19.08.2021

Die Sportabzeichen-Gruppe trainiert wieder im Sportzentrum

Die Sportabzeichen-Gruppe trainiert wieder im Sportzentrum

Teilnehmer verschiedensten Alters sind bei der Schriesheimer Sportabzeichen-Gruppe dabei. Dies und die Tatsache, dass beim Sportabzeichen für jeden etwas dabei ist, kommt gut an. Foto: Dorn
Auch Meistersportler von früher machen mit. Für eine Teilnehmerin wurde es einmal brenzlig.

Von Max Rieser

Schriesheim. Die Sportabzeichengruppe Schriesheim trifft sich wieder am Sportzentrum. Im Juni ging es los – und damit einige Wochen später als gewohnt, berichtete Sportabzeichenprüfer Cornelius Mund. Das sei natürlich der Pandemie geschuldet. Außerdem hätte die Gruppe auf grünes Licht des SV und TV Schriesheim warten müssen, die den Platz hauptsächlich belegten.

Das Deutsche Sportabzeichen ist eine Veranstaltung des Deutschen Olympischen Sportbundes. Die Teilnehmer können in den Disziplinen Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination verschiedene Unterkategorien wie Laufen, Standweitsprung, Schwimmen oder Seilspringen auswählen. In diesen Kategorien wird ihre Zeit genommen. Eine Tabelle, die auf das Geschlecht und das Alter angepasst ist, gibt vor, welche Zeit erreicht werden muss, um mit Bronze, Silber oder Gold ausgezeichnet zu werden. Durch die vielen Unterkategorien, in denen man sich prüfen lassen kann, sei für jeden eine passende Alternative dabei, so Mund. Eine Teilnahme ist auch als Familie möglich, wenn die Sportler mindestens aus zwei Generationen stammen.

Früher hätte es noch 200 Meter Radfahren mit fliegendem Start auf den Feldwegen um Schriesheim gegeben. Durch den zunehmenden Pkw-Verkehr und die vielen Spaziergänger sei das aber nicht mehr möglich.

Im vergangenen Jahr hätten fast 40 Personen teilgenommen, um sich mit dem Sportabzeichen auszeichnen zu lassen. Etwas weniger als sonst. Der Sportabzeichenprüfer nimmt an, dass es auch daran lag, dass sie sich 2020 donnerstags getroffen hatten und in den Jahren davor mittwochs. Einige der älteren Teilnehmer seien nicht so flexibel und wären dann lieber zu Hause geblieben.

Jeder mache das Abzeichen zwar für sich selbst, in der Gruppe wäre es aber leichter und würde außerdem mehr Spaß machen. Beim ersten Treffen in diesem Jahr waren fast 20 Personen anwesend, die sich zunächst zum Laufen getroffen hatten. "Der demografische Wandel macht uns etwas zu schaffen", berichtete Mund. Es gäbe aber auch dieses Jahr wieder einige Neuzugänge zu verzeichnen, was gut sei. Altersmäßig sei die Gruppe so trotzdem gut durchmischt. Stolz sind sie darauf, dass sie eine vereinsunabhängige Gruppe sind: "Das gibt es nur selten."

Für eine der Teilnehmerinnen wurde es auch mal äußerst brenzlig. Als sich Anja Klahr vor sechs Jahren im Waldschwimmbad in der Schwimmkategorie prüfen ließ, bekam sie Herzkammerflimmern und war einige Sekunden klinisch tot. Durch den beherzten Einsatz einer Anästhesistin, die ebenfalls das Sportabzeichen machte und Klahr acht Minuten lang beatmetet und defibrillierte, konnte sie ohne Folgeschäden gerettet werden und nimmt seitdem wieder jedes Jahr teil.

Eine weitere Aktive ist Claudia Lörsch. Die mehrfache Triathlonmeisterin hatte früher nicht viel für das Sportabzeichen übrig: "Das war für mich keine Herausforderung", sagte sie schmunzelnd. Mit 40 Jahren wollte die heute 72-Jährige sich ihre Leistungen aber "schwarz auf weiß" verbriefen lassen. Seitdem ist sie jedes Jahr dabei gewesen. Aus gesundheitlichen Gründen muss Claudia Lörsch in diesem Jahr etwas kürzertreten, hofft aber trotzdem, Gold zu erreichen.

Katrin Kühnle war früher Leichtathletin und ist froh, beim Sportabzeichen wieder am Weitsprung teilnehmen zu können. Ihr gefällt die Durchmischung der Gruppe und dass für jeden etwas dabei ist. Durch die sehr fitten älteren Mitglieder würde man sich zwar manchmal etwas "schwach und klein" vorkommen, aber trotzdem würde jeder versuchen, Gold zu erreichen, erzählt sie und lacht.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung