28.09.2021

Café in Altenbach soll ein Platz für alle werden

Am Samstag gab es schon den ersten "Probelauf". Kommt der Betriebsstart im nächsten Frühjahr?

Schriesheim-Altenbach. (max) Langsam nimmt es Formen an, das Café im evangelischen Gemeindehaus. Die Pläne von Architekt Till Kuhlmann stehen, und der "rote Punkt", also die Baugenehmigung, hängt schon aus. Einige Fragen sind allerdings auch noch ungeklärt. Neben der konzeptuellen Ausgestaltung des Betriebs sucht der Förderverein der Johannesgemeinde noch nach einem passenden Namen. Unter dem Titel "Café Ausblick" fand am Samstag ein Probebetrieb statt, bei dem die Besucher auch Vorschläge Namensvorschläge an eine Pinnwand hängen konnten.

Die meisten Stimmen erhielt der schlichte Vorschlag "Altenbacher Dorf-Café", dicht gefolgt von "Café miteinander". Ausgefallenere Vorschläge wie "Café Communale", "s’Verzählche", "Kanzel-Café" oder "Café Jo" fanden weniger Anklang. Welcher Name am Ende das Rennen macht, steht aber noch nicht fest. Ist der Name vergeben, wird es auch einen Auftritt des Cafés per Internetseite und sozialen Medien geben. Gerade finden sich die Informationen auf der Webseite der evangelischen Kirchengemeinde www.ekisa.de.

Bei herrlichstem Spätsommerwetter war der Betrieb schon bei der Eröffnung um 11 Uhr rege. Neben einer großen Auswahl an selbst gebackenem Kuchen und frischem Kaffee gab es auch hausgemachte Limonaden – alles gegen Spende und ohne festen Preis, was auch dem Umbau zugutekommen soll. Das Interesse zeigt auch den Bedarf an neuen Plätzen wie diesem im Schriesheimer Ortsteil. Das fand auch Christian Wolf, der nicht nur Fraktionssprecher der Grünen Liste im Gemeinderat, sondern auch der Vorsitzende des evangelischen Fördervereins ist: "Wir wollen den Altenbachern heute zeigen, wie so ein Café aussehen könnte", berichtete er fröhlich.

Pfarrer Kieren Jäschke sagte: "Unser Traum ist ein Café für alle mitten im Ort." Dabei könnte er sich unterschiedlichste Nutzungen vorstellen wie Eltern-Kind-Nachmittage, Stammtische, Seniorentreffen, Vereinstreffen, Chorproben oder Treffen von Menschen mit Migrationserfahrung. Wichtig sei ihm, dass es ein offenes und inklusives Konzept gibt, bei dem jeder willkommen ist, auch wenn er nicht evangelisch getauft ist und "natürlich auch unsere katholischen Geschwister", betonte Jäschke. Fast alle Treffpunkte des Ortsteils seien mittlerweile Geschichte, und jemand aus der Gemeinde habe ihm gesagt, dass der einzige Ort, an dem man sich noch treffen könne, der Friedhof sei: "Und das ist ja schon etwas traurig", findet der Pfarrer.

Wie der Betrieb dann konkret aussieht, wissen Förderverein und Jäschke noch nicht, habe aber schon verschiedene Arbeitsgruppen gegründet. Aktuell suche man noch "Leute, die gern backen oder Kaffee machen." Klar ist, dass der Betrieb von Ehrenamtlichen gestemmt werden soll. Als Unterstützung bei organisatorischen Aufgaben und "damit sich die Ehrenamtlichen frei entfalten können", soll aber auch noch eine halbe Stelle bei der Gemeinde eingerichtet werden. Vor allem sollen aber möglichst viele bei der Umsetzung einbezogen werden, die das gesellschaftliche Leben Altenbachs prägen, wie Vereine oder die Bürger-Werkstatt, die sich in der Vergangenheit mit der Gestaltung eines Dorfladens beschäftigt hatte.

Was auch schon weitestgehend steht, ist die Finanzierung für das Projekt. Bei der ersten Planung ging man von Kosten in Höhe von 180.000 Euro aus. Wegen der Baustoffknappheit tendiert die Summe mittlerweile eher gegen 200.000 Euro, so Jäschke. Durch Fördermittel des Landesprogramms "Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum" in Höhe von 46.000 Euro, den Landeskirchenfond, der sich mit 70.000 Euro beteiligt und 30.000 Euro an Spenden fehlen noch rund 50.000 Euro. Dafür soll ein Darlehen aufgenommen werden, für dessen Bedienung der Förderverein noch regelmäßige Spender sucht.

Die Pläne Kuhlmanns, die der Öffentlichkeit ebenfalls am Samstag vorgestellt wurden, sehen eine einladende Fassade des Gebäudes vor, bei der – ähnlich wie bei der Kirche – viel Glas verbaut werden soll, um den Innenraum hell und freundlich zu machen. Der Betrieb soll dann hoffentlich im nächsten Frühjahr starten, sollten die Bauarbeiten bis dahin abgeschlossen sein. In einem ersten Schritt will Jäschke schon einige Wände im Gemeindehaus einreißen: "Das soll Spaß machen und schon Raum für das Café schaffen", mit dem der Pfarrer auch einmal mehr seinen Auftrag, der Gemeinde zu dienen, annehmen will.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung