30.08.2021

Wenn ein kleiner Rummel Riesenfreude macht

Die RNZ sprach mit Organisator, Gästen und Schaustellern auf Schriesheims Festplatz. Letztere freuen sich, "ein wenig Alltag erleben zu dürfen".

Von Max Rieser

Schriesheim. Man kann getrost von einem kleinen, aber feinen Rummel sprechen, wenn man das Geschehen auf dem Festplatz beschreiben will. Fahrgeschäfte und Essensbuden hatten bereits am Freitag ab 14 Uhr für die Gäste geöffnet, die gern auf die Ersatzveranstaltung für das Schriesheimer Straßenfest kamen. Der Höhepunkt des ersten Wochenendes war das Feuerwerk am Samstagabend. Noch bis zum 5. September kann man den Vergnügungspark besuchen.

Die Auflagen zum Betreten des Geländes waren am Wochenende überschaubar. Maskenpflicht herrschte keine, auch die Drei-G-Regel (geimpft, getestet, genesen) musste nicht eingehalten werden, da der Rummel unter freiem Himmel stattfindet. Abstand halten ist hier kein Problem. Die Gäste müssen lediglich die Daten zur Kontaktverfolgung am Eingang des umzäunten Geländes hinterlegen, bevor es losgeht. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Drinnen gibt es alles, was das "Kirmes-Herz" begehrt: einen Stand mit gebrannten Mandeln, Popcorn oder Zuckerwatte, eine Bude mit Crêpes, den Grill von Melanie und Uwe Müller mit Leckereien wie Currywurst, Feuerwurst oder Wurstsalat. Nicht zu vergessen der Getränkewagen vom Veranstalter des Fests: Randy Blum. Gerade die Gastrostände, deren Biertischgarnituren den Mittelpunkt des Rummels bildeten, waren am Samstagnachmittag von vielen Familien besetzt.

Während die Eltern es sich gut gehen ließen, besuchten die Kinder die Fahrgeschäfte. Neben einer Losbude, bei der man den üblichen Schnickschnack gewinnen konnte, oder einem Stand, bei dem Zielgenauigkeit mit Dartpfeilen gefragt war, lockten der Autoscooter, das Kinderkarussell, die Berg- und Talbahn "Dschungel Train" und die Schiffschaukel. Wie verschieden die Geschmäcker selbst unter Erwachsenen sind, zeigten diese beiden Einschätzungen: Während Blum in dem "Dschungel Train" das Highlight sah, freute sich Bürgermeister Hansjörg Höfer am meisten über die Schiffschaukel. Es durfte sogar ein wenig geschunkelt werden, als die Band "Die Zwoa Spitzbuam" aus Lorsch Schlager zum Besten gab. Ein Toilettenwagen war nicht notwendig, da die öffentlichen Sanitäranlagen am Rande des Festplatzes zur Verfügung standen.

An einem der Tische hatte es sich Familie Herold bequem gemacht. Vater Robert sagte, es sei eine gute Gelegenheit, mal wieder rauszukommen. Auf dem Gelände sei für jeden etwas dabei. Das fand auch Mutter Heike, die sagte: "Man kann die Kinder auch laufenlassen, hier hat man sie überall gut im Blick." Sarah Meißner und Jonas Wagner hatten letzte Woche von der Veranstaltung erfahren und sich mit Freunden aus Dossenheim verabredet. Sie waren die einzigen Jugendlichen, die am Samstagnachmittag neben Familien und älteren Besuchern dabei waren.

Gastronom Uwe Müller freute sich über die Chance, Besuchern wieder ein Angebot machen zu können. Er hätte seinen Wagen zwar in den letzten Monaten schon auf einigen Veranstaltungen öffnen können, die seien jedoch viel kleiner gewesen: "Es fängt jetzt langsam wieder an, aber es ist kein Vergleich zur normalen Kirmes", sagte er. Trotzdem sei er "unglaublich froh", wieder mit Kollegen und Stammgästen in Berührung zu kommen. Einige würden sich so freuen, dass sie ihm sogar Geschenke gebracht hätten, etwa eine ältere Dame, die ihm einen Gugelhupf gebacken hat. Schiffschaukelbetreiber Jens Casper sagte, er sei froh, wieder ein bisschen Alltag erleben zu können. Die Dimensionen seien zwar kleiner, schön sei es aber trotzdem. Eine Prognose über den Andrang wollte er am Samstag noch nicht stellen: "In der Situation waren wir ja alle noch nie. Da ist es schwer einzuschätzen, ob viele kommen werden."

Veranstalter Blum zeigte sich jedenfalls zufrieden mit den ersten beiden Tagen. Die Leute seien froh über das Programm, und mit Highlights wie dem Weißwurstessen am Sonntagvormittag, der Livemusik oder dem Kasperletheater am Sonntagnachmittag könne man den Gästen weitere Besonderheiten bieten.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung