26.10.2021

Erster Zwischenstand beim Gärtner- und Edeka-Gelände

Erster Zwischenstand beim Gärtner- und Edeka-Gelände

Das Gelände des ehemaligen Autohauses Gärtner an der B3. Foto: Dorn
Das Rathaus informierte per Pressemitteilung, da beide Planungsverfahren weitgehend nicht-öffentlich sind. Höfer ist optimistisch.

Schriesheim. (hö) Am Donnerstag hatte die Grüne Liste zu einem Pressegespräch zum Gärtner-Gelände eingeladen – und erklärte dabei, was beim jetzigen Projektstand für sie unklar ist und dass sie drei Hauptforderungen an den Investor stellt, der hier den Edelstein-Neubau als Betreutes Wohnen und Pflegeheim realisieren will: Anwendung des Schriesheimer Stellplatzschlüssels (ein Stellplatz pro Wohnung), nicht mehr als 90 Wohnungen und Neunutzung des alten Edelstein-Geländes in Regie der Stadt. Am selben Tag erreichte die RNZ eine Pressemitteilung der Stadtverwaltung, in der sie "die derzeitigen Zwischenstände einzelner Projekte komprimiert zusammengefasst". Denn die Projekte "durchlaufen bis zur Realisierung grundsätzlich zahlreiche Stufen und dauern meist über mehrere Monate bzw. Jahre an. Die einzelnen Projektschritte werden dabei im Hintergrund vollzogen und sind für die Öffentlichkeit oftmals nicht unmittelbar zugänglich".

Gärtner-Gelände: Die Stadtverwaltung erklärt ausdrücklich, dass sie nur für die Bauleitplanung verantwortlich ist, denn es handelt sich hier um ein Privatgelände. Und wie geht es weiter? "In den kommenden Tagen werden nun die auf Grundlage des Siegermodells erarbeiteten Planungsunterlagen des Investors erwartet", heißt es aus dem Rathaus. Die eingereichten Unterlagen werden dann im Gestaltungsbeirat nicht-öffentlich vorberaten. Auf dieser Basis soll dann der Gemeinderat voraussichtlich im Dezember die Rahmenpunkte fixieren und einen Grundsatzbeschluss zur Umsetzung der vorgelegten Planung fassen. Sofern der Gemeinderat die Planung beschließt, folgen die nächsten Schritte. Dies bedeutet zu Beginn des kommenden Jahres einen weiteren Gemeinderatsbeschluss über die freiwillige, frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Träger öffentlicher Belange als Grundlage für die Ausarbeitung des Bebauungsplanes.

Parallel läuft die "hoch priorisierte" Untersuchung des Verkehrs und die damit verbundene Erstellung eines Verkehrskonzepts. Nach Beauftragung eines Ingenieurbüros für Verkehrswesen durch die Stadtverwaltung wurde nun mit der Datenerhebung, mit Verkehrsmessungen und weiteren Vorbereitungen begonnen. Das Verkehrskonzept ermöglicht, Empfehlungen an das Landratsamt und das Regierungspräsidium auszusprechen, um konkrete Veränderungen herbeizuführen. Im nächsten Schritt laufen nun die Vorbereitungen für die Öffentlichkeitsbeteiligung an. Dabei sollen voraussichtlich eine Präsenzveranstaltung sowie eine Online-Umfrage durch das Ingenieurbüro angeboten werden. Da sowohl die Planungen als auch die Durchführungen Vorlaufzeit in Anspruch nehmen, ist die Öffentlichkeitsbeteiligung zu Beginn des kommenden Jahres vorgesehen. Darüber hinaus laufen aktuell die Arbeiten zur Erstellung eines weiteren Konzeptes für den Radverkehr an. Darin sollen Radwegeverbindungen in Schriesheim, zu den Ortsteilen und den Nachbarkommunen verbessert oder Radabstellflächen ausgebaut werden. Dazu gab es eine Befragung von Radfahrern.

Nördlicher Ortseingang: In dem kleinen Gewerbegebiet ist unter anderem der Edeka-Markt angesiedelt, der sich erweitern will. Wie auch beim Gärtner-Gelände handelt es sich hier um Privatgrundstücke – und entsprechend kann die Stadt nur für die Bauleitplanung sorgen, die gerade überprüft wird. Im August wurde vom Gemeinderat für das Gebiet ein Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans gefasst, vor allem um das Gebiet städtebaulich zu verbessern. Für das Gesamtareal mit vier Grundstücken interessieren sich derzeit zwei Investoren. Diese möchten nun ihre gemeinsame Planung vorstellen. Allerdings besteht seitens der Verwaltung derzeit noch Abstimmungsbedarf. "Im nächsten Schritt soll eine Interessenzusammenführung erfolgen", erklärt das Rathaus. Grundsätzlich gewollt ist von der Stadt ein Wettbewerb zur Entwicklung des Areals.

Bürgermeister Hansjörg Höfer begrüßt die geplanten Vorhaben: "Bei den thematisierten Gebieten handelt es sich in beiden Fällen um zentrale Leerstände an der B3, welchen entgegengewirkt werden muss. Wir müssen die städtebauliche Entwicklung fördern und diese beiden Areale einer neuen und modernen Entwicklung zuführen. Es ist unsere Aufgabe, den Bürgern attraktive Lebensbedingungen zu bieten, damit Schriesheim auch in Zukunft eine lebenswerte Stadt bleibt. Hierzu zählt zum einen, dass wir es unseren Bürgern auch im fortgeschrittenen Alter ermöglichen müssen, zentral im Ort leben zu können. Zum anderen müssen wir Bedingungen schaffen, dass uns moderne, ortsnahe Einkaufsmöglichkeiten erhalten bleiben. Hinsichtlich dieser beiden Gebiete ist es mein Anliegen, unsere städtebauliche Entwicklung positiv voranzutreiben und diese Flächen aufzuwerten, ohne dabei Grund und Boden versiegeln zu müssen."

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung