07.09.2021

Zufriedenheit beim "Ersatz-Straßenfest" überwiegt

Zufriedenheit beim "Ersatz-Straßenfest" überwiegt

Die Schausteller auf dem Festplatz ließen sich nicht lumpen und spendierten den Schriesheimern am Samstagabend ein zweites Feuerwerk, das man mit etwas Glück sogar auf dem Schulhof beim Konzert der „T-Band“ sehen konnte. Foto: Dorn
Besucher, Wirte und Stadtverwaltung ziehen ein positives Fazit. Die Organisation klappte, Polizei und Sicherheitsdienst hatten keine Arbeit.

Von Max Rieser und Micha Hörnle

Schriesheim. Was ist von dem zweiten "Ersatz-Straßenfest" unter Coronabedingungen zu halten? Haben sich die Erwartungen erfüllt? Glaubt man denjenigen, die die RNZ am Festwochenende interviewte (siehe unten), fällt das Fazit positiv aus – auch wenn einige fanden, diese Veranstaltung sei nicht so richtig ein Straßenfest. Etwas anders sieht es Weinkönigin Sofia Hartmann: Für sie war das Wochenende eine "schöne, kleine Version" des Straßenfestes. Auch in den Nachbarkommunen würde man sich so ein Fest wünschen.

Eine Besucherin des "T-Band"-Konzerts am Samstag, die aus Ladenburg gekommen war, äußerte gegenüber der RNZ, dass sie es "toll" findet, dass sich die Stadt Schriesheim zu dem Schritt entschlossen habe. Sie sei sehr enttäuscht, dass es in Ladenburg kein ähnliches Programm gegeben habe. Claus Breutner aus Schriesheim fand gerade den Platz vor dem Zehntkeller "etwas Besonderes". Und außerdem: "Das macht doch gerade Schriesheim aus, viele Leute zu treffen."

Und es gab auch diejenigen, die möglichst viele Straßenfest-Veranstaltungen besuchen wollten – wie den Sänger der "T-Band", Klaus Schenk. Er war schon am Freitagabend auf dem Konzert von "Gonzo’s Jam" gewesen: "Man muss alles mitnehmen, was geht. Und als Musiker lasse ich mich immer gern von anderen inspirieren." Denn auch er könne immer wieder etwas lernen. Bei diesem Kaiserwetter waren die Ersatzveranstaltungen für ihn eine gute Sache. Was Schenk nicht versteht: Warum waren unter den herrschenden Regeln nicht mehr Besucher zugelassen worden?

Für die Schriesheimer Restaurants war das "Ersatz-Straßenfest", eine gute Gelegenheit, um auch außerhalb des Normalbetriebs Präsenz zu zeigen. Fabian Gieser, Inhaber des Gasthauses "Zum goldenen Hirsch", sagte: "Es lief alles gut, der Andrang war okay." Dankbar sei er dafür, dass die Stadt die Veranstaltung möglich gemacht habe. Frank Knoth, Mitbetreiber des "Kaffeehauses" sagte: "Wir hatten kein besonderes Programm für das Straßenfest." Durch das gute Wetter sei bei ihm trotzdem ordentlich Betrieb gewesen.

Christine Vierling vom Begegnungszentrum "Mittendrin", das in der Kirchstraße mit einem Benefizwaffelstand vertreten war, freute sich über die Resonanz auf ihre Quiche: "Wir waren die Einzigen hier mit herzhaftem Essen, das wurde gut angenommen." Vor allem aber sei es ein schönes Miteinander gewesen. Auch von der Winzergenossenschaft hörte man, dass man mit dem Ausschank während der drei Festtage auf dem Unteren Schulhof zufrieden war. Vorstand Hartmut Haas hatte am Sonntag Dienst – und trotz des im Vergleich zum Freitag und Samstag schwächeren Besuchs liefen die Geschäfte gut.

Am Sonntag war um 20.30 Uhr Schluss – kein Vergleich zum Freitagabend. Da schloss der Ausschank zwar um 1 Uhr, allerdings verließen die Letzten erst um 5 Uhr den Hof. Zugleich erinnerte Haas daran, dass die Schriesheimer die Einzigen an der ganzen Bergstraße gewesen seien, die in diesem Sommer überhaupt gefeiert hätten.

Für Bürgermeister Hansjörg Höfer ist die Konzeption des Straßenfests unter Regie des Rathauses (und nicht etwa der Vereine") "voll aufgegangen", zumal die Stadt das Risiko auf sich genommen hat – wofür sie "durch das schöne Wetter belohnt wurde". Und er bedankte sich ausdrücklich beim Ordnungsamt, das mit großem persönlichem Einsatz die Veranstaltungen organisiert und begleitet hatte. Dessen Mitarbeiterin Julia Nußhag zeigte sich zufrieden über den Ablauf der Veranstaltungen. Bis auf Autos, die immer wieder versuchten, in den abgesperrten Bereich der Altstadt zu fahren, habe es keine größeren Probleme gegeben. Ordnungsamtsleiter Achim Weitz zeigte sich am Sonntag zufrieden mit dem Ablauf des Ersatzprogramms zum Straßenfest: "Es war gut besucht, und die Leute haben friedlich und fröhlich zusammen gefeiert", bilanzierte er. Auch die Organisation beim Einlass sei gut gelaufen. Wenn Reservierungen ausfielen, konnten Interessenten, die keinen Platz gebucht hatten, nachrücken.

Auch für Oktay Atas und Isa Abdinaasir, die gemeinsam mit anderen Sicherheitsleuten den Einlass zum Platz vor dem Zehntkeller kontrollierten, war alles ruhig und entspannt. Alle Gäste hätten sich geduldig in die Kontaktnachverfolgungslisten eingetragen. Beschwerden oder Auffälligkeiten während der Konzerte habe es nicht gegeben. Die Stimmung sei durchgängig entspannt gewesen, und es habe keine Aggressionen gegeben.

Auch Bürgermeister Höfer war aufgefallen, wie diszipliniert und doch fröhlich die Festgäste gefeiert hätten. Das bestätigt im Übrigen auch die Polizei. Auf RNZ-Anfrage heißt es aus dem Polizeipräsidium Mannheim, dass es an den drei Festtagen und -nächten keinerlei Vorkommnisse gegeben habe.

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Gut gefüllt, aber nicht übervoll war der Schulhof beim Konzert der „T-Band“ am Samstagabend. Foto: Dorn

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Weinkönigin Sofia Hartmann (r.) und Prinzessin Fabienne Röger waren am Sonntag im Dienst. Foto: Dorn

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung