14.10.2021

Altenbach: Jetzt soll ein Landwirt den Winterdienst übernehmen

Eine ungewöhnliche Lösung für das Altenbacher Dauerärgernis. Auch der Bauhof soll einen dritten Arbeiter bekommen, aber es gibt keine Bewerber.

Schriesheim-Altenbach. (hö) Über den Winterdienst im Odenwaldortsteil gibt es regelmäßig Klagen – wie beim ersten Schnee im letzten Winter: An jenem 1. Dezember wurde in ganz Altenbach nicht geräumt. Das lag allerdings nicht an der ohnehin dünnen Personaldecke des Bauhofs, der hier mit "zweieinhalb" Mann besetzt ist (ein Mitarbeiter ist vormittags als Hausmeister tätig und steht erst danach zur Verfügung); an jenem Tag hatte das Unimog-Räumfahrzeug einen Getriebeschaden.

Nun soll es aber eine ungewöhnliche Lösung für die Wintergeplagten geben. Denn nun soll sich ein Landwirt aus Weinheim-Steinklingen, Michael Jungmann, dieser Aufgabe mit annehmen. Der Kontakt kam über den Maschinenring Kraichgau zustande. Der bietet an, dass Landwirte den Winterdienst übernehmen, sogar mit eigenen Maschinen. Allerdings hat der Bauhof seine eigenen Fahrzeuge, den Unimog und ein kleineres. Aber das schreckte Jungmann offenbar nicht ab, er wird das bisherige Bauhof-Team auf Stundenlohnbasis unterstützen. Dafür sind für den Rest des Jahres rund 2500 Euro fällig, und für die Wintermonate 2022 (Januar bis März und November/Dezember) weitere 15.000 Euro – was haushaltsmäßig kein allzu großes Problem sein dürfte, so Bürgermeister Hansjörg Höfer.

Der Ortschaftsrat war mit dieser Lösung zufrieden, für Hans Beckenbach (Freie Wähler) ist das "ein weiterer Schritt, den Winterdienst besser zu machen". Auch Suzanne Epp (Grüne Liste) und Karin Malmberg-Weber (SPD) sprachen die Probleme der letzten Jahre an, allerdings nahm Höfer die Bauhofmitarbeiter in Schutz. Die sollen im letzten Winter von einigen Bürgern massiv beschimpft worden sein, als sie die Straße räumten und der Schnee dann auf dem Trottoir lag. Daraufhin hätten sie sich sogar geweigert, in Altenbach ihren Dienst zu verrichten, doch Höfer redete "mit Engelszungen" auf sie ein. Auch Ortsvorsteher Herbert Kraus verurteilte diesen rüden Umgang mit den Arbeitern, verwies aber darauf, dass es nur wenige seien, die sich so rüpelhaft benehmen würden.

Unterdessen will der Ortschaftsrat die Personaldecke beim Altenbacher Bauhof, der auch für Ursenbach zuständig ist, erweitern: So soll ein regulärer dritter Arbeiter eingestellt werden, der allein schon deswegen nötig ist, weil immer nur zwei Arbeiter eine Maschine bedienen dürfen. Und was ist, wenn der eine mal im Urlaub oder krank ist? Außerdem, so Kraus, hätten sich in diesem Jahr die Beschwerden über den ungepflegten Zustand gerade des Friedhofs gehäuft. Aber das lag vor allem am nassen Wetter, das für einen Vegetationsschub gesorgt hatte. "Angesichts des beklagenswerten Zustands der örtlichen Liegenschaften ist ein dritter Arbeiter kein Luxus", meinte auch Karl Reidinger (CDU).

Allerdings machte Bürgermeister Höfer darauf aufmerksam, dass es nicht leicht sein wird, einen neuen Mitarbeiter zu finden. Auf Stellenausschreibungen habe sich niemand gemeldet. Deswegen sollte man vielleicht den Altenbacher Bauhof mit dem der Kernstadt verschmelzen, um flexibler zu sein. Für Kraus keine gute Idee – allein wegen der Topografie des Ortsteils. Notfalls, wenn sich niemand für den Bauhof finden lässt, könne man die Friedhofspflege auch an Fremdfirmen ausschreiben – zumindest "für eine Übergangszeit", so Carsten Junghans (Freie Wähler).

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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