter Kutsche sowie ein Beispiel von feiner Kommunikation zwischen Mensch und Pferd in der Freiarbeit vom Boden aus. Und am Ende konnten die zahlreichen Zuschauer den Sieg Ottos beklatschen.

Für die vielen begeisterten Kinder, die die Show mit ihren Familien besucht hatten, gab es am Ende sogar noch die Gelegenheit, die Showpferde zu streicheln. Und spätestens dann leuchteten die Augen ganz besonders. So auch die der siebenjährigen Lara, die mit ihrer Familie aus der Nähe von Worms angereist war. Ihre Blicke galten ganz besonders einem gescheckten Pferd, das bei der Aufführung mitgewirkt hatte. Und auch ihrer ebenfalls pferdebegeisterten Mutter hatte die Show gut gefallen. "Von der Darbietung her war es toll, sie haben wirklich schöne Sachen gemacht". Und für Lara war der Abend der perfekte Auftakt in den Reiturlaub, der für sie in dieser Woche vor der Tür steht.

Doch nicht nur das Publikum war mitgerissen. Auch Merkel war begeistert von seiner Station in Schriesheim. Und auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, auch im nächsten Jahr wieder bei dem Verein zu gastieren, kam eine klare Antwort: "Wir wären doof, wenn wir nicht wiederkämen."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung