21.01.2022

Zweite Bundesliga Ringen: Schriesheim und Ladenburg bilden die Ringgemeinschaft Kurpfälzer Löwen

Zweite Bundesliga Ringen: Schriesheim und Ladenburg bilden die Ringgemeinschaft Kurpfälzer Löwen

Herbert Maier. Foto: Dorn
Vor fünf Jahren war es noch undenkbar, dass die Ringer aus Schriesheim und Ladenburg eine Mannschaft bilden.

Von Claus Weber

Schriesheim. Früher mal, erzählte Herbert Maier schmunzelnd, habe er gegen Peter Schmitt gerungen – und verloren. Heute sind die beiden Abteilungsleiter des ASV Ladenburg und des KSV Schriesheim keine Gegner, sondern Verbündete. Und sie begegnen sich auf Augenhöhe. Nun stellten sie ihre Pläne zur neuen Ringgemeinschaft Kurpfälzer Löwen vor, in der künftig Ladenburger und Schriesheimer Ringer gemeinsam in der neuen zweiten Bundesliga kämpfen werden.

"Das hätte ich mir vor fünf Jahren noch nicht vorstellen können", gab Herbert Graf, der Vorsitzende des KSV Schriesheim, zu. Damals sei die Rivalität der Ortsnachbarn noch zu groß gewesen. "Nun bin ich überzeugt: Das wird eine gute Sache."

Es gehe um eine Bündelung der Kräfte, erklärte Peter Schmitt. Gemeinsam könne man die vielen Aufgaben besser meistern – bei insgesamt geringerem Finanzaufwand.

Dabei, stellte Schmitt klar, gehe es nicht um eine Fusion, lediglich in Mannschaftskämpfen wolle man gemeinsam antreten – mit insgesamt drei Teams. Die Reserve wird sich in der Oberliga mehrheitlich aus den vielen Ladenburger Talenten zusammensetzen, die dritte Mannschaft in der Landesliga aus ehemaligen Schriesheimern, die zu ihrem Heimatverein zurückkehren.

Der Kader der neuen Zweitliga-Staffel stehe zu 80 Prozent fest, verriet Herbert Maier, der die sportliche Leitung übernommen hat, während Schmitt die nicht-sportlichen Themen bearbeiten wird. Die Besten aus den beiden bisherigen Regionalliga-Teams sollen die Mannschaft bilden, bislang hat nur der Ladenburger Pouria Taherkhani Wechselabsichten bekundet. Der iranische Spitzenmann will zurück in die Bundesliga.

Ob dahin irgendwann auch der Weg der neuen Ringgemeinschaft führt? "Erst einmal ist der Klassenerhalt unser Ziel", stellte Peter Schmitt klar. Schließlich habe man zwar eine sehr attraktive, aber auch starke Zweitliga-Gruppe mit drei ehemaligen deutschen Mannschaftsmeistern erwischt. "Das wird hart, weil die Liga saustark besetzt ist", glaubt Schriesheims Coach Attila Tamas, der als B-Lizenz-Inhaber neuer Cheftrainer und von Ladenburgs Freistil-Coach Hossein Alizadeh unterstützt wird. "Aber ich glaube, der fünfte Platz könnte drin sein."

Dass die Löwen das Aufstiegsrecht – das sich Ladenburg als Tabellenzweiter der Regionalliga gesichert hat – wahrnehmen und nicht weiter unten neu beginnen, findet Tamas richtig: "Wir müssen unseren jungen Sportlern Ziele geben und sie auf hohem Niveau fordern."

Los geht’s ab 24. September mit dem Heimkampf gegen den bayrischen Oberliga-Meister SV Hallbergmoos. Eine Woche später treten die Löwen in der nahen Vorderpfalz beim VfK Schifferstadt an – noch immer eine der bekanntesten Adressen im deutschen Ringsport. Die beiden Bundesliga-Absteiger RKG Reilingen/Hockenheim und SRC Viernheim sowie der südhessische KSV Rimbach sind weitere hochattraktive Derby-Gegner.

Mit 400 bis 500 Zuschauern ist dann schon zu rechnen – wenn Corona mitspielt. "Wir legen Wert darauf, dass unsere Ringer geimpft sind", stellte Herbert Maier klar, "denn wir wollen keine Überraschungen erleben." Mit attraktiven Rahmenprogrammen, wie Konzerten, Oktoberfest, Adventsmarkt oder der Doppelveranstaltung "Handball und Ringen", wie sie es früher schon mal gab, sollen die Fans zudem wieder in die Halle gelockt werden. "Früher waren Ringkämpfe bei uns im Ort ein Event", erinnerte Peter Schmitt, "das waren sie zum Schluss nicht mehr." Mehr Präsenz in den sozialen Medien und eine Löwen-Zeitung für alle Haushalte in beiden Orten sollen dem Ringen an der Bergstraße zu mehr Öffentlichkeit verhelfen.

Und die Talentförderung soll vorangetrieben werden. "Wir wollen eine nachhalte Plattform für den Nachwuchs beider Vereine aufbauen", sagte Schmitt. Für die Trainingsabende soll in Schriesheim eine Mattenkapazität von 400 qm geschaffen werden. Welche Zweitliga-Kämpfe wo stattfinden werden, dürfte in zwei Monaten feststehen, ein Shuttle-Service soll dann Ladenburger nach Schriesheim und umgekehrt bringen.

"Ich freue mich brutal", sagte Schmitt, "künftig wird es wieder Ringsport vom Feinsten bei uns geben."

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Peter Schmitt. Foto: Dorn

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung