08.12.2021

So sieht der Kindergarten-"Kunterbunt"-Neubau aus

So sieht der Kindergarten-"Kunterbunt"-Neubau aus

Nach den Plänen des Heilbronner Architekturbüros Krummlauf-Teske-Happold wird der Kindergartenneubau in der Conradstraße zweigeschossig und aus Holz errichtet.
Umzug von der Mannheimer in die Conradstraße: Der neue Kindergarten wird aus Holz und inmitten von Grün gebaut.

Von Micha Hörnle

Schriesheim. Nun steht fest, wie der Neubau des Kindergartens in der Conradstraße aussehen soll: Am Montagnachmittag präsentierten Bürgermeister Hansjörg Höfer sowie Bauamtsleiter Markus Dorn und seine Mitarbeiterin Karina Mayer die Pläne des Holzbaus, für die das Heilbronner Architekturbüro Krummlauf-Teske-Happold verantwortlich zeichnet. Es setzte sich in einem Wettbewerb gegen 14 andere Büros durch. Eine der wichtigen Maßgaben waren neben dem Raumprogramm auch die Dachterrasse als zusätzlicher Aufenthaltsbereich, vor allem aber der Erhalt der Bäume. Eine Jury aus sieben Fachpreisrichtern (also vor allem Architekten) und sechs Sachpreisrichtern (Stadträte und der Bürgermeister) votierten am letzten Mittwoch einstimmig für diesen Entwurf.

Wie bereits vor einem knappen Dreivierteljahr beschlossen, soll der Kindergarten "Kunterbunt", der jetzt noch in der Mannheimer Straße ist, auf den Bolzplatz in der Conradstraße ziehen. Denn sein Gebäude aus den 1970er-Jahren "hat seine Lebensdauer überschritten" (Höfer) und ist nicht mehr wirtschaftlich zu sanieren. Nach den jetzigen Plänen soll der Container-Kindergarten "Wolkenschloss" direkt daneben – hier befindet sich auch die privat geführte Kinderkrippe "Tausendfüßler" – zumindest übergangsweise in die Mannheimer Straße ziehen. Denn die ältesten Container dort stammen noch von der sogenannten PCB-Sanierung des Schulzentrums vor 20 Jahren, als damals diese Polychlorierten Biphenyle (PCB) als giftige und krebsauslösende organische Chlorverbindungen aus der Isolierschicht entfernt werden mussten.

Geplant ist der neue Kindergarten als fünfgruppige Einrichtung, in der auch bis zum Nachmittag betreut werden kann, alles in allem gedacht für rund 110 Kinder (bisher waren es in der Mannheimer Straße 90 Kinder). Auffällig ist die Holzkonstruktion, die sich nicht nur harmonisch in die grüne Umgebung einfügt – Höfer: "In ein paar Jahren wird man denken, dieses Gebäude wäre dort schon immer gewesen" –, sondern auch der kompakte Bau mit viel Licht – und eben dem grünen Dach mit eigener Terrasse und sogar einer Solaranlage.

Besonders charmant ist ein Detail: Es gibt eine "Schmutzschleuse": Die Kinder können in einem separaten Eingang zum Außenbereich ihre Stiefel und Matschhosen ausziehen – und tragen so den Dreck nicht durchs ganze Haus. Das war vor allem ein Wunsch der Erzieherinnen gewesen, die bei der Planung ein Wort mitreden durften – und die gleich Feuer und Flamme für den Siegerentwurf waren.

Eine andere Frage ist die nach den Kosten: In der Juni-Sitzung des Gemeinderates wurden etliche Vorschläge gemacht, um diese zu senken – wie beispielsweise mehr vorgefertigte Teile. Aber erstens, so Mayer, habe man ja bei dem Altbau in der Mannheimer Straße gesehen, dass Fertigteile nicht das Gelbe vom Ei sind: schwer zu sanieren und nicht flexibel genug für Umbauten. Und zweitens, so fand Höfer, müsse sich das pädagogische Konzept eines Kindergartens auch in seiner Architektur widerspiegeln – im Falle von "Kunterbunt" ist das eher ein "klassisches", während der Neubau in der Hirschberger Straße eine bewegungsfreundliche Einrichtung ist. Daher ja auch der Wettbewerb, zu dem die öffentliche Hand als Bauherr sowieso angehalten sei: "Man kann sich ein solches Haus nicht wie ein Auto, quasi von der Stange, kaufen." Und schließlich sei die Chance für einheimische Handwerker höher, so an Aufträge zu kommen, als wenn ein Generalunternehmer einen Kindergarten hochziehe.

Im Moment, so Mayer, geht das Rathaus von vier Millionen Euro an Baukosten aus; vor ein paar Monaten standen noch 3,2 Millionen im Raum, aber seither explodierten die Preise für Neubauten. Allerdings "stehen hinter einem Entwurf keine Zahlen", meinte Dorn, man habe bestenfalls ein paar Anhaltspunkte. Aber immerhin ist das Gebäude etwas kleiner als das des zweiten Siegerentwurfs, könnte also tendenziell billiger werden. Baubeginn wäre vielleicht "im Spätjahr 2022", die Fertigstellung etwa zwei Jahre später.

Eine andere unklare Frage ist die des Verkehrskonzepts für das gesamte Schulzentrum-Areal, das gerade noch in Arbeit ist und im Februar vorliegen soll. Denn hier kommt es immer wieder zu Verkehrsproblemen und hohem Parkdruck.

Und eine dritte Sache betrifft den Neubau des Container-Kindergartens. Den sähen Grüne Liste und SPD am liebsten auf der anderen Seite der B 3, da dort auch am meisten Kinder wohnen. Aber mit dieser Frage, die erst einmal nicht aktuell ist, muss sich dann Christoph Oeldorf herumschlagen. Der darf sich dann, wohl irgendwann 2024, auf die Einweihung des Neubaus in der Conradstraße freuen. Denn, so Höfer: "So oft baut man ja einen neuen Kindergarten auch nicht als Bürgermeister."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung