16.01.2022

So kam Max Jäck in die "Heute"-Nachrichten (plus Video)

Der Winzer stellt von konventionellem auf ökologischen Weinbau um. Der 2024er-Jahrgang wird Bio-Wein.

Schriesheim. (max) Sich selbst plötzlich über die "Mattscheibe" flimmern zu sehen, sei irgendwie "unreal" gewesen, berichtet Winzer Max Jäck belustigt. Er ist am vergangenen Mittwoch in der Sendung "ZDF-heute" zu sehen gewesen: beim Rebschnitt in einem seiner Wingerte. Gewohnt lässig, aber auch mit einem Tick Aufregung in der Stimme erklärte er dem Fernsehteam, wie ein Weinbaubetrieb sich von konventionellem auf ökologischem Weinbau umstellt. Und dass für ihn keine gewöhnlichen Spritzmittel zur Bekämpfung von Mehltau oder Insekten mehr infrage kommen. Er beugt stattdessen mit "Backpulver, Kupfer und Schwefel" Pilzen und Schädlingen vor.

Das sei ungleich mehr Arbeit, da die umweltfreundlichen Mittel schlechter haften, vom Regen schneller abgewaschen werden und deshalb auch öfter ausgebracht werden müssen. Es könne sich aber trotzdem lohnen, da die Konsumenten bereit seien, für die Mehrarbeit beim Öko-Wein etwas mehr zu bezahlen. Bis es so weit ist, dauert es aber noch etwas, erklärte Jäck gegenüber der RNZ. Erst der 2024 geerntete Jahrgang darf sich dann Bio-Wein nennen. 2022 und 2023 sind sogenannte Umstellungsjahre.

Das liege daran, dass Böden und auch Gerätschaften erst völlig frei von Rückständen sein müssen, was seine Zeit dauert: "Die Grundlage für den Öko-Weinbau liegt in einem vitalen Boden", sagt er. Daher werden die Böden zwischen den Reben mit Pflanzen versehen, die den Boden tief durchwurzeln und somit auflockern und mit Stickstoff anreichern. Standardmäßig bringe man dafür die sogenannte Wolff-Mischung aus, die viele Samen für Klee, aber auch Kräuter und bienenfreundliche Pflanzen enthält: "Praktisch die Eier legende Wollmilchsau", sagt der Winzer. Das Thema war eingebettet in einen Bericht über die Auswirkung von Pestiziden in der Landwirtschaft – und wie man diese in Zukunft vermeiden kann. Neben Restbeständen im Essen seien diese vor allem "Gift für die biologische Vielfalt", so Moderatorin Jana Pareigis in der Einleitung des Beitrags.

Er erhoffe sich durch die Umstellung vor allem einen "lebendigeren Weinberg mit mehr Biodiversität und mehr Insekten", erklärt Jäck in dem rund zweiminütigen Beitrag von Marcus Groß. Zusätzlich sei es für ihn ein Beitrag zum Naturschutz.

Dass sich das ZDF gerade bei ihm gemeldet habe, sei "wie so oft Zufall" gewesen. Ende 2021 habe er sich bei "Ecovin", dem Bundesverband des ökologischen Weinbaus, angemeldet. Dorthin wandte sich das Fernsehformat, das einen Betrieb suchte, der sich gerade in der "Umstellung zum Ökoweinbau" befindet. Eine "Ecovin"-Mitarbeiterin meldete sich bei Jäck und fragte, ob sie seine Daten weitergeben dürfe. Als er bejahte, ging alles ganz schnell.

Drei Tage nach Kontaktaufnahme, am vergangenen Dienstag, stand dann schon das Fernsehteam im Weinberg. Und Max Jäck vor der Kamera.

Hier geht es zum Video: https://www.youtube.com/watch?t=949&v=UThpcvwxYVU&feature=emb_imp_woyt

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung