17.09.2021

Das Wappen Ursenbachs prangt jetzt an neuen Stromkästen

Der silberne Ochse auf rotem Grund ist unübersehbar. Seit Anfang August gibt es schnelles Internet im kleinsten Ortsteil.

Von Max Rieser

Schriesheim-Ursenbach. Es ist ein Schritt in die Zukunft für Ursenbach. Seit Anfang August surfen die Anwohner im Ortsteil endlich mit schnellem Internet. Mit bis zu 300 Mbit pro Sekunde sogar schneller als die Kernstadt, berichtet Ortsvorsteherin Inge Pfrang stolz. Die Freude wurde allerdings etwas getrübt, da das schnelle Internet drei große, graue Verteilerschränke neben dem Dorfgemeinschaftshaus nötig macht. Die drei Kästen verstellen den Blick auf die alte Sandsteinmauer und sind auch so recht unansehnlich. Um diesen Wermutstropfen zu lindern, regte Pfrang an, die Schränke aufzuhübschen.

Beim Unternehmen Netze-BW, einer Tochterfirma des Energieversorgers EnBW, das die Arbeiten geleitet hatte, fand sie ein offenes Ohr. Das Unternehmen lässt seine rund 30.000 Trafostationen im Netzgebiet nämlich auch regelmäßig verschönern, wie der zuständige Regionalmanager, Willi Parstorfer, erzählte. Häufig würden die Kästen mit Parolen beschmiert. Da viele Graffiti-Sprüher aber dem Ehrenkodex folgen würden, dass eine bereits bemalte Fläche nicht mehr angesprüht wird, wären die meisten Schränke nach einer Verschönerung vorerst sicher vor Verschandelungen.

Der Graffitikünstler Marco Billmaier aus Wiesloch machte sich auch an die Ursenbacher Verteilerschränke. Um sie ihrem neuen Habitat anzupassen, grundierte Billmaier sie so, dass sie der Sandsteinmauer ähneln. Auf den größten Schrank kam außerdem das Ortswappen von Ursenbach, das ein silberner Ochse und eine fünfendige goldene Hirschstange auf rotem Grund ziert. Auf die beiden danebenliegenden malte Billmaier einen Wegweiser Richtung Ursenbacher Höhe und einen, der auf den Spielplatz verweist. Schon im letzten Jahr hatte er die B 3-Fußgängerunterführung im Auftrag des Jugendgemeinderates neu gestaltet.

Bei der Einweihung der Schränke waren außer Clarissa Edelmann der ganze Ursenbacher Ortschaftsrat, Bürgermeister Hansjörg Höfer sowie Parstorfer und Andreas Stampfer, Kommunalberater der Netze-BW, anwesend.

Die Schränke sind aber nicht die einzige Veränderung, die das neue Internet mit sich bringt. Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurden auch neue, unterirdische Stromleitungen verlegt. Diese ersetzen die alten Dachständer, über die der Strom zuvor in die Häuser gelangte. Der Rückbau wird ebenfalls von der Netze-BW übernommen. Die 54 neuen Hausanschlüsse müssen dann von den Eigentümern selbst in Betrieb genommen werden. Dafür haben diese bis 2024 Zeit, danach werden die oberirdischen Leitungen ausrangiert.

Auch die Straßenbeleuchtung wurde bei den Bauarbeiten erneuert, und zwar mit energieeffizienten LED-Leuchten. Dass dieser Schritt mit der Verlegung der Glasfaserkabel zusammen gemacht wurde, sei ein großes Glück, erklärte Bürgermeister Höfer. So hätte man den Bürgern nur eine Baustelle zumuten müssen anstatt zwei oder sogar drei.

Auch Pfrang bedankte sich im Namen des ganzen Ortes dafür, dass die Baumaßnahmen dadurch gering gehalten wurden. Das schnelle Internet sei außerdem ein "Fortschritt, der in die Zukunft trägt". Vier Eigentümer hätten ihre Grundstücke zur Verfügung gestellt, um für die Zeit der Bauarbeiten Aushub, Kabeltrommeln oder andere Gerätschaften zu lagern. Diesen dankte die Ortsvorsteherin jeweils persönlich mit einer Flasche Wein.

Parstorfer zeigte sich zufrieden mit der Zusammenarbeit und sagte, dass es auch für das Unternehmen ein Pilotprojekt gewesen sei, dass man in einer kleinen Gemeinde sowohl Stromleitungen und Straßenbeleuchtung erneuert als auch Glasfaserkabel verlegt habe. Stampfer fand, dass das Ortsbild sich durch die unterirdischen Leitungen positiv verändern würde und man froh sei, mit Billmaiers Arbeit auch die Verschandelung durch die Verteilerkästen abgemildert zu haben.

Eigentlich feiere das Unternehmen immer zusammen mit den Anwohnern die Inbetriebnahme der schnellen Netze. Da dies wegen Corona nicht möglich sei, wolle man wenigstens noch etwas spenden. Die Firma sagte der Gemeinde 1000 Euro zur Verschönerung des Spielplatzes zu, der saniert werden soll. Die Arbeiten auf dem Gelände sollen laut Höfer und Pfrang im nächsten Jahr starten.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

Hofflohmärkte in Schriesheim

Hofflohmärkte in Schriesheim

Anmeldung bis 15.10. per E-Mail