27.11.2021

Ob bei der Bürgermeisterwahl ein Wahlgang reicht?

Ob bei der Bürgermeisterwahl ein Wahlgang reicht?

Historischer Händedruck: Am 18. Dezember 2005 gratuliert Peter Riehl seinem Nachfolger Hansjörg Höfer, der sich im zweiten Wahlgang mit 101 Stimmen Vorsprung durchsetzte. Foto: Dorn
Die relativ wenigen Briefwähler könnten ein Indiz für eine geringere Wahlbeteiligung sein.

Schriesheim. (hö) Diese Bürgermeisterwahl ist so spannend wie seit 16 Jahren nicht mehr, als die "Ära Riehl" am 18. Dezember 2005 im zweiten Wahlgang endete. Der Ausgang dieser Wahl gilt als völlig offen, es wird mit einem knappen Ergebnis gerechnet. Allerdings gibt es dieses Mal nicht fünf erstzunehmende Kandidaten, sondern nur zwei. Die RNZ trägt die wichtigsten Fakten für diesen Sonntag zusammen.

> Die Bewerber: Auf dem Stimmzettel stehen in dieser Reihenfolge (maßgeblich war die Abgabe der Unterlagen im Rathaus): Christoph Oeldorf (43, seit 2017 Bürgermeister in Wilhelmsfeld, Mitglied der Freien Wähler Hirschberg sowie der Landes-CDU, unterstützt von der CDU, den Freien Wählern und Teilen der Bürgergemeinschaft), Fadime Tuncer (52, Stadträtin und Erste Bürgermeisterstellvertreterin, Wahlkreismitarbeiterin des grünen Landtagsabgeordneten Uli Sckerl, Mitglied der Grünen Liste und von ihr auch unterstützt) sowie die beiden parteilosen Helmut Oelschläger (67, Ingenieur aus Wilhelmsfeld) und Samuel Speitelsbach (35, Ingenieur aus Ravenstein und seit 2019 Dauerbewerber um Bürgermeisterposten).

> Die Wahlberechtigten: 11.900 Schriesheimer sind wahlberechtigt, etwa so viele wie bei der Bürgermeisterwahl 2013, aber etwa 700 mehr als noch bei der Bundestagswahl am 26. September. Der Grund: Es dürfen auch Jugendliche über 16 Jahre und EU-Bürger wählen. Briefwahl haben, Stand Donnerstagmorgen, 3681 Bürger beantragt, also 31 Prozent. Bei der Bundestagswahl lag der Anteil der Briefwähler bei 48,74 Prozent. Das könnte ein Indiz für eine geringere Wahlbeteiligung sein. Bei der Bundestagswahl lag sie bei 84,3 Prozent. Bei der mäßig spannenden 2013er Bürgermeisterwahl stimmten 49,2 Prozent der Wahlberechtigten ab, 2005 waren es beim ersten Wahlgang 65,3 Prozent, beim zweiten Wahlgang, dem beim Duell Peter Rosenberger/Hansjörg Höfer, 64,7 Prozent.

> Das gilt in den Wahllokalen: Hier herrscht keine 3G- oder 2-G-Regel, auch Nichtgeimpfte und -getestete dürfen rein (aber nur zum Wählen); generell gilt Maskenpflicht, zudem gibt es Möglichkeiten zur Handdesinfektion sowie Spuckschutz- und Trennwände; außerdem werden die Wähler gebeten, ihre eigenen Kugelschreiber mit blauer oder schwarzer Tinte mitzubringen. Das Rathaus appelliert an die rund 70 Wahlhelfer, sich vorher testen zu lassen am besten am heutigen Samstag (entweder im "Dok:Tor"-Testzentrum im ehemaligen Autohaus Gärtner, Samstag von 8 bis 13 Uhr, oder bei der Abstrichstelle der Praxis Tecl am Schillerplatz, Samstag von 10 bis 12 Uhr, auch ohne Voranmeldung).

> Die Wahlergebnisse: Ab dem kommenden Mittwoch, 1. Dezember, gilt im Rathaus und den beiden Verwaltungsstellen 3G. Aber auch schon am Wahlsonntag bittet die Stadtverwaltung, davon abzusehen, ins Rathaus zu kommen. Stattdessen gibt es eine Wahlpräsentation im Freien (mit Abstandsgebot): Hier sind auf zwei großen Bildschirmen die Ergebnisse zu sehen; es sind dieselben wie auf der städtischen Website www.schriesheim.de. Man kann also auch von Zuhause den Ergebnissen folgen, die ständig aktualisiert werden. Mit einem endgültigen Ergebnis wird gegen 19.30 Uhr, vielleicht auch 20 Uhr, gerechnet. Das verkündet vor dem Rathaus dann der Zweite Bürgermeisterstellvertreter, Michael Mittelstädt, denn der an Corona erkrankte Bürgermeister Hansjörg Höfer ist weiterhin in häuslicher Quarantäne.

> Die Wahlpartys: So richtig gefeiert wird pandemiebedingt nicht, aber es gibt Zusammenkünfte der beiden Kandidaten: Fadime Tuncer ist ab 18 Uhr in "Majers Weinscheuer" (bitte anmelden per E-Mail an: schriesheim@fadimetuncer.de), Christoph Oeldorf in der "Weinstube Hauser". Für beide Veranstaltungen gilt 2G.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung