15.10.2021

"Essen wie Gott in Frankreich" im "Wirtshaus"

"Essen wie Gott in Frankreich" im "Wirtshaus"

Claudia Ebert (l.) und Martha Berg vom Partnerschaftsverein sowie Jürgen Opfermann (2.v.r.) vom „Wirtshaus“ und Koch Max Oberling freuen sich auf die Wiederauflage von „Schlemmen wie Gott in Frankreich, aber in Schriesheim“ in einer Woche. Foto: Dorn
Die Veranstaltung findet am nächsten Freitag, 22. Oktober, im "Wirtshaus" von Jürgen Opfermann statt.

Schriesheim. (max) Es ist eine Veranstaltung, die es fast so lang gibt wie die Partnerschaft zwischen Schriesheim und dem südfranzösischen Uzès selbst: ein jährliches Bankett mit Köstlichkeiten, die sowohl an Frankreich als auch an die Kurpfalz erinnern. Unter dem Motto: "Essen wie Gott in Frankreich, aber in Schriesheim" können am Freitag, 22. Oktober, um 19 Uhr (Einlass: 18.30 Uhr) die Gäste im "Wirtshaus" im Mühlenhof an den langen Tafeln Platz nehmen, die Inhaber Jürgen Opfermann und sein Team vorbereiten. Die Kooperation zwischen Opfermann und dem Partnerschaftsverein unter der Ersten Vorsitzenden Claudia Ebert geht auch schon fast bis ins Gründungsjahr 1984 zurück. Die ersten Festessen fanden noch im "Schwarzen Adler" statt, in dem damals ein Franzose Küchenchef war, dann kam bald die Zusammenarbeit mit Opfermann zustande, dem der Verein durch alle seine Lokale bis ins "Wirtshaus" treu folgte.

Die Verbundenheit von Ebert und Opfermann merkt man auch als Außenstehender schnell bei den freundschaftlichen Sticheleien, die beide im Umgang miteinander pflegen: "So etwas geht natürlich nur, wenn man sich kennt und schätzt", schmunzelt Ebert. Geschätzt wird neben der Gastfreundschaft vor allem Opfermanns kulinarisches Können. Denn im "Wirtshaus" wird alles selbst gemacht, und auch auf Saisonalität und Regionalität legt er großen Wert. In diesem Jahr bietet Opfermann beispielsweise keine Pilze an, da er selbst an seinen geheimen Plätzen im Wald um Schriesheim keine finden konnte. Zwar dürfte er wegen der Lebensmittelverordnungen die eigenen Pilze in seinem Lokal nicht verwenden und müsste welche dazukaufen. Aber Opfermann meint: Wenn er selbst schon keine Pilze findet, dann will er auch keine gekauften anbieten.

Eine Ausnahme in Sachen Pilze gibt es für das Sechs-Gänge-Menü, das die Gäste bei der Veranstaltung erwartet. Bei der Zusammenstellung des Menüs achtete der Gastwirt auch auf eine Mischung von französischen Einflüssen. Nach einem Gruß aus der Küche gibt es eine Entenconsommé mit Gemüsejulienne, typisch französisch. Danach ein Zweierlei von der Roten Bete – einem eher deutschen Wurzelgemüse – mit Blatt- und Wildkräutersalat in Balsamicovinaigrette. Den Hauptgang gibt es am Buffet, und zwar Ragout aus der Rehkeule in Spätburgunder geschmort, also eher deutsche Küche; Kalbsrücken am Stück gebraten mit Waldpilzen (eher französische Cuisine) und dazu gebackene Serviettenknödel und hausgemachte Spätzle. Das Reh bekommt Opfermann von einem befreundeten Jäger und zerlegt es selbst. Zum Dessert gibt es eine französische Schokoladentarte mit Fruchtsorbet und eine Auswahl an Käse. Für Vegetarier hat Opfermann noch ein alternatives Angebot in der Hinterhand. Dazu wird einen Wein aus der Gegend von Uzès geben (und ansonsten die "normale" große Weinkarte).

Das Menü gibt es für 45 Euro, als Freundschaftspreis für den Partnerschaftsverein – worüber sich Ebert und ihre Stellvertreterin Martha Berg freuen. Der Verein spendiert außerdem ein Gläschen Sekt als Aperitif. Welche Regelungen bei dem Essen gelten, ist noch unklar, da erst die neuen Beschlüsse des Landes abgewartet werden müssen. Ebert und Opfermann wäre allerdings 2G (geimpft oder genesen) lieber, da so die Kontrolle einfacher wäre.

Veranstaltungen wie diese sind für das coronagebeutelte "Wirtshaus" von Vorteil, da sie besser zu planen sind als das normale Tagesgeschäft, sagt der Wirt. Über zu wenig Andrang könne er sich aber durchaus nicht beschweren. Sein Team sei etwas kleiner als davor, das sei aber auch gut so. Froh ist er vor allem über seinen neuen Koch, Max Oberling, mit dem er überaus zufrieden sei. Für den Verein ist es nicht nur eine schöne Gelegenheit, um zusammenzusitzen und sich auszutauschen, sondern auch eine gute Möglichkeit, um Werbung für sich und die Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich zu machen, freuen sich Ebert und Berg.

Info: Anmeldungen für "Essen wie Gott in Frankreich, aber in Schriesheim" im "Wirtshaus", Telefon: 06203/8408997.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung