08.11.2021

Ursenbach: Ein Dorf packt gemeinsam an

In Ursenbach wurden Hecken geschnitten und die Feldwege auf Vordermann gebracht, dabei waren einige neue Gesichter.

Schriesheim-Ursenbach. (vkn) "Neue Gesichter sind auch dabei": Mit einem herzlichen Lächeln auf dem Gesicht freute sich Ursenbachs Ortsvorsteherin Inge Pfrang, am vorgestrigen Samstagmorgen ein gutes Dutzend Frauen und Männer zur großen Heckenschneideaktion begrüßen zu können. Später sollten noch einige weitere Helfer die Gruppe verstärken. Die Frauen waren zu diesem Zeitpunkt noch in Überzahl. Am Ende herrschte Gleichstand. Zum 20. Mal wurde zu dem ehrenamtlichen Arbeitseinsatz aufgerufen, damit die Wege um das Dorf befahrbar bleiben. Mit Heckenscheren, Harken und anderem Arbeitsgerät ausgerüstet, fanden sich die freiwilligen Helfer um 9 Uhr an der Feuerwehrhalle ein.

Pfrang und ihre Vorgängerin Rosi Edelmann teilten die Arbeiten auf. Fünf Wege galt es insgesamt freizumachen, wie Pfrang erklärte. Vier Landwirte gibt es noch in Ursenbach, drei davon im Nebenerwerb. Auch die Jäger beteiligten sich sonst, waren aber in diesem Jahr verhindert. Dafür war Bürgermeisterkandidatin Fadime Tuncer gekommen und packte den halben Vormittag mit an. Ortschaftsrätin Imke Felden bereitete derweil das Mittagessen für die Helfer-Truppe vor. Während des Arbeitseinsatzes kamen noch zwei weitere Männer hinzu.

Manche Helfer aus dem kleinen Ort trafen sich beim Arbeitseinsatz erstmals. Die Gruppe von Hans Peter Pfrang und Bernd Trotte verstärkte Benjamin Körner-Krämer. "Dich kenn’ ich noch nicht", stellte der Alt-Ursenbacher Pfrang bei der Gruppeneinteilung fest. Dabei wohnt Körner-Kramer schon seit einem Jahr in dem aktuell 150 Bewohner zählenden Dorf. Er stammt aus Rippenweier, seine Frau ist Mannheimerin. Beim jährlichen Heckenschneiden an den Wegen war er aber erstmals dabei. Aufgrund des Lockdowns war die Aktion letztes Jahr ausgefallen. Die Pandemie war vermutlich auch die Ursache, warum sich die beiden in Ursenbach noch nicht begegnet sind, stellten sie lachend fest.

Johanna Koddebusch war das zweite neue Gesicht an diesem Vormittag und mit Inge Prang beim Freiräumen der Wege im Einsatz. Sie wohnt erst seit dem Frühjahr im Ort, stammt ursprünglich aus Niedersachsen. Sie mag’s ländlich, auch wegen ihres Hundes und ihres Sports Trailrunning. Die beiden Frauen räumten die Querrinnen auf einem Feldweg mit ihren Harken frei. Die waren teils komplett mit Laub, Steinen und Erde zugestopft. Freie Rinnen sind aber bei dem starken Gefälle des Feldwegs wichtig. "Sonst schießt das Wasser wie ein Ministurzbach runter", so Pfrang.

"Die Wege waren im Vorfeld bereits begutachtet und die schwere Arbeit an eine externe Fachfirma vergeben worden. "Das hätten wir gar nicht leisten können", so die Ortsvorsteherin. Nach dem jüngsten Sturm lagen Äste und ein Baum auf den Wegen, erzählte sie. Darum kümmerte sich an dem Vormittag zudem eine dreiköpfige Gruppe mit Traktor und Häcksler. Nach dem Mittagessen endete die 20. Heckenschneideaktion – es gab nichts mehr zu tun.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung