21.01.2022

Max Jäcks Weinstand verlässt wieder den Wochenmarkt

Für einen Dauerbetrieb bräuchte der Schriesheimer Winzer eine Gaststättenkonzession.

Schriesheim. (max) Ein Gläschen Schriesheimer Wein beim Bummeln auf dem Wochenmarkt. Am Stand von Winzer Max Jäck war das in den vergangenen Wochen möglich. Lang wird es den Wagen in seiner jetzigen Form aber wohl nicht mehr geben.

Das liege an Schwierigkeiten mit der Konzession, wie Jäck berichtet. Kleine "Probierschlucke" dürfe er zwar verteilen, ein kleines Glas Wein für drei Euro aber nicht, da er dafür eine Ausschankgenehmigung braucht. Diese habe er vom Schriesheimer Ordnungsamt für die vier Mal, die er vor Weihnachten auf dem Markt stand, problemlos bekommen.

Diese Genehmigung reiche jetzt aber nicht mehr: "Ich hätte das sehr gern dauerhaft etabliert", sagt er enttäuscht. Für einen dauerhaften Ausschank auf dem Markt brauche er aber eine Ausschankgenehmigung vom Landratsamt, die für seinen kleinen Weinwagen nur schwer zu bekommen sei: "Ich müsste für den Wagen dann eine Gaststättenkonzession beantragen, und dazu müsste ich ihn wahrscheinlich komplett umbauen", sagt Jäck. "Da ist man in Deutschland manchmal etwas starr", findet er. Das sei schade, denn: "Ich hätte nie gedacht, dass die Leute auf dem Markt so weininteressiert sind. Es gab tolles Feedback", und das habe ihn natürlich sehr gefreut. Zudem sei es ein "wunderbarer Platz", um sich den Schriesheimern zu präsentieren.

Abgesehen von der fehlenden Konzession erschweren aber auch andere Probleme seine Präsenz auf dem Markt. In den Sommermonaten würde der zusätzliche Ausschank jeden Samstag "wahrscheinlich etwas zu viel" werden. Der Arbeitsaufwand sei zu groß, wenn die Trauben sprießen und der Winzer fast rund um die Uhr in den Weinberg muss: "Pflanzenschutz hat dann höchste Priorität."

Bis Ende 2020 hatte Jäcks Familie 15 Jahre lang einen Gemüsestand auf dem Wochenmarkt betrieben. Dieses Angebot übernahm kurz darauf Georgios Samouladas.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung