31.08.2021

Schriesheim/Dossenheim: Frau verpasst ICE, weil Busfahrer sich nicht auskennt

Eine Schriesheimerin hatte ein kurios-unangenehmes Nahverkehrserlebnis.

Schriesheim. (hö) Am letzten Mittwoch hatte eine Schriesheimerin kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu – um mal wieder Jürgen Wegmann, in den Achtziger-Jahren ein Fußballer von Borussia Dortmund, zu zitieren. An jenem Tag war wegen Bauarbeiten die Ladenburger Straße zwischen der B3-Kreuzung und der Max-Planck-Straße voll gesperrt. Davon war auch der Busverkehr betroffen – und das sollte der Frau zum Verhängnis werden, als es um ihre ICE-Verbindung nach Leipzig ging.

Um 6.38 Uhr sollte vom OEG-Bahnhof der Bus der Linie 628 nach Seckenheim abfahren – von dort aus wollte sie in die Linie 5 zum Mannheimer Hauptbahnhof umsteigen, um den ICE zu nehmen. Die Strecke, die der Bus nahm, war recht originell. Zunächst nahm der Fahrer an der B3-Ersatzhaltestelle eine große Schleife um den Festplatz, um dann wenden und in Richtung Dossenheim fahren zu können. Da war der Bus schon zwölf Minuten zu spät.

Am Kaufland-Kreisel sah alles noch so aus, als würde der Fahrer Richtung Ladenburg abbiegen, "was aber dann geschah, ist unglaublich: Der Fahrer lenkte den Bus in Richtung Autobahn-Zubringer. Nur durch unsere Hinweise hat er am Zubringer-Kreisel gedreht", so berichtet es die Schriesheimerin der RNZ. "Es stellte sich heraus, dass es ein ortsfremder Fahrer war, der diese Tour noch nie bedient hat. Und das auch noch bei einer Umleitungsstrecke". In Seckenheim bekam sie dann zwar eine OEG, aber dann war es auch schon zu spät für den Zug nach Leipzig.

Eine Bahnsprecherin – die Linie 628 wird von der Bahn-Tochter Busverkehr Rhein-Neckar betrieben – bestätigte die Angaben der Schriesheimerin: Ja, der Fahrer war nicht ortskundig, "er hatte die Umleitung so nicht im Kopf". Dem Verkehrsunternehmen war die Sperrung der Ladenburger Straße und die Umleitungsstrecke erst recht kurzfristig mitgeteilt worden – und die ungewohnte (und längere) "Linienführung ist nicht anders zu lösen gewesen". Und auch für die Ersatzhaltestelle und die Wendefahrt gab es keine Alternative. Insofern blieb der Bahnsprecherin nur der Gang nach Canossa: "Wir entschuldigen uns für diese Fahrt."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung