15.10.2021

40-jähriger Mann wird vermisst (Update)

40-jähriger Mann wird vermisst (Update)

Der vermisste Mario G. Foto: Polizei
Mario G. verschwand Anfang September. Die Polizei bittet nun um Hilfe bei der Suche.

Schriesheim. (web) Gerald Glas hat seinen Sohn das letzte Mal vor etwa eineinhalb Monaten gesehen. Die beiden waren am Freitag, 3. September, im Dossenheimer "Kaufland". Am Mittwoch darauf hatte sich der 40-jährige Mario Glas immer noch nicht bei seinem Vater gemeldet. Dem kam das seltsam vor: Vater und Sohn leben in Schriesheim, aber getrennt voneinander. Der Sohn lebe eher zurückgezogen und für sich allein, man spreche jedoch regelmäßig miteinander und gehe zusammen einkaufen, so sein hörbar mitgenommener Vater. Er hatte sich bereits Anfang Oktober an die RNZ gewandt.

Er beschreibt die Umstände, unter denen sein Sohn verschwand, als mysteriös. Er habe einen Schlüssel zur Wohnung seines Sohns im Steinschleifenweg. Doch als er die Tür am 8. September öffnen wollte, war diese von innen verschlossen. Auf der Gebäuderückseite stand jedoch eine Tür offen. Die Wohnung selbst sah aus, als sei sie von jetzt auf gleich verlassen worden. Kleidung und Essen waren noch da. Gerald Glas wandte sich noch in derselben Woche an den Polizeiposten in Schriesheim. Die Beamten suchten die Wohnung sowie das übrige Anwesen ab. Man fand nichts Verdächtiges. "Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass die ganze Sache abgetan wurde. Mein Sohn sei als abgängig zu melden, sagte man mir", erinnert sich der Vater: "Ich wollte aber wissen, was Sache ist." Nach weiteren Telefonaten rückte die Polizei am 16. September ein weiteres Mal an. Die Wohnung wurde erneut abgesucht, wieder ohne Ergebnis. Mario Glas wurde als vermisst gemeldet.

Die RNZ konfrontierte die Pressestelle des Polizeipräsidiums in Mannheim mit dem Fall. Die dortigen Beamten äußerten Verständnis für die Sorgen des Vaters. Allerdings rechtfertige das Verschwinden eines Erwachsenen, weitestgehend gesunden Menschen nicht weitergehende Maßnahmen – erst Recht nicht, wenn diese die informationelle Selbstbestimmung tangieren. "Wir haben fast 1000 ähnliche Fälle im Jahr, viele der gemeldeten Personen kehren wieder zurück", betont ein Polizeisprecher. Die Beamten hätten mögliche Anlaufstellen des Vermissten abgeklappert. Auch in den polizeilichen Systemen werde gefahndet. Der Vermisste wird also erkannt, wenn er in eine Kontrolle gerät.

Die Sorgen des Vaters werden deshalb nicht kleiner. Er beschreibt seinen Sohn als mental weniger stabil, als es dessen stattliche Größe von 1,90 Meter und seine schlanke Statur vermuten lassen. Dann kam der vergangene Freitag, 8. Oktober: In den Weinbergen und Wäldern nahe der Wohnung fanden Spaziergänger den Geldbeutel des Vermissten. Die Polizei suchte in dieser Woche das Gebiet ab, ein Suchhund half mit. Ergebnis: negativ.

Nach weiteren Abstimmungen zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft ging eine Vermisstenmeldung mit Personenbeschreibung an die Medien. Es würden unter Telefon 0621/174 44 44 dringend Zeugen gesucht, hieß es darin.

Update: Donnerstag, 14. Oktober 2021, 19.31 Uhr

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung