18.02.2022

Sturmtief "Ylenia": Bisher keine größeren Schäden

In der Region hat das Sturmtief zwar die Wehren auf Trab gehalten, aber glücklicherweise keine größeren Schäden verursacht.

Metropolregion/Neckar-Odenwald-Kreis. (dpa/hö/ahn/cm/bmi/RNZ) Sturmtief "Ylenia" hat in Baden-Württemberg Polizei und Feuerwehr auf den Plan gerufen. Größere Schäden gab es aber nicht, wie mehrere Polizeisprecher am Donnerstagmorgen mitteilten. Viele Bäume stürzten um und fielen auf Straßen. Im Landkreis Heilbronn fuhren zwei Autos über umgefallene Bäume. Verletzt wurde niemand. An einigen Orten stürzten zudem Bauzäune und Mülltonnen um.

Glimpflich durch den Sturm gekommen ist auch die Region Heidelberg.

Die Fähre zwischen dem Neckargemünder Ortsteil Neckarhäuserhof und dem Neckarsteinacher Stadtteil Neckarhausen stand am Donnerstag still. Wegen der "immer wieder auftretenden starken Böen" wurde an diesem Tag der Betrieb nicht aufgenommen, wie der Freundeskreis Fähre Neckarhausen-Neckarhäuserhof mitteilte.

Die Kreisstraße K36 bei Neckarsteinach war nach Angaben der Polizei am frühen Donnerstagmorgen durch einen umgestürzten Baum blockiert.

Die Landesstraße L536 zwischen Wilhelmsfeld und Schriesheim war am Donnerstag sowohl kurz nach Mitternacht als auch am Vormittag durch einen Ast und einen umgestürzten Baum blockiert.

Der Radweg zwischen Schönau und Neckarsteinach ist bereits am Mittwochnachmittag voll gesperrt worden. Die Sperrung soll laut Stadt Schönau voraussichtlich noch bis Freitag andauern.

Ein "Spaziergang" der Bürgerinitiative "Waldwende" in Nußloch hätte am Samstag stattfinden sollen. Dieser wurde auf den 12. März verschoben.

Der Wochenmarkt in Gaiberg am Donnerstag ist abgesagt worden.

Im Neckar-Odenwald-Kreis war die Lage am Donnerstag entspannt. "Stand jetzt sind wir glimpflich davongekommen", sagte Kreisbrandmeister Jörg Kirschenlohr auf RNZ-Anfrage. "Die Lage im Neckar-Odenwald-Kreis ist relativ überschaubar."

Das Wichtigste vorneweg: "Es gab keine Verletzten", berichtete Kirschenlohr. Und die Schäden hielten sich auch in Grenzen – trotz Windgeschwindigkeiten von bis zu 75 Kilometern pro Stunde. So seien in Neckarelz, Obrigheim, Schloßau und Unterneudorf einige Straßen durch umgestürzte Bäume betroffen gewesen.

Auch im Raum um Osterburken und Wagenschwend waren mehrere umgestürzte Bäume zu verzeichnen. Straßensperrungen habe es im Großen und Ganzen nicht gegeben, so der Kreisbrandmeister. Gleiches gilt für Wasserschäden – lediglich in Oberschefflenz sei einer gemeldet worden.

Die Nässe durch den Regen – in Buchen kamen 15 Liter auf den Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden vom Himmel – habe insofern Sorge hervorgerufen, als durch den nassen Boden Bäume leichter umfallen.

Die Straßenmeistereien im Neckar-Odenwald-Kreis waren ab circa 4.30 Uhr mit zehn Personen im Einsatz. Anlass der Einsätze waren hauptsächlich umgestürzte Bäume und Ausspülungen an Straßen.

Die Untere Forstbehörde des Kreises warnte auch am Donnerstag Spaziergänger, Sportler und andere Waldbesucher davor, Wälder und Parks und selbst Waldparkplätze bei der aktuellen Wetterlage zu betreten. Für Freitag auf Samstag ist schon das nächste Sturmtief "Zeynep" angekündigt. Hierbei sprechen Meteorologen von einem "Schnellläufer" (so wie die Stürme "Lothar" und "Kyrill"), dessen genauer Verlauf noch nicht vorhergesagt werden kann. Mit umstürzenden Bäumen, abbrechenden Zweigen und Kronenteilen, insbesondere aber auch abgestorbenen Ästen geschädigter Buchen ist jederzeit zu rechnen.

In Schriesheim blieben die Schäden am Donnerstag übersichtlich, wie Feuerwehrkommandant Oliver Scherer berichtet: Zuerst wurde noch in der Nacht auf den Donnerstag ein angeblich umgestürzter Baum auf der Landstraße 536 unweit von Wilhelmsfeld (nach der scharfen Kurve) gemeldet: Das war aber nur ein Ast. Gut zehn Stunden darauf, war tatsächlich auf der L 536, etwas mehr in Richtung Schriesheim, ein Baum auf die Fahrbahn gefallen, der diese halbseitig blockierte. Gleich daneben drohte ein weiterer Baum umzukippen. Mitarbeiter des Forsts, die zufällig vorbeikamen, fällten ihn und transportierten ihn ab. Die Polizei musste die Straße etwa 20 Minuten sperren. Wie Scherer berichtet, war der Wind in den höheren Lagen ziemlich kräftig, während die Wetterstation in der Innenstadt eher mäßige Böen mit maximal 58 km/h registrierte.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn wurden während des Unwetters zwischen 4.30 und 10 Uhr am Donnerstag 40 Geschehnisse gemeldet, wie die Polizei mitteilte. 28 Mal lagen umgestürzte Bäume oder Äste auf der Fahrbahn, die unter anderem auch durch die Feuerwehr beseitigt werden mussten. Zu einem Einsatz rückten Polizisten aus, da eine Straße unter Wasser stand. Die Windböen warfen fünf Schilder, Bauzäune und andere Gegenstände um. Sechs zum Glück harmlose Verkehrsunfälle, bei denen es lediglich zu Sachschäden kam, wurden gemeldet. Auch die Polizei bestätigte, dass es wegen des Unwetters keine Verletzten gab.

Auch in Südhessen kam es bis zum frühen Donnerstagmorgen nur zu vereinzelten Meldungen. Seit 4.30 Uhr gehen bei den Leitstellen der Rettungsdienste und der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Südhessen vermehrt Anrufe über Sturmschäden ein, teilt die Polizei mit. Vor Mitternacht kam es zu Meldungen über umgestürzte Bäume auf den Landstraßen. Die Feuerwehren, Straßenmeistereien und Polizei sind im Einsatz.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor Orkanböen in Teilen Baden-Württembergs in der Nacht zu Donnerstag sowie am Freitag. Vor allem im Schwarzwald sei oberhalb von 800 Metern mit orkanartigen Böen mit bis zu 110 Kilometern pro Stunde zu rechnen. In den Hoch- und Gipfellagen sollen sogar Orkanböen mit bis zu 130 Kilometern pro Stunde möglich sein.

Update: Donnerstag, 17. Februar 2022, 18.58 Uhr

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung