18.10.2021

Strahlenburg-Trail: So viele waren es noch nie

Strahlenburg-Trail: So viele waren es noch nie

Nach der coronabedingten Pause im letzten Jahr startete der Strahlenburg-Trail am Sonntagmittag mit einem Teilnehmerrekord. Foto: Dorn
353 Teilnehmer liefen auf der anspruchsvolle große Strecke. Erstmals blieb Julian Beuchert als Sieger unter der Marke von einer Stunde.

Von Volker Knab

Schriesheim. Der Streckenrekord beim Strahlenburg-Trail ist geknackt: Mit 59 Minuten und 57 Sekunden blieb Sieger Julian Beuchert erstmals unter einer Stunde. Und mit 353 Teilnehmern gingen so viele Läufer wie noch nie an den Start. Beim letzten Strahlenburgtrail 2019 gingen knapp 300 Läufer an den Start. 2020 musste der TV Schriesheim die Veranstaltung aufgrund der Corona-Pandemie absagen.

"Mein Ziel war es schon, einen neuen Rekord aufzustellen", sagte der 29-jährige Beuchert unmittelbar nach seinem Zieleinlauf gegenüber der RNZ: "Da die Strecke sehr flach ist, habe ich gewusst, es ist möglich." Der Mosbacher lief zum ersten Mal beim Strahlenburg-Trail mit: "Ich bin die Strecke am Freitag zum ersten Mal abgelaufen. Da habe ich gemerkt, die liegt mir." Seine Teilnahme sei ein Teil seiner Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft über zehn Kilometer. Zweiter wurde Norman Korff aus Ladenburg, ebenfalls vom "M3-Mulitsports-Team" (1:02:30). Den dritten Platz erlief sich Nils Bergmann vom TV Waldstraße Wiesbaden (1:04:02). Er hat schon einmal am Strahlenburg-Trail teilgenommen – und "die Strecke hat mir sehr gefallen". Bei den Damen war die Heidelbergerin Aoife Quigly mit 1:09:46 am schnellsten, gefolgt von Sarah Ziem (1:16: 24) und Beatrice Ellerhoff (1:18:28).

Der Strahlenburg-Trail ist ein anspruchsvoller Wald-, Berg- und Geländelauf, bei dem die Läufer in zwei Kategorien starten können. Beim Hauptlauf, dem "Engelhorn Sports King oft he Hill Race", sind bei einer Länge von rund 15,2 Kilometern fast 600 Höhenmeter zu überwinden. Der "DAK-Fitness-Trail" hat eine Länge von knapp 6,7 Kilometern bei 300 Metern Höhenunterschied. Der Lauf-Wettbewerb wurde 2014 vom TV Schriesheim erstmals veranstaltet. "Im Schnitt hatten wir bisher zwischen 300 und 320 Teilnehmer", freute sich Mitorganisator Christian Alles über den neuen Teilnehmerrekord. In diesem Jahr hat sich der TV mit M3-Marketing Mannheim erstmals als Veranstalter einen Kooperationspartner mit ins Boot geholt.

Bei der anspruchsvollen Strecke gehören Wurzelwerk und steiniger Untergrund beim Lauf durch den Wald zu den Herausforderungen. Gleichzeitig bietet die Strecke an manchen Stellen wunderbare Ausblicke in die Rheinebene. Aber hat man beim Laufen dafür überhaupt einen Blick dafür? "Selbstverständlich. Man muss allerdings seinen Kopf schon dann auch mal zur Seite wenden", sagt Hannes Meister und lacht. Der 34-jährige gebürtige Ladenburger wurde beim Lauf über die kurze Strecke Vierter, er lebt inzwischen in Darmstadt. Allerdings versteckte sich gestern die Sonne. Dabei blieb es vom Start um 11.30 Uhr bis zum Veranstaltungsende, zum Bedauern mancher Zuschauer. Die Sportler mochten dagegen die kühle Witterung.

Nach einer guten halben Stunde nach dem Start liefen bereits die Bestplatzierten der kurzen Distanz über 6,2 Kilometer ein. "Es war ein sehr schöner Lauf, nicht zu warm", meinte Emil Leibrock aus Haslach. Mit 32:14 hatte der gebürtige Haßlocher, der für Engelhorn Sports/MTG Mannheim antrat, die Nase vorn, gefolgt von Paul Waygoldt von der Amicitia Viernheim (32:46) und Hendrik Meth vom Soprema-Team/TSV Mannheim (33:48). "Damit habe ich nicht gerechnet", meinten wortgleich Meth und der 18-jährige Waygoldt.

Kurz nach den Männern auf der Kurzstrecke liefen die schnellsten Frauen ein. Auch sie waren völlig überrascht von ihrem guten Abschneiden. "Ich bin komplett ohne irgendeine Erwartung an den Start gegangen", freute sich die 18-jährige Roxane Petermann (39:39) aus Handschuhsheim. Knapp zwei Minuten später kamen die 20-jährige Lisa Marie Kohl und die 16-jährige Lucia Wolf (jeweils 41:45) an. Alle drei konnten ihre Freude kaum fassen und klatschten sich gegenseitig ab. "Wir sind zusammen hergefahren", berichtete Kohl. Alle sind bei der TSG Heidelberg aktiv und machten sich dann wieder gemeinsam auf den Heimweg.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung