06.10.2004

"Altenbach-Connection" für den guten Zweck

Gerhard Burkhardt überreichte gestern großzügige Spende Hasso Plattners an den Talhof - 10 000 Euro für neuen Pritschenwagen
Mit einem Gemüsekorb revanchierten sich Heidi Morath und Christian Dietrich gestern beim Spenden-Überbringer Gerhard Burkhardt. Foto: Kreutzer

Schriesheim. (ron) Gestern Mittag, als 10 000 Euro aus seinem Portemonnaie gerade den Besitzer wechselten, saß Hasso Plattner im Flieger über dem Pazifik. "Aber er denkt gerade an uns", versprach sein Freund Gerhard Burkhardt, als er die Spende überreichte.

Mit dem stattlichen Betrag von 10 000 Euro konnte sich der Schriesheimer Talhof, die Resozialisierungsstätte für Nichtsesshafte, einen neuen (gebrauchten) Pritschenwagen leisten. "Ohne so einen Wagen wäre unser Betrieb gar nicht aufrecht zu erhalten", beschrieb Talhof-Chefin Heidi Morath gestern noch einmal die missliche Lage, in die ihr Haus gekommen war, als das alte Fahrzeug im Sommer den Geist aufgab. Mit "der Pritsche" beliefert die Talhof-Gärtnerei ihre Kunden oder holt auch mal gebrauchte Möbelstücke ab, die andere wegwerfen, die aber im Tal noch gut gebrauccht werden können.

Der evangelische Trägerverein Stadtmission war tatsächlich eine ganze Weile ratlos. "Wir hatten mit Materialausfall in diesem Jahr so ein Pech, dass wir das Geld für einen Kauf nicht hatten", erinnerte sich Christian Dietrich, der Geschäftsführer der Stadtmission. Wie gut, dass Heidi Morath ihre Verbindungen nutzte und die "Altenbach-Connection" anspornte, für den Talhof etwas zu tun. Wobei das Wort aus dem mafiösen Jargon durchaus im positiven Sinne verstanden werden soll: denn es ist für den allerbesten Zweck angelegt. Heidi Morath traf an einem Sonntag in Altenbach Gerhard Burkhardt, den Chef der Mannheimer Baugenossenschaft Familienheim - und engen Freund des zeitweise in Altenbach wohnenden SAP-Gründers Hasso Plattner. Der schwerreiche Unternehmer und Mäzen hatte in der Vergangenheit unter anderem der TSG Altenbach den Kunstrasenplatz auf der Kipp spendiert. Weil Burkhardt aber Plattners besonderen Faible für das Soziale kannte, sprach er ihn an. Die Talhof-Chefin habe da ein Problem. Der Talhof ist der Familie Plattner längst nicht unbekannt. Schon vor Jahren ließ sich der Vorzeige-Unternehmer die segensreiche Einrichtung vorstellen. Was nicht viele wissen: schon lange kommen die Plattners für die tierärztliche Versorgung der Talhof-Tiere auf. Und das kann in die Tausende gehen.

Weil Plattner gerade beruflich im californischen Pao Aldo weilt, wo die SAP-Software-Entwicklung beheimatet ist (und gestern für ein paar Tage zum Segeln auf die Bahamas jettete) ließ er seinen Freund Gerhard Burkhardt den Scheck und symbolisch den Züdnschschlüssel überreichen.

Zu jung fürs Altenheim
Auf dem Weg zum Talhof verirrte sich Bauunternehmer Gerhard Burkhardt gestern zunächst ins benachbarte Stammberg-Altenheim. Bei der Scheck-Übergabe witzelte er dann: "Wenigstens haben die mich dort noch für zu jung gehalte und wieder weggeschickt."

Heidi Morath und Christian Dietrich bedankten sich beim Überbringer mit einem ganzen Korb frisch geerntetem Bio-Gemüse aus eigenem Talhof-Anbau.

Zuvor hatten sie mit vielen Gästen in der neuen Maschinenhalle den traditionellen Erntedank-Gottesdienst gefeiert. Burkhardt wunderte sich zunächst, dass er auf so viele Altenbacher traf. Der katholische Kirchenchor hatte den Gottesdienst umrahmt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung