25.08.2021

Granulat auf Pferdeäpfeln war kein Giftköder (Update)

Nach dem verdächtigen Fund auf einem Feldweg sieht die Polizei momentan keine Hinweise auf eine Hundehasser-Aktion.

Schriesheim. (hö) Gibt es wieder einen "Giftköder-Alarm" in Schriesheim wie am Jahresende 2020? Die Polizei glaubt das momentan nicht, auch wenn rötliches Granulat auf einem Feldweg gefunden wurde. Dabei könnte es sich um ein Rodentizid, ein Mittel gegen Nager, handeln, das für Hunde ungefährlich ist.

Am Montag hatte gegen 19 Uhr eine Spaziergängerin, die mit ihrem Hund im Feldgebiet unweit der Aussiedlerhöfe südlich vom Schlittweg unterwegs war, Pferdeäpfel entdeckt, auf die ein rotes Granulat gestreut war. Beamte aus dem Polizeirevier Weinheim sicherten die Substanz, die durchaus Ähnlichkeit mit Rattengift hatte, und übergaben sie später an ihre Kollegen in Schriesheim.

Die kannten die Körner aus der Landwirtschaft und identifizierten es als ein Rodentizid, das die Bauern unter das Saatgut mischen, um ihre Felder vor gefräßigen Nagern zu schützen. Zumindest ging ein Polizeisprecher nicht davon aus, dass das rote Granulat giftig für Hunde sei. Deswegen werde es auch nicht weiter untersucht – zumal der Polizei bisher auch keine Hunde mit Vergiftungssymptomen bekannt seien.

Allerdings rät der Polizist auch zu besonderer Aufmerksamkeit: Hundehalter sollten darauf achten, was ihre Tiere vom Boden fressen. Generell, so der Polizeisprecher, sei es "ganz selten, dass richtige Giftköder ausgelegt werden", die meisten gemeldeten angeblichen Fälle würden sich als falscher Alarm entpuppen.

Am Silvestertag 2020 hatte ein Mischling, der zuvor mit seiner Besitzerin im Feldgebiet Richtung Leutershausen unterwegs war, Vergiftungserscheinungen gezeigt. Die Heidelberger Tierklinik bestätigte, dass das Tier Gift gefressen hatte, konnte aber nicht feststellen welches. Später erklärte die Polizei, dass es keine Hinweise auf eine Serie von Giftködern in Schriesheim gebe.

Ein halbes Jahr vorher hatte ein Labrador aus der Schönauer Straße ein mit Schinken umwickeltes Rattengift gefressen. Im Fall des Labradors erfolgte eine Anzeige, im Fall des Mischlings unterblieb sie – mangels Beweise.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung