30.01.2022

Wieso Hansjörg Höfer nach der Wahlanfechtung nicht weitermachte

Nach der Wahlanfechtungsklage gegen die Bürgermeisterwahl wird am morgigen Dienstag, 1. Februar, Christoph Oeldorf in sein Amt eingeführt.

Schriesheim. Nach der Wahlanfechtungsklage gegen die Bürgermeisterwahl wird am morgigen Dienstag, 1. Februar, Christoph Oeldorf in sein Amt eingeführt (18 Uhr, Mehrzweckhalle). Allerdings nicht als Bürgermeister, sondern als Amtsverweser. Hansjörg Höfer erklärt, wieso diese Lösung die beste ist.

Wie dramatisch ist es, dass Ihr Nachfolger Christoph Oeldorf sein Amt nicht als Bürgermeister, sondern als Amtsverweser beginnen muss?
Ich bedaure, dass Christoph Oeldorf solch einen Start in sein Amt hat. Ich hätte ihm eine schöne Einführungsveranstaltung gewünscht, die auch der Würde des Amtes entspricht. Mich hat es sehr gefreut, dass alle Fraktionen ihn zum Amtsverweser wählen wollen. Insofern hat es auf die praktische Amtsführung kaum Einfluss.

Aber es fehlen die Symbole – wie Ihre pandemiebedingt abgesagte Verabschiedung. Wie schlimm ist das?
Symbole sind wichtig, solche Veranstaltungen haben eine Bedeutung sowohl nach außen als auch für einen persönlich. Man zieht Bilanz und blickt zurück auf bewegende Momente. Da denke ich an meine eigene Amtseinführung, die erstmals mit Pop- und Rock-Musik eröffnet wurde – das ist etwas, an das ich mich gerne erinnere. Es ist also schon wichtig, dass man einen gebührenden Anfang und eine angemessene Verabschiedung hat.

Wie sehr bedauern Sie, dass Sie sich nicht, zumindest nicht jetzt, verabschieden konnten?
Sehr, ich hätte mich gern bei so vielen Menschen verabschiedet – bei den Rathaus- und Bauhofmitarbeitern, den Erzieherinnen und Erziehern, den Bürgermeisterkollegen, aber vor allem auch den Bürgern. Ich hätte gern ein Glas Wein getrunken und auf die letzten 16 Jahre angestoßen. Aber ich akzeptiere, dass das im Moment pandemiebedingt nicht möglich ist. Mich freut es sehr, dass wir meine Verabschiedung im Frühsommer nachholen wollen.

Nun wird Oeldorf Amtsverweser. Es hätte auch die Möglichkeit gegeben, dass Sie weitermachen.
Es gab verschiedene Möglichkeiten: Ich mache weiter, meine Stellvertreterin oder mein Stellvertreter springt ein, oder es wird ein Amtsverweser gewählt. Um den Amtsverweser zu bestellen, war der erste Schritt zu erklären, dass ich darauf verzichte, mein Amt fortzuführen und ich zum 31. Januar in den Ruhestand gehe.

Ist Ihnen das leicht gefallen? In Eppelheim hatte einst Dieter Mörlein keine Skrupel, einfach weiterzumachen.
Ich will, dass mein Nachfolger einen guten Start hat. Ich kenne ihn schon lange als Kollegen, alles andere wäre aus meiner Sicht nicht akzeptabel gewesen und ein Schaden für das Amt. (hö)

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung