16.09.2021

SV schafft den Generationenwechsel

Die Vorstandsspitze wurde mit einem Schlag ausgewechselt. Hermann Morast folgt auf seinen Vater Werner.

Schriesheim. (hö) Es hätte die Sensation werden können: "Beim SV wird der komplette Vorstand ausgetauscht!" Aber es war alles viel undramatischer und vor allem viel harmonischer: Dirk Schneider und Thomas Bloemecke als Zweiter und Dritter Vorsitzender hätten sowieso neu gewählt werden müssen, fanden aber, es sei an der Zeit, dass die jüngere Generation ans Ruder müsse. Erster Vorsitzender Werner Morast amtiert nun auch schon seit fünf Jahren, seine Neuwahl wäre erst im nächsten Jahr fällig gewesen. Und auch er sträubte sich keineswegs gegen einen Generationenwechsel.

Und so machte das Vorstandstrio den Weg frei für die "Jungen" um die 30: Hermann Morast folgt seinem Vater nach – aber eine "Erbmonarchie" soll der SV trotzdem nicht werden –, Marek Zwolinski beerbt Schneider und Sebastian Schromm schließlich Bloemecke. Die drei sind nicht nur alle ungefähr gleich alt, sondern auch privat eng befreundet, man spricht also "dieselbe Sprache", so Zwolinski; außerdem, so sagte Schromm später im Gespräch mit der RNZ, "haben wir alle Vorstandserfahrung, wir müssen das Rad nicht neu erfinden". Einzig Klaus Zeller als Geschäftsführer bleibt – und daran soll sich auch so schnell nichts ändern, zumal Zeller mit Lob überschüttet wurde: "Was Karl Zeller für den Verein leistet, wissen wir alle", so Morast senior.

Tatsächlich war die Jahreshauptversammlung am Dienstagabend in "Forschners Schützenhaus" nicht nur relativ kurz, sondern auch völlig unaufgeregt: Alle Vorstände, auch die neuen, wurden einstimmig von den rund 40 Anwesenden gewählt – und Werner Morast sagte gewohnt launig zur Wahl seines Sohnes: "Ich darf Dir zu mehr Arbeit gratulieren!" Mit dabei war unter anderem auch Lothar Götzmann, der vor Morast den SV 17 Jahre geführt hatte – und der sagte zum Wechsel von Morast zu Morast: "Es gibt keinen Besseren!" Und auch Werner Morast kündigte an: "Wir werden uns nicht zurückziehen."

Atmosphärisch scheint alles im Verein zu stimmen, aber auch sonst ist der SV "solide und intakt", wie Morast junior in seiner kurzen Rede konstatierte: Es gibt stabil viele Bambinis, die Jugendmannschaften verzeichnen Zuwächse, auch der Übergang von der Jugend in die Aktivität klappt. Überhaupt hat man sich beim SV von alten Dogmen verabschiedet: Man will nicht um jeden Preis höherklassig spielen, viel wichtiger ist heute eine möglichst lange Kontinuität der Spieler, nach dem Motto: "Wer in Schriesheim kicken will, spielt bei uns." Vor allem freut sich Hermann Morast, dass er sich auf gut 35 Ehrenamtliche verlassen kann, allein beim Konzert mit der "T-Band" am 24. Juli waren gut 50 Helfer im Einsatz. Kurz: "Wir können stolz sein, was bei uns läuft. Der SV hat eine Zukunftsperspektive." Und erstmals auch einen FSJ-ler (siehe Artikel rechts).

Corona hat dem SV überraschend wenig wehgetan – außer natürlich, dass der Spielbetrieb lange Zeit ruhte. Die Kasse schloss mit einem Plus von knapp 5800 Euro ab, wie Zeller berichtete, denn es gab zwar weniger Einnahmen, aber eben auch weniger Ausgaben; mit knapp 90.000 Euro Guthaben hat der SV ein ordentliches Polster. Zum Jahresbeginn 2021 zählte der Verein 427 Mitglieder, zwölf weniger als im Vorjahr. Eine Austrittswelle gab es nicht, wie Schromm berichtet, die letzten beiden Jahre hätten trotz Corona eher im Rahmen der normalen Fluktuation gelegen. Aber wie bei den anderen Vereinen heißt es auch hier: "Im Moment fehlen uns die Neueintritte."

Ein kleines, aber nicht unwichtiges Detail am Rande: Die Spielberichte des SV fehlten seit Beginn der neuen Saison in der Montags-RNZ, was einige Mitglieder doch hörbar ärgerte. Ab nächster Woche, so ergab ein Anruf bei der RNZ-Sportredaktion, wird man wieder etwas vom SV lesen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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