19.11.2021

Bürgermeisterwahl Schriesheim: Kandidatenvorstellungen finden trotz Corona-Lage statt

Bürgermeisterwahl Schriesheim: Kandidatenvorstellungen finden trotz Corona-Lage statt

Die Kandidaten: Fadime Tuncer, Christoph Oeldorf, Helmut Oelschläger und Samuel Speitelsbach. Fotos: Dorn/Dorn/privat/jam
Die Stadt empfiehlt jedoch den Live-Stream zu schauen. Helmut Oelschläger erklärt seine Bewerbung.

Schriesheim. (hö) Am morgigen Freitag stellen sich die Bürgermeisterkandidaten den Schriesheimern in der Mehrzweckhalle vor, am Montag und am Dienstag dann den Altenbachern und Ursenbachern – und dabei bleibt es auch, auch wenn seit gestrigem Mittwoch die landesweite Corona-Warnstufe in Kraft ist. Allerdings gilt bei allen drei Veranstaltungen 2G, man muss auch per App oder Formular seine Kontaktdaten hinterlassen, so das Rathaus auf RNZ-Anfrage. Die Besucher müssen in der Halle Masken tragen.

Zwar rät die Stadt nicht ausdrücklich vom Besuch ab, verweist aber auf den Live-Stream und die Aufzeichnung der Kernstadt-Vorstellung.

Theoretisch können bis zu 1400 Zuhörer in die Mehrzweckhalle kommen, allerdings rechnet die Stadtverwaltung mit deutlich weniger – 2013 waren es rund 1000. Da Bürgermeister Hansjörg Höfer positiv auf Corona getestet wurde, leitet der Zweite Stellvertreter Michael Mittelstädt die Vorstellung. Moderator ist Markus Brock vom SWR.

Eine ganz andere Frage ist, ob alle vier Kandidaten kommen werden. Dazu kann das Rathaus "keine näheren Angaben machen. Grundsätzlich besteht keine Verpflichtung für die Kandidatinnen und Kandidaten, sich im Vorfeld der Kandidatenvorstellungen verbindlich zurückzumelden". Fadime Tuncer (Grüne Liste) und Christoph Oeldorf (unterstützt von CDU und Freien Wählern) kommen ganz sicher, auch Helmut Oelschläger aus Wilhelmsfeld sicherte gegenüber der RNZ sein Kommen zu. Eine Anfrage der RNZ ließ Samuel Speitelsbach (Ravenstein) unbeantwortet.

Unterdessen bestätigte Oelschläger, dass er es mit seiner Kandidatur ernst meint. Der 67-Jährige sieht sich durch die Berichterstattung in ein falsches Licht gerückt. Dass er nicht den Kontakt mit den Medien gesucht hat, begründet er so: "Mein Gegenüber ist der Schriesheimer." Er sei mitnichten ein Sonderling oder "Spaßkandidat", er mache sogar auf seine Art Wahlkampf. So stellte er sich am letzten Samstag zwischen die beiden Infostände Tuncers und Oeldorfs, mit ihr sprach er kurz, aber nicht mit ihm.

Denn Oelschläger ist grundsätzlich mit Oeldorfs Politik als Wilhelmsfelder Bürgermeister nicht einverstanden, gerade bei dem Vorhaben, auf einer Grünfläche am Schriesheimer Hof ein Gewerbegebiet zu ermöglichen. Das wurde in einem Bürgerentscheid vor knapp zwei Monaten abgelehnt. Oelschläger ist konsequent für den Erhalt der Wiese. Auch sein Programm für Schriesheim stehe ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit: "Hinter allem, was ich mache, steht die Frage: Ist das für unsere Kinder verantwortbar?" Als besondere Qualifikation fürs Bürgermeisteramt nennt er seinen guten Zugang zu den Menschen. Er selbst gehört keiner Partei an, allerdings kandidierte er vor über 25 Jahren auf der SPD-Liste für den Wilhelmsfelder Gemeinderat; er wäre auch nachgerückt, war aber damals beruflich verhindert. Sein Vater Erich Oelschläger saß selbst lange im Rat, 1965 kandidierte er sogar für das Amt des Bürgermeisters, allerdings siegte damals Manfred Holtzmann.

Oelschläger selbst sagt von sich, er habe enge Verbindungen zu Schriesheim: "Ich bin mindestens einmal die Woche dort." Hier gehe er regelmäßig ins Waldschwimmbad – hier hat er sich auch vor Ort über den laufenden Umbau informiert –, er spielte auch mal kurz im Posaunenchor, zudem stammte sein Pate aus Altenbach. Dass er mit 67 Jahren an der oberen Altersgrenze der Wählbarkeit ist, ficht ihn nicht an: "Wie alt sind Kretschmann oder Schäuble? Ich traue es mir zu." Und es macht ihm auch nicht zu schaffen, dass er chancenlos ist: "Eine Demokratie braucht auch Verlierer."

Info: Der Link zum Livestream wird unmittelbar vor der Veranstaltung auf der Website der Stadt Schriesheim zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wird die Veranstaltung aufgezeichnet, sodass diese ab dem 20. November nochmals angesehen werden kann.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung