04.02.2022

Keine neuen Fälle von Wilderei

Aber wieder wurde ein Reh von einem Hund gerissen.

Schriesheim. (max) Nach der Tragödie um zwei mutmaßlich von Wilderern getötete Polizisten im pfälzischen Kusel stellt sich die Frage, wie es um die Fälle von Wilderei im Schriesheimer Wald bestellt ist. Bereits im Dezember hatte Jagdpächter Jens Habenicht zwei tote Rehkitze mit säuberlich abgetrenntem Kopf in seinem Revier gefunden. Der Fall war an die Polizei übergeben worden, die bislang keine weiteren Hinweise über den oder die Täter in Erfahrung bringen konnte.

Mehr Klarheit gibt es hingegen bei dem Rehkopf, der von Kindern des Waldkindergartens im Revier von Jagdpächter Georg Bielig gefunden worden war. Hierbei habe es sich nach einer Untersuchung nicht, wie zunächst angenommen, um Wilderei gehandelt, berichtete ein Sprecher des Mannheimer Polizeipräsidiums. Vielmehr sei anzunehmen, dass ein Wildtier das Kitz gerissen und nur den Kopf übrig gelassen habe. Auch bei einem Wildschweinfrischling, der ebenfalls im Januar in der Nähe des Drachenfliegerplatzes gefunden worden war, habe es sich um einen Wildtierangriff gehandelt.

Das sind zwar gute Nachrichten, dennoch ist Bielig genervt. Anfang dieser Woche sei bereits zum fünften Mal in einem Jahr ein Reh in seinem Gebiet gefunden worden, das offenbar von einem Hund getötet worden war: "Das sieht sehr auffällig nach einem Hunderiss aus." Dass nicht angeleinte Hunde immer wieder zum Problem für Wildtiere und Jäger werden, berichteten die Schriesheimer Jagdpächter schon im vergangenen Jahr, in dem so viele verwaiste Wildschweinfrischlinge aufgefunden wurden wie in keinem Jahr davor.

Prinzipiell sollte man einen Wilderer nie ansprechen, da nicht klar ist, wie dieser reagiert, sondern die Polizei verständigen.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung