25.08.2021

Das Riesenrad "City Star" dreht sich wieder

Die Branche schöpft etwas Hoffnung: Die Schaustellerfirma Göbel "bewegt" in der Wurstmarkt-Stadt bis zum 24. Oktober wieder was.

Von Carsten Blaue

Bad Dürkheim/Schriesheim. Das 70 Meter hohe Riesenrad "City Star" steht da vor der Saline in Bad Dürkheim wie ein Symbol. Ein Symbol für die Lage der Schausteller, die im vergangenen Jahr besonders gebeutelt war von den Folgen der Corona-Pandemie. Keine Feste, keine Kerwen. Alle Buden dicht, und die Fahrgeschäfte standen still. Viel besser war es bislang auch in diesem Jahr nicht. Aber immerhin: "Es bewegt sich wieder was", sagt Schausteller Sebastian Göbel. Wie jetzt sein Riesenrad in der Wurstmarkt-Stadt.

Bis 24. Oktober dreht es hier seine Runden. Sonderaktionen wie Frühstück im Riesenrad oder Riesenrad-Weinproben, wie sie auch die RNZ gemeinsam mit den Göbels seit Jahren beim Schriesheimer Mathaisemarkt anbietet (wenn er denn stattfindet), sollen die Menschen zusätzlich anlocken. Imposant ist das Fahrgeschäft allemal. Das größte mobile Riesenrad der Welt soll es sein. 48 voll klimatisierte Gondeln, 100.000 LED-Lichter für das Farbenspiel am Abend, grandiose Ausblicke bis in den Kraichgau und in den Odenwald: Mehr braucht es nicht für das Rummelgefühl. Auch bei Göbel kehrt es langsam zurück.

"Wir sind weit weg von der Normalität, und noch immer werden viele Feste abgesagt. Auch die klassische Kirmes gibt es nicht. Aber es tut sich trotzdem wieder was für uns." Viele der Fahrgeschäfte des Wormser Schaustellerunternehmens, dessen Geschicke Sebastian Göbel als Geschäftsführer in fünfter Generation lenkt, sind wieder unterwegs.

Ein Riesenrad und ein Autoscooter stehen jetzt zum Beispiel auf der "Kisselswiese" des Wormser Backfischfests, das am Samstag eröffnet wird und erstmals in seiner 88-jährigen Geschichte nicht neun Tage lang dauert, sondern 16. Damit es sich am Ende für alle lohnt. Dazu Göbel: "Die Besucherzahl ist auf 5000 begrenzt. Außerdem gelten die 3G-Regel und Maskenpflicht auf dem ganzen Gelände." Man muss sich registrieren, und eine Teststation am Eingang gibt es auch. "Mal sehen, ob da Stimmung aufkommt", sagt Göbel. Aber wenigstens kann er wieder arbeiten, weil sich Städte und Gemeinden kleine Alternativen zu ihren großen Festen ausdenken. Bei den ganz großen geht das freilich nur schwer.

So wird zum zweiten Mal in Folge der "Dürkheimer Wurstmarkt" nicht stattfinden, der vom 10. bis 20. September terminiert war. So hatte es Anfang Juli der Gemeinderat dort entschieden. Im März war auch schon der Schriesheimer Mathaisemarkt komplett ausgefallen.

Immerhin hat sich die Weinstadt an der Bergstraße für ihre zweite Traditionsveranstaltung, das Straßenfest am ersten Septemberwochenende, eine abgespeckte Version mit begrenzter Besucherzahl überlegt. Dazu gehört neben Live-Musik, Weinständen und Varieté in der Altstadt auch ein Rummel, der aber schon in normalen Zeiten immer viel kleiner ausfällt als beim Mathaisemarkt. Dieses Jahr sollen es vier Fahrgeschäfte sein, nämlich ein Autoscooter, ein Karussell, eine Schiffschaukel sowie der Dschungel-Train "Musikexpress".

Schon Anfang August gastierte auf dem Schriesheimer Festplatz mit dem "Jumpy Land" von Schaustellerin Candy Stadelmaier ein kleiner Freizeitpark mit Hüpfburgen, Riesenrutsche und Kletterberg. Stadelmaier war froh über dieses Zubrot, da bis dahin das meiste ausgefallen war.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung