22.07.2021

Es gibt ein Straßenfest, aber es wird alles anders

Es gibt ein Straßenfest, aber es wird alles anders

Bürgermeister Hansjörg Höfer (l.) und Ordnungsamtsleiter Achim Weitz (2.v.l.) stellten mit den „Mitmachern“, darunter den Artisten Jochen und Avital Pöschko (obere Reihe, 1. und 3.v.l.), Manuel Bretschi von der Winzergenossenschaft (r.), Klaus Schenk von der „T-Band“ (untere Reihe, 2.v.r.) sowie Weinkönigin Sofia Hartmann (r.), das Programm für das „Ersatz-Straßenfest“ am ersten Septemberwochenende vor. Foto: Dorn
Das Programm für die Ersatzveranstaltung steht. Es gibt ein Varieté in der Kirchstraße, Musik im Schulhof und Rummel am Festplatz.

Von Micha Hörnle

Schriesheim. Ja, es wird wieder ein Straßenfest geben, "aber keines, wie wir es kennen", sagte Bürgermeister Hansjörg Höfer am gestrigen Mittwoch, als das Programm fürs erste Septemberwochenende vorgestellt wurde. Im Grunde orientiert sich die Veranstaltung an der Art und Weise, wie schon im letzten Jahr gefeiert wurde: ein Varieté in der Kirchstraße, einen kleinen Rummel auf dem Festplatz, neu hingegen ist Live-Musik vor dem Zehntkeller auf dem Unteren Schulhof, der auch bewirtschaftet wird.

Fürs Varieté sorgen wie gehabt die Schriesheimer Avital und Jochen Pöschko mit ihrer bunten Truppe, die im Moment in der gesamten Region auftritt und die sich auf ihr Heimspiel freut. Die Musik kommt von drei Bands, die man vom "regulären" Straßenfest gut kennt: der "T-Band" als Lokalmatador, "Gonzo’s Jam" aus dem Sinsheimer Raum und "Just for Fun" aus Mannheim. "T-Band"-Frontmann Klaus Schenk ist bis in die Haarspitzen motiviert, den Schulhof in einen Hexenkessel zu verwandeln: "Genug Zeit zum Üben hatten wir ja", grinst er – und kündigt eine Menge neuer Lieder an. Für die Bewirtung sorgen im Schulhof die Winzergenossenschaft und das Weingut Wehweck sowie der "Goldene Hirsch", in der Kirchstraße die Weingüter Bielig und Jäck sowie das "Kaffeehaus", das "Mittendrin" und das "HandWerk". Das ganze Programm ist so angelegt, dass die Besucher nach dem Varieté den Abend bei Live-Musik im Schulhof ausklingen lassen können, wie Ordnungsamtsleiter Achim Weitz erklärt.

Auf dem Festplatz gastiert, wie im letzten Jahr, die Ingelheimer Schaustellerfamilie Blum mit Kinderkarussells und ein paar Buden: "Es war schon schwer, überhaupt Schausteller nach Schriesheim zu holen", berichtet Weitz. "Die meisten Betriebe haben ihre Stände eingelagert, und eine Woche nach Schriesheim zu fahren, lohnt sich für die meisten nicht." Diana und Randy Blum kommen bereits eine Woche vor dem Straßenfest hierher.

Dass es im Vorfeld erheblichen Unmut unter den Vereinen gegeben hat, die dieses Mal mit dem Straßenfest nichts zu tun haben, verhehlten weder Höfer noch Weitz. Allerdings verteidigten sie beide diese Entscheidung, die auch ein bisschen zum Schutz der Vereine getroffen wurde: "Natürlich hätten wir die gern eingebunden", so Weitz. "Aber es besteht immer noch ein Risiko, welche Bestimmungen im September gelten – und ob das Fest, wie wir es gerade planen, überhaupt gefeiert werden kann. Dann wäre die ganze Arbeit für die Vereine umsonst gewesen." Auch Höfer sprach von einem "riesengroßen Aufwand für die Vereine", wenn sie wie gewohnt das Straßenfest hätten organisieren müssen – um dann vielleicht mit einer kurzfristigen Absage konfrontiert zu werden. Zumal eigentlich als Standort nur der Festplatz in Frage gekommen wäre – samt Einzäunung und Sicherheitsdienst: "Das alles wäre zu risikoreich gewesen" – vom allgemeinen Wetterrisiko mal ganz abgesehen.

Denn der wichtigste Punkt für die Organisatoren ist, dass es am Straßenfest drei voneinander getrennte Bereiche gibt, um das Maximum von je 300 Besuchern und die Kontaktnachverfolgung gewährleisten zu können. 300 Personen deswegen, weil das nach der geltenden Corona-Verordnung die Höchstzahl im Freien ohne Maskenzwang ist. Deswegen muss man sich auch vorher anmelden, das genaue Prozedere liegt in den Händen der jeweiligen Organisatoren. Allerdings soll es auch Möglichkeiten geben, sich vor Ort in Formularen einzutragen.

Bei aller Kritik ist es Höfer wichtig, das Straßenfest trotz aller Corona-Einschränkungen doch feiern zu können. Der neue Geschäftsführer der Winzergenossenschaft, Manuel Bretschi, meinte: "Nicht zu feiern, ist keine Option." Und Artist Jochen Pöschko fand: "Was Schriesheim da auf die Beine stellt, ist echt super!

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung