14.10.2021

Planung für Pumptrack-Anlage steht

Planung für Pumptrack-Anlage steht

So könnte der Pumptrack am „Push“-Gelände (im Hintergrund die Tennisplätze) aussehen. Grafik: Schneestern/Repro: Dorn
Es sind zwei Parcours, darunter einer für die "Kleinen", geplant. Ein nahes Biotop erzwang eine Planänderung. Die Schadstoffüberprüfung steht noch aus.

Von Max Rieser

Schriesheim. Dass es eine Verzögerung von fast einer Stunde in der Jugendgemeinderatssitzung am Montag gab, war nicht unbedingt ein Nachteil. Denn so hatten die "großen" Stadträte, die zu der öffentlichen Sitzung gekommen waren, viel Zeit, um Fragen zu der Pumptrack-Anlage zu stellen, die im Frühjahr auf dem Gelände des "Push-Verein" entstehen soll. Ein Pumptrack ist eine modellierte Strecke für Skater und Mountainbiker, einen ähnlichen Parcours gibt es bereits seit zwei Jahren in Ladenburg und gilt dort als eine Attraktion, die gerade Jugendliche auch über die Römerstadt hinaus anzieht.

Und Fragen zur Schriesheimer Anlage gab es, denn bei der Begehung des Geländes sei festgestellt worden, dass noch Proben erforderlich sind, um festzustellen, ob der Boden belastet ist, da man ihn sonst teilweise abtragen müsse, berichteten Bauamtsleiter Markus Dorn und Bürgermeister Hansjörg Höfer. Ein früheres Gutachten habe ergeben, dass generell auf dem Gelände keinerlei Gefahr durch Schadstoffe bestehe, dass aber ein Aufgraben des Bodens ein erneutes Überprüfen nötig mache. Ein angrenzendes Biotop habe außerdem eine geringfügige Anpassung der Pläne erforderlich gemacht. Zudem sei zu prüfen, ob durch die asphaltierte Anlage genug Wasser im Boden versickern könne oder ob man einen Anschluss an die Kanalisation legen müsse, was durch die vorhandene Infrastruktur aber kein Problem sei. Dorn betonte, dass all diese Widrigkeiten dem Bau nicht prinzipiell im Weg stehen würden, sondern der Baubeginn sich dadurch etwas verzögere und sich die Kosten erhöhen könnten.

Bernd Hegmann (Freie Wähler) wollte wissen, ob der Eingang zum Pumptrack vom Ladenburger Fußweg oder vom Verbindungsweg her geplant sei. Bauamtsleiter Markus Dorn erklärte, dass der Eingang, so wie der des "Push" im Verbindungsweg geplant sei, da dort das Verkehrsaufkommen geringer wäre. Ulrike von Eicke (FDP) fragte die Jugendgemeinderäte, nach welchen Kriterien sie die beauftragte Firma ausgesucht hätten und was ein Pumptrack eigentlich alles können müsse. Die Gremiumsvorsitzende Julia Ivanovski sagte, dass sich das bayrische Unternehmen "Schneestern" am sympathischsten präsentiert habe und dass die Ausarbeitung des Pumptrack-Entwurfs sehr detailliert gewesen sei, was ihnen signalisiert hätte, dass man das Projekt sehr ernst nehme.

Bei dem, was die Anlage können müsse, sei man offen gewesen und habe sich an der Strecke in Ladenburg orientiert, die allerdings kleiner ist. Höfer sagte, dass man außerdem Bürger wie den Winzer Max Jäck hinzugezogen habe, der solche Anlagen durch eigene sportliche Betätigung schon lang und gut kenne.

Alexandra Lorenz (Grüne Liste) hakte nach, wie weit sich der Baubeginn im schlimmsten Fall verzögern könne, da man eigentlich geplant habe, im Herbst zu beginnen und ob die Messungen des Bodens den Bau vielleicht vereiteln würden. Höfer sagte, dass man jetzt noch nicht final sagen könne, wann der späteste Starttermin sein könnte. Firmen wie "Schneestern" aber seien sehr ausgelastet und würden den Beginn dadurch nicht unnötig nach hinten schieben. Dorn ergänzte, dass, selbst wenn der Boden mit Schadstoffen belastet wäre, nur 30 Zentimeter abgetragen werden müssten und dass das Landratsamt keine Einwände gehabt habe. Christiane Haase (CDU) interessierte sich dafür, ob eine Verbindungstür zwischen "Push" und Pumptrack geplant sei, damit beide Gelände voneinander profitieren könnten. Ja, so Dorn: zum einen, um die Gelände miteinander zu verbinden, aber auch um dem Verein zu garantieren, dass die Pumptrackbesucher sich nicht immer ungehindert auf ihrem Platz aufhalten würden. Der Pumptrack sei ebenfalls abschließbar, damit sich die Sportstätte nicht zum samstagabendlichen Treffpunkt für Jugendliche entwickle, da man sonst Randale oder Scherben befürchte.

"Schneestern"-Geschäftsführer Dirk Scheumann erläuterte, als alle technischen Probleme geklärt waren, die Pläne für das Gelände. Neben dem Pumptrack für Kinder ab sieben Jahren, Jugendliche und Erwachsene ist nun zusätzlich eine kleine Strecke direkt daneben geplant, die von kleinen Kindern mit Laufrädern und Rollern genutzt werden kann. Der Pumptrack ist für Mountainbiker, Skater oder Scooter-Fahrer nutzbar. Um Aufsichts- oder Begleitpersonen den Aufenthalt ebenfalls angenehm zu machen, ist auch ein kleiner Sitzbereich mit Bänken und Tischen geplant. Um das Versickern des Wassers zu erleichtern und im Sommer etwas Kühle zu spenden, soll in der Mitte der Strecke ein kleines Biotop angelegt werden.

Der rund 1000 Quadratmeter große Platz sei ideal für den Pumptrack geeignet und durch seine Nähe zum Sportzentrum gut erreichbar. Die sieben Parkplätze von "Push" würden auch für den Pumptrack ausreichen. Der jetzige Plan sei der Dritte seit Juni, nachdem die Wünsche des Jugendgemeinderats eingearbeitet und klar geworden war, dass das Budget etwas höher ausfällt, als zunächst angenommen. Sorgen wegen Lärm müsse sich niemand machen, da die Anlage außerhalb liege und Pumptracks zu den geräuschärmsten Sportstätten überhaupt gehören. Farblich will "Schneestern" sich am orangenen Logo der Stadt orientieren, das auch in die Tische gefräst werden könnte. Wie viel die Anlage letztendlich kostet, könne man erst sagen, wenn die Messungen am Gelände abgeschlossen seien.

Es sei ein "großer Tag" für den Jugendgemeinderat, da der Pumptrack das größte Projekt sein dürfte, das er angestoßen habe, so der Bürgermeister. So große Entscheidungen zu treffen, sei nichts Alltägliches, und man könnte stolz auf sich sein, das Projekt so weit gebracht zu haben. Auch dass Spenden in solcher Höhe eingegangen seien, sei nicht selbstverständlich. Der Rückendeckung der Verwaltung könnte sich der Jugendgemeinderat sicher sein.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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