07.08.2021

Wieder wird auf der A5 der rätselhafte Belag eingesetzt

Wieder wird auf der A5 der rätselhafte Belag eingesetzt

Bis zum Jahresende soll die Fahrbahnsanierung in Richtung Heidelberg (r.) dauern. Danach soll die A 5 im 6,5 Kilometer langen Abschnitt nach Norden erneuert werden. Foto: Dorn
Trotz Lärm-Klagen bei Schriesheim wird die A5 zwischen dem Weinheimer Kreuz und der Anschlussstelle Ladenburg auch mit Beton saniert.

Weinheim/Schriesheim. (cab) Auf der A5 an der Bergstraße muss man sich von nächster Woche an bis zum Jahresende auf Verkehrsbehinderungen einstellen. Die Niederlassung Südwest der für die Fernstraßen zuständigen Autobahn GmbH teilte am Freitag mit, dass die Fahrbahnsanierung zwischen dem Autobahnkreuz Weinheim und der Anschlussstelle Schriesheim/Ladenburg beginnt. Der Abschnitt in Fahrtrichtung Heidelberg ist rund 6,5 Kilometer lang. Die alte Asphaltfahrbahn wird komplett ausgebaut und ersetzt. Durch eine Deckschicht aus Waschbeton, wie ein Sprecher der Autobahn GmbH auf RNZ-Anfrage bestätigte. Dieser rätselhafte Belag war zuletzt auch zwischen Schriesheim und Dossenheim verbaut worden.

Danach beschwerten sich Anwohner aus Schriesheim über stärkeren Lärm von der Autobahn als vorher, und selbst Ladenburger nahmen Ähnliches wahr. Nicht mal mehr im Freien könne man sitzen, hieß es. Autofahrer berichteten von deutlichen Abrollgeräuschen und Vibrationen. Aber: Messungen der Autobahngesellschaft im April ergaben, dass der neue Beton sogar leiser ist als der alte Asphalt – zwischen 1,3 (in Richtung Weinheim) und 2,8 Dezibel (Fahrtrichtung Heidelberg) und bei Lastwagen sogar zwischen 4,1 (Weinheim) und 4,2 Dezibel (Heidelberg). Die Autobahn GmbH argumentierte, Fahrgeräusche auf Beton würden sich anders anhören als auf Asphalt, nämlich tiefer. Vielleicht würden sich die Anwohner deshalb gestört fühlen, weil das neue Geräusch einfach ungewohnt sei. Zudem galt während der Bauzeit zwischen Schriesheim und Dossenheim Tempo 80, und die Autobahn war während des ersten Lockdowns leerer. So sei es lange recht ruhig gewesen.

Doch nach der kompletten Freigabe des A5-Abschnitts im Juni 2020 kam der Verkehr wieder mit Macht, und auch die Geschwindigkeitsbegrenzung wurde aufgehoben. Vielleicht hätten sich die Anwohner an die Ruhe gewöhnt gehabt, so die Autobahn GmbH. Abfinden mit den neuen Störgeräuschen können sie sich jedenfalls bis heute nicht. Mal sehen, ob es ähnliche Klagen gibt nach der Sanierung zwischen Weinheim und Schriesheim. Hier ist es mit der Fahrbahnsanierung alleine nicht getan.

Die Autobahn GmbH will auch die Anschlussstelle Hirschberg auf ihrer Westseite erneuern – also die Auf- und Abfahrten. Dafür muss dieser Teil der Anschlussstelle gesperrt werden. Aber nicht sofort. Denn erst mal muss der nach Süden rollende Verkehr auf die andere Seite verlegt werden, um überhaupt mit den Bauarbeiten anfangen zu können. Die sogenannten Mittelstreifenüberfahrten müssen eingerichtet und die Fahrspuren in Richtung Frankfurt für die Vierspurigkeit vorbereitet werden. Damit geht es kommende Woche los.

Die Hauptarbeiten der Fahrbahnsanierung selbst sollen in der 39. Kalenderwoche beginnen, also etwa ab dem 27. September. Geschafft wird an fünf bis sechs Tagen die Woche im Tagbetrieb. Nur bei Bedarf (etwa bei Verzögerungen durch das Wetter) könnten Sonntags- und Nachtarbeiten nötig werden, so der Sprecher.

Bis zum Ende der Bauarbeiten wird dann jedenfalls auch die Anschlussstelle Hirschberg im Westen dicht gemacht, die Umleitungen werden ausgeschildert. Da laut der Fernstraßenbehörde etwa zeitgleich auch die Sanierungsarbeiten auf der L541 – quasi dem Hirschberger Autobahnzubringer – beginnen, müsse man sich auf Verkehrsbehinderungen einstellen. Für die Landesstraße ist wiederum das Regierungspräsidium Karlsruhe verantwortlich.

Wie die Anschlussstelle Hirschberg West, wird die Autobahn GmbH auch die Auf- und Abfahrten zum Parkplatz "Fliegwiese" erneuern lassen. Schließlich werden auch die Wirtschaftswege dreier A5-Unterführungen saniert, und die Autobahn bekommt zwischen Weinheim und Schriesheim neue Betonschutzwände, welche die alten Leitplanken ersetzen werden (und die die Schriesheimer nach der Sanierung bis Dossenheim ebenfalls mitverantwortlich gemacht haben für die störende Geräuschkulisse von der A5 her).

Wenn auf der jetzt beginnenden Baustelle in Richtung Süden alles fertig ist, kann man sich schon auf die nächsten Arbeiten gefasst machen. Im kommenden Jahr ist nämlich im gleichen Abschnitt die Fahrbahn nach Norden dran, in Richtung Frankfurt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung